Evangelisches Dekanat

Kita‑Chor verzaubert Lutherkirche: 200 Kinder feiern die Kraft des Singens

Helle Stimmen, große Emotionen und ein Projekt, das bundesweit einzigartig ist: Rund 200 Kita‑Kinder haben die Lutherkirche in Wiesbaden mit einem besonderen Konzert erfüllt und eindrucksvoll gezeigt, welche Kraft im gemeinsamen Singen steckt. Das Projekt „Singen macht stark“ bewirkt mehr als musikalische Früherziehung.

Von: |Erschienen am: 17. Juni 2026 14:42|

Foto: Andrea Wagenknecht

Etwa 200 Kinder aus etwa 25 evangelischen Kindertagesstätten begeisterten am Dienstag, 16. Juni, mit einem außergewöhnlichen Auftritt in der Lutherkirche in Wiesbaden.

Bei einem gemeinsamen Chorkonzert präsentierten sie, was sie in den vergangenen Monaten im Rahmen des Projekts „Singen macht stark“ gelernt haben. Eltern, Familien und Gäste bekamen einen lebendigen Eindruck davon, wie intensiv die musikalische Arbeit in den Einrichtungen inzwischen verankert ist.

Musikalische Förderung in den Kitas

Seit Mai 2025 besuchen Musikpädagoginnen und Stimmbildnerinnen der Evangelischen Singakademie Wiesbaden wöchentlich rund 30 Kitas des Evangelischen Dekanats. Dort singen und musizieren sie mit den Kindern. Ziel des Projekts ist es, jedem Kind in einer evangelischen Kita den Zugang zum Singen zu ermöglichen und ein gemeinsames Liedrepertoire aufzubauen.

Die Freude der Kinder zeigte sich bereits auf dem Weg zur Kirche. „Die Kinder haben teilweise schon im Bus gesungen“, berichtet die elementare Musikpädagogin Sophie Seebaß. „Wenn ich in eine Kita komme, laufen mir singende Kinder entgegen. Es ist wunderbar zu erleben, wie begeisterungsfähig Kinder sind und wie schnell sie lernen.“

Ein inklusives Projekt für alle Kinder

Das Projekt wurde von Lutherkirchenkantor Niklas Sikner und der Mezzosopranistin Lena Naumann entwickelt. Beide wollten ein Angebot schaffen, das allen Kindern, unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Umfeld, den Zugang zum gemeinsamen Singen ermöglicht.

„Uns hat die Frage beschäftigt: Wann singen Kinder heute eigentlich?“ erklärt Sikner. Besonders wichtig sei ihm, möglichst alle Milieus zu erreichen. „Das gelingt uns über die Kitas.“

Musik als verbindende Sprache

Die Projektverantwortlichen erleben immer wieder, dass gemeinsames Singen weit über musikalische Fähigkeiten hinauswirkt. „Manche Kinder sprechen kaum oder gar nicht, singen aber plötzlich mit“, berichtet Projektleiterin Lena Naumann. Gerade in Gruppen mit vielen Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, werde Musik zu einem wichtigen Kommunikationsmittel.

„Über Musik entsteht Gemeinschaft. Das gesungene Wort bleibt oft besser im Gedächtnis als das gesprochene.“

Die eigene Stimme entdecken

Auch Musikpädagogin Gabriela Blaudow beobachtet die positiven Effekte der regelmäßigen musikalischen Arbeit. „Viele Kinder müssen ihre eigene Singstimme erst entdecken. Dabei helfen angeleitetes Singen, Bewegung und Rituale.“

Besonders wichtig sei, dass die Kinder nicht zu Playback-Aufnahmen singen, sondern ihre eigene Kopfstimme entwickeln. Oft würden sie zunächst in ihrer gewohnten, tieferen Sprechstimme singen oder sich der Tonlage der Erwachsenen anpassen.

Fester Bestandteil im Kita-Alltag

Für die Einrichtungen ist das Projekt eine wertvolle Ergänzung des pädagogischen Alltags. Die inzwischen sieben Musikpädagoginnen besuchen die Kitas einmal pro Woche für 30 bis 45 Minuten und arbeiten dort überwiegend mit den Vorschulkindern.

Finanziert wird „Singen macht stark“ vom Evangelischen Dekanat Wiesbaden. Die Evangelische Singakademie, beheimatet an der Lutherkirche, übernimmt die organisatorische Koordination.

Musikalische Früherziehung zeigt Wirkung

Das Konzert in der Lutherkirche in Wiesbaden machte eindrucksvoll sichtbar, welchen Stellenwert musikalische Bildung im frühen Kindesalter haben kann. Die Kita Kinder erleben im Rahmen des Musikprojekts Gemeinschaft, stärken ihr Selbstbewusstsein, erweitern sprachliche und soziale Kompetenzen und entdecken die Freude an der Musik.

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