Kriminalität
Schock-Anruf in Kastel: Falsche Polizistin ergaunert riesige Menge Bargeld an der Haustür
Die Masche ist so alt wie perfide, doch am vergangenen Freitagmittag waren skrupellose Trickbetrüger im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel leider erneut erfolgreich. Mit einer frei erfundenen Geschichte über eine angebliche Einbrecherbande in der Nachbarschaft setzten Kriminelle eine Frau am Telefon massiv unter Druck. Nur wenig später tauchte eine falsche Polizistin an der Wohnanschrift auf und nahm eine größere Menge Bargeld entgegen. Die echte Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und fahndet nun mit einer detaillierten Personenbeschreibung nach der flüchtigen Täterin.
Symbolfoto
Das bittere Drama nahm am Freitag, 12. Juni, gegen 14:00 Uhr seinen Lauf. Über das Telefon bauten die Täter geschickt eine extreme psychologische Druckkulisse auf. Ein vermeintlicher Polizeibeamter gab am Hörer vor, dass es im direkten Wohnumfeld der Geschädigten zu vermehrten Einbrüchen gekommen sei. Um ihr Erspartes vor den vermeintlichen Kriminellen zu schützen, solle die Kastelerin sofort alle verfügbaren Wertgegenstände und Bargeldreserven zusammensuchen. Eine Kollegin der Polizei würde die Wertsachen zeitnah direkt an der Haustür abholen und in der Dienststelle absolut sicher verwahren.
Geldübergabe an der Haustür – Opfer wird erst nach der Flucht stutzig
Die Geschädigte glaubte der täuschend echten und professionellen Gesprächsführung der Betrüger. Nur kurze Zeit nach dem Telefonat klingelte es tatsächlich an ihrer Haustür. Gutgläubig händigte das Opfer der unbekannten Abholerin eine größere Menge Bargeld aus. Die vermeintliche Polizistin packte die Beute ein und verließ die Anschrift zügig in unbekannte Richtung.
Erst kurz nach der verhängnisvollen Übergabe kamen der Frau berechtigte Zweifel an der Echtheit der Situation. Sie wurde stutzig und wählte den Notruf der echten Polizei – doch da waren die Betrüger längst über alle Berge.
Fahndung – Polizei sucht auffällige Frau mit Goldschmuck
Die Wiesbadener Kriminalpolizei hat sofort eine umfassende Suche eingeleitet. Die geflüchtete Geldabholerin wird wie folgt beschrieben: Circa 30 Jahre alt, kräftige Statur, lange, braune Haare. Ihr Erscheinungsbild ist ein südeuropäischer Phänotyp. Die Frau trug eine schwarze Hose und ein passendes schwarzes Oberteil. Besonderes Merkmal: Sie trug auffälligen Goldschmuck.
Die Ermittler bitten Zeuginnen und Zeugen, denen am Freitagmittag in Mainz-Kastel verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, sich dringend unter der Telefonnummer 0611 / 345-0 bei der Polizei Wiesbaden zu melden.
Wichtiger Präventions-Appell: Auflegen ist nicht unhöflich!
Die Polizei nimmt diesen aktuellen Fall erneut zum Anlass, um die Bevölkerung im gesamten Stadtgebiet sowie in den angrenzenden Vororten massiv zu sensibilisieren. Die Maschen der Telefonbetrüger wechseln ständig – ob Enkeltrick, Schockanruf oder falsche Beamte –, doch das Einsatzziel bleibt immer identisch: Das Vermögen der Angerufenen soll unter dem Deckmantel einer erfundenen Notlage ergaunert werden.
Die Polizei stellt hierzu unmissverständlich klar: „Die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder eine andere offizielle Behörde wird Sie niemals am Telefon nach Ihren Vermögensverhältnissen ausfragen und wird erst recht niemals Bargeld oder Wertsachen an Ihrer Haustür abholen, um diese zu sichern!“
Sollten Sie einen solchen verdächtigen Anruf erhalten, gilt die goldene Regel: Legen Sie sofort und ohne Diskussion den Hörer auf! Dies ist nicht unhöflich, sondern der einzig wirksame Schutz gegen die geschickte Manipulation der Täter. Weiterführende, wichtige Verhaltenstipps finden Sie online auf der Präventionsseite der Bundespolizei unter www.polizei-beratung.de.
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