Verkehrsüberwachung

Mit 149 km/h über die Berliner Straße – Regionaler Verkehrsdienst blitzt über 400 Raser in nur 90 Minuten

Ein erschreckendes Bild auf Wiesbadens Straßen: Der Regionale Verkehrsdienst der Landeshauptstadt hat bei einer groß angelegten Kontrollwelle in den vergangenen Tagen Hunderte rücksichtslose Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr gezogen. Die Bilanz der Ordnungshüter ist alarmierend. Allein bei einer nur eineinhalbstündigen Radarmessung auf der Bundesstraße 54 tippten die Messgeräte reihenweise an – weit über 400 Autofahrer waren viel zu schnell unterwegs. Der negative Spitzenreiter raste mit mehr als dem Doppelten des Erlaubten vorbei. Auch auf der Theodor-Heuss-Brücke waren Verkehrsteilnehmer viel zu schnell unterwegs.

Von: |Erschienen am: 12. Juni 2026 13:44|

Symbolfoto

Dass regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachungen und Kontrollen bitter nötig sind, um die Sicherheit auf den innerstädtischen Pendlerstrecken zu gewährleisten, untermauern die harten Zahlen der Wiesbadener Beamten. An zwei Schwerpunkt-Tagen – Dienstag, 09. Juni von 13:45 bis 15:15 Uhr und Donnerstag, 11. Juni, in der Zeit von 09:00 Uhr – 12:00 Uhr – nahmen die Einsatzkräfte strategisch wichtige Verkehrsknotenpunkte in Wiesbaden ins Visier – mit durchschlagendem Ergebnis.

Massen-Blitz auf Berliner Straße – Jede Minute mehr als vier Verstöße

Der erste Kontrollschwerpunkt wurde auf der stark frequentierten Bundesstraße 54 (Berliner Straße) in Höhe des Siegfriedrings in Richtung der Wiesbadener Innenstadt am Dienstag eingerichtet. Was die Beamten dort während der nur 90-minütigen Messphase registrierten, sprengt den normalen Durchschnitt. Insgesamt 405 Geschwindigkeitsverstöße flogen auf. Statistisch gesehen wurde damit fast alle 13 Sekunden ein Raser erfasst.

Während sich 306 Fahrer noch im Verwarngeldbereich bewegen und mit einem blauen Auge davonkommen, wird es für 98 Fahrzeugführer richtig teuer – ihre Verstöße liegen im handfesten Bußgeldbereich. Ein rücksichtsloser Autofahrer schoss jedoch komplett den Vogel ab. Er wurde mit sage und schreibe 149 km/h gemessen. Erlaubt sind an dieser Stelle aufgrund der Verkehrsführung und Unfallgefahr lediglich 70 km/h. Neben einem saftigen Bußgeld und Punkten in Flensburg blüht dem Fahrer nun ein langes, ungemütliches Fahrverbot.

 Motorrad-Raser müssen den Schein abgeben

Nicht weniger rasant ging es am Donnerstagmorgen auf der Theodor-Heuss-Brücke in Kastelzu. Zwischen 09:00 und 12:00 Uhr postierten sich die Einsatzkräfte auf der wichtigen Verbindung über den Rhein, um gezielte Fahrzeugkontrollen durchzuführen. Insbesondere zwei Motorradfahrer fielen den Polizisten dabei sofort ins Auge.

Die beiden Biker bretterten mit 88 km/h beziehungsweise 91 km/h über die Brücke – und das bei einer dort streng vorgeschriebenen zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Das bittere Resultat für die beiden Zweirad-Sünder: Auf beide kommt in den nächsten Wochen Post von der Bußgeldstelle zu, der Führerschein ist erst einmal weg.

Frisierte E-Bikes und E-Scooter-Fahrer unter Drogeneinfluss gestoppt

Neben den klassischen Tempoverstößen richteten die Verkehrsexperten ihr Augenmerk auch auf den modernen Elektro-Feinstverkehr auf Wiesbadens Rad- und Fußwegen. Dabei fischten die Beamten einen technisch illegal veränderten E-Scooter sowie ein manipuliertes E-Bike aus dem fließenden Verkehr. Beide Fahrzeuge waren durch die illegalen Modifikationen so schnell, dass sie rechtlich als zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge gelten. Da keiner der beiden Fahrer die entsprechende Fahrerlaubnis besaß, wurden sofort strafrechtliche Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

Beim E-Scooter-Fahrer kam es für die Beamten sogar noch dicker. Ein Schnelltest vor Ort lieferte deutliche Hinweise auf einen vorherigen Betäubungsmittelkonsum. Der Mann musste den Roller stehen lassen und die Polizisten zur Blutentnahme auf die Wache begleiten.

Erhöhung der Verkehrssicherheit in Wiesbaden

Der Regionale Verkehrsdienst Wiesbaden zog nach den Einsätzen ein klares Fazit: Die Ergebnisse zeigen unmissverständlich, dass gezielte Verkehrskontrollen weiterhin ein unverzichtbares Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zum Schutz unschuldiger Verkehrsteilnehmer im Stadtgebiet sind. Die Polizei kündigte daher an, die Kontrollaktivitäten auch in Zukunft unangekündigt fortzusetzen.

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