Motorsport

Drama auf drei Reifen: Wiesbadener Talent Jacob Trost holt Pole Position und Podium am Slovakiaring

Was für eine nervenaufreibende und zugleich hocherfolgreiche Vorstellung auf internationaler Bühne! Nach seinem aufsehenerregenden Debüt im italienischen Vallelunga hat der junge Wiesbadener Rennfahrer Jacob Trost beim zweiten Lauf der GTC European Endurance Challenge am Slovakiaring eindrucksvoll nachgelegt. Der erst 19-jährige Nachwuchspilot steuerte seinen Porsche Cayman GT4 zum verdienten Klassenpodium in der GT4 AM Wertung. Dabei trotzte das Ausnahmetalent aus der hessischen Landeshauptstadt am Rennwochenende Anfang Juni sogar einem spektakulären Reifenplatzer kurz vor den Boxenstopps.

Von: |Erschienen am: 11. Juni 2026 14:30|

Fotos: scuderia-wiesbaden.de

Es war eine gigantische Kulisse, vor der sich das Wiesbadener Motorsport-Talent am vergangenen Wochenende (5. bis 7. Juni) beweisen musste. Parallel zur GTC European Endurance Challenge gastierte die europäische Truck-Racing-Meisterschaft (ETRC) auf dem osteuropäischen Kurs. Zehntausende Zuschauer säumten die Rennstrecke in Slowakei und sorgten zusammen mit einem enormen internationalen Medieninteresse für eine absolute Top-Bühne. Doch von der großen Kulisse ließ sich der 19 Jahre alte Wiesbadener seinem erst zweiten Rennwochenende überhaupt in diesem Fahrzeug keineswegs einschüchtern.

Dominanz im Qualifying – Sensationelle Pole Position

Dass der starke Saisonauftakt in Vallelunga kein glücklicher Ausreißer war, untermauerte Trost bereits am Freitag in den freien Trainingseinheiten. Nach Platz zwei im ersten Training steigerte er sich in der zweiten Session zur Bestzeit seiner Klasse und Rang vier in der Gesamtwertung.

Den absoluten Höhepunkt setzte der offizielle Förderpilot des ADAC Hessen-Thüringen schließlich im entscheidenden Qualifying: Mit einer Fabelrunde sicherte sich der Wiesbadener die Pole Position in der GT4 AM Klasse und stellte den Porsche auf einen überragenden dritten Gesamtrang des gesamten Starterfeldes.

Aufholjagd mit der schnellsten Rennpace des Feldes

Da sich in der European Endurance Challenge zwei Piloten das Cockpit teilen und die Zeiten beider Stints addiert werden, übernahm Jacob Trost das Steuer zur zweiten Rennhälfte auf Platz fünf der Klassenwertung. Was dann folgte, war eine Lehrstunde in Sachen Speed. Mit der konstant schnellsten Rennpace des gesamten Feldes pflügte Trost im ersten Rennen durch das Feld, machte Platz um Platz gut und überquerte die Ziellinie als grandioser Zweiter.

Nerven aus Stahl beim Karkassen-Abriss kurz vor der Box

Das zweite Rennen des Wochenendes entwickelte sich schließlich zu einem echten Krimi. Von Startplatz sechs aus überholte Trost früh den Führenden seiner Klasse und kämpfte sich bis auf den vierten Gesamtrang vor. Kurz vor dem Fahrerwechsel meldete das digitale Dashboard im Cockpit plötzlich einen rapide fallenden Reifendruck. Trost musste noch eine komplette, quälend lange Runde absolvieren, ehe sich die Reifen-Karkasse endgültig verabschiedete.

Auf nur noch drei intakten Reifen und einer blanken Felge bewies der junge Wiesbadener Nerven aus Stahl und brachte den waidwunden Boliden sicher zurück in die Boxengasse – eine Extremsituation, die selbst erfahrene Routiniers an ihre Grenzen bringt.

„Das war ein Moment, in dem man einen klaren Kopf behalten muss“, rekapitulierte Trost sichtlich erleichtert im anschließenden Fahrerlager-Gespräch. „Ich bin froh, dass ich das Auto heil in die Box gebracht habe. Der Rest lag dann beim Team, und die haben einen fantastischen Job gemacht.“ Die Mechaniker von Wimmerwerk Motorsport wechselten das Rad in Rekordzeit. Dank einer späten Safety-Car-Phase konnte das Duo den Zeitverlust in der Gesamtwertung beider Rennen erfolgreich minimieren.

Wiesbaden hat ein neues Motorsport-As

Am Ende des turbulenten Wochenendes belohnte sich das Team mit dem hochverdienten zweiten Platz in der GT4 AM Gesamtwertung. Zweites Rennwochenende, die erste Pole Position, die schnellste Rennpace und der Vize-Klassensieg vor internationalem Riesenpublikum – Jacob Trost entwickelt sich mit einer im Nachwuchssport seltenen Konsequenz. Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat definitiv ein neues, heißes Eisen im internationalen Automobilrennsport. Und das Beste daran: Dieser Junge hat gerade erst angefangen.

Mehr aktuelle Sportberichte, Ergebnisse aus den Rennserien und Nachrichten aus der Landeshauptstadt finden Sie täglich in unserer Sport-Rubrik auf  Wiesbadenaktuell.de.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


InfBox

Das Rennwochenende kompakt auf einen Blick:

  • Wer: Jacob Trost (19), Wiesbadener Rennfahrer und Förderpilot des ADAC Hessen-Thüringen.

  • Was: 2. Lauf der GTC European Endurance Challenge (Klasse GT4 AM).

  • Wo: Slovakiaring (Slowakei), im Rahmen der Truck-EM vor zehntausenden Zuschauern.

  • Fahrzeug: Porsche Cayman GT4 (Rennstall: Wimmerwerk Motorsport)

  • Ergebnisse: Pole Position im Qualifying, schnellste Rennpace in Rennen 1, Platz 2 in der Gesamtwertung beider Rennen.