Modernisierung
Großes ÖPNV-Upgrade Wiesbaden und Mainz: 107 neue High-Tech-Ticketautomaten mit 32-Zoll-Displays kommen!
Spürbarer Komfortsprung für alle Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr der beiden Nachbar-Landeshauptstädte. Am Montag haben ESWE Verkehr und die Mainzer Verkehrsgesellschaft den Startschuss für eine umfassende Modernisierung ihrer Vertriebsinfrastruktur bekannt gegeben. In einem millionenschweren Gemeinschaftsprojekt wurden insgesamt 107 hochmoderne stationäre Ticketautomaten der neuesten Generation bestellt. Die alten Geräte aus dem Jahr 2011 fliegen komplett raus. Die neuen Alleskönner bieten riesige Displays, modernste Bezahlfunktionen und setzen als eine der ersten in Deutschland die strengen Vorgaben zur Barrierefreiheit um.
Symbolfoto
Nach rund 15 Jahren im Dauereinsatz haben die bisherigen Fahrscheinautomaten an den Haltestellen ausgedient. Um den gestiegenen Anforderungen an Technik, Nutzerführung und digitalen Komfort gerecht zu werden, setzen die beiden Verkehrsunternehmen ESWE Verkehr und die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre bewährte Kooperation im Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) fort. Der Großauftrag zur Lieferung, Software-Implementierung und zum Hosting der neuen Systeme ging an die renommierte Almex GmbH. Von den 107 neuen Geräten werden 60 in Wiesbaden und 47 in Mainz aufgestellt.
Riesige 32-Zoll-Displays und intuitive Smartphone-Bedienung
Wer künftig an den Haltestellen in Wiesbaden und Mainz ein Ticket zieht, wird von einer völlig neuen Optik empfangen. Herzstück der neuen Automaten-Generation sind die großen 32-Zoll-Displays. Das Benutzerinterface wurde von Grund auf neu gestaltet und orientiert sich an der intuitiven Logik moderner Smartphone-Apps. Damit soll der Ticketkauf insbesondere für Gelegenheitskunden drastisch vereinfacht werden.
Fahrgäste haben beim Bezahlen die freie Wahl. Neben der klassischen Annahme von Bargeld (Münzen und Scheine) liegt der Fokus auf modernen, kontaktlosen und bargeldlosen Bezahlverfahren via EC-Karte, Kreditkarte oder Smartphone. Trotz der neuen Technik im Hintergrund bleiben alle gewohnten Tarifprodukte und Kernfunktionen der alten Automaten lückenlos erhalten. Das komplexe System bündelt dabei die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), des Rhein-Nahe Nahverkehrsverbunds (RNN) sowie des VMW.
Pioniere bei der Barrierefreiheit – Erleichterung für alle Fahrgäste
Ein echter Meilenstein ist die konsequente Umsetzung des neuen Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes. ESWE Verkehr und die Mainzer Mobilität gehören bundesweit zu den absoluten Vorreitern, die diese gesetzlichen Vorgaben im ÖPNV umsetzen. Die Geräte sind ergonomisch so gestaltet, dass sie auch von Rollstuhlfahrern problemlos bedient werden können. Eine verständliche Menüführung, unterstützende Sprachausgaben (Text-to-Speech) sowie fühlbare, taktile Elemente garantieren einen barrierearmen Zugang für Menschen mit Seh- oder Höreinschränkungen.
Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, betont die Bürgernähe des Projekts: „Mit der Neubeschaffung unserer Fahrkartenautomaten schaffen wir ein modernes, benutzerfreundliches und im Sinne der Barrierefreiheit konsequent zugängliches Angebot, gut verteilt im gesamten Stadtgebiet und damit nah an den Menschen. Insgesamt werden in Wiesbaden 60 Automaten aufgestellt, wobei fünf bestehende Standorte entfallen und fünf neue hinzukommen, wodurch das Vertriebsnetz sinnvoll optimiert wird.“
Mehr Pünktlichkeit im Busverkehr durch weniger Ticketkäufe beim Fahrer
Auch auf der anderen Rheinseite blickt man mit großen Erwartungen auf das Millionen-Projekt. Florian Wiesemann, Geschäftsführer der Mainzer Mobilität, sieht in den stationären Automaten einen wichtigen Hebel für einen besseren Betriebsablauf. „Die neuen Geräte erleichtern insbesondere Gelegenheitskundinnen und -kunden den Zugang zu unseren Angeboten und leisten einen wichtigen Beitrag, den Ticketverkauf in den Fahrzeugen weiter zu reduzieren und damit Pünktlichkeit und Betriebsstabilität zu verbessern. Die gemeinsame Beschaffung mit Wiesbaden zeigt zudem, wie Kooperationen im ÖPNV effizient umgesetzt werden können und Synergien schaffen.“
Wenn weniger Fahrgäste ihre Tickets erst beim Einstieg beim Busfahrer bar kaufen müssen, verkürzen sich die Standzeiten an den Haltestellen massiv – ein entscheidender Faktor für die Pünktlichkeit der Buslinien im dichten Stadtverkehr.
Umsetzungsplan
Torsten Seipelt von der Almex GmbH zeigt sich stolz über den Großauftrag aus dem VMW: „Besonders die Umsetzung für zwei Verkehrsunternehmen mit unterschiedlichen Tarifstrukturen zeigt die Flexibilität und Leistungsfähigkeit unserer Systeme.“ Wann genau die ersten neuen Geräte im Stadtgebiet aufgebaut werden und welche fünf Standorte in Wiesbaden konkret ausgetauscht werden, wollen die Verkehrsbetriebe in den kommenden Monaten bekannt geben.
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