Kriminalität
Pech für den Täter in Naurod: Einbrecher klingelt sturm, scheitert im Garten und rennt direkt in die Arme eines Freizeit-Polizisten
Einen denkbar schlechten Tag für sein kriminelles Vorhaben hat sich ein junger Mann am Samstag im Wiesbadener Stadtteil Naurod ausgesucht. Erst ging sein Plan missglücklich fehl, eine Hausbewohnerin durch Klingeln wegzulocken, dann wurde er im Garten ertappt. Auf der anschließenden Flucht rannte der mutmaßliche Einbrecher zu allem Überfluss auch noch einem Polizisten in die Arme, der privat in der Nachbarschaft unterwegs war. Die Handschellen klickten noch an einer Bushaltestelle.
Symbolfoto
Es war ein vermeintlich ruhiger Samstagmorgen, 6. Juni, in der beschaulichen Nauroder Siedlung Erbsenacker. Um etwa 10:39 Uhr suchte sich ein 18-jähriger Wiesbadener dort gezielt ein Einfamilienhaus aus, um einen Einbruch zu verüben. Mit einer gängigen Masche wollte er zunächst prüfen, ob die Luft rein ist.
Erst der Kontroll-Klingler, dann der Schock nach dem Duschen
Der junge Mann betrat das Grundstück und betätigte energisch die Hausklingel. Was er nicht wissen konnte, die 67-jährige Hauseigentümerin war durchaus zu Hause, befand sich zu diesem Zeitpunkt jedoch unter der Dusche. Da sie das Klingeln zwar hörte, sich aber verständlicherweise nicht abtrocknen wollte, ignorierte sie das Geräusch zunächst.
Der Täter wiegte sich dadurch in falscher Sicherheit und ging davon aus, dass das Gebäude leer steht. Er schlich um das Einfamilienhaus herum in den rückwärtigen Garten, um sich an den Fenstern oder Terrassentüren zu schaffen zu machen. Doch die Hausherrin war flink: Frisch geduscht trat sie kurz darauf an das Fenster und blickte in ihren Garten. Dort stand sie plötzlich Auge in Auge mit dem Unbekannten.
Geistesgegenwärtiger Schrei schlägt Täter in die Flucht
Die 67-Jährige reagierte goldrichtig und couragiert: Sie öffnete das Fenster und schrie den mutmaßlichen Einbrecher aus voller Kehle lautstark an. Der Ertappte verlor sofort die Nerven, drehte sich um und nahm panisch die Beine in die Hand. Er flüchtete vom Grundstück in Richtung der umliegenden Straßen.
Bei seiner Flucht hatte der junge Mann die Rechnung jedoch ohne die aufmerksame Nachbarschaft in Naurod gemacht. Ein Polizeibeamter, der in seiner Freizeit privat im Wohngebiet unterwegs war, wurde auf das Geschehen aufmerksam. Ohne zu zögern schaltete der Polizist in den Dienstmodus und nahm die Verfolgung des rennenden Mannes auf.
Festnahme an der Bushaltestelle – Einbrecherwerkzeug sichergestellt
Der sportliche Einsatz des Freizeit-Beamten zahlte sich schnell aus. An einer nahegelegenen Bushaltestelle konnte er den flüchtenden 18-Jährigen einholen, überwältigen und bis zum Eintreffen der alarmierten Streifenwagenbesatzung sicher fixieren.
Bei der anschließenden Durchsuchung des Heranwachsenden fanden die Beamten des zuständigen Reviers diverses deliktstypisches Einbrecherwerkzeug in seinen Taschen, was den Verdacht seines kriminellen Vorhabens zweifelsfrei bestätigte. Der junge Wiesbadener wurde für die weiteren strafprozessualen Maßnahmen auf die Wache verbracht. Nach Abschluss der polizeilichen Erstmaßnahmen und der Erkennungsdienstlichen Behandlung wurde er vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt. Er muss sich nun in einem entsprechenden Strafverfahren wegen versuchten schweren Diebstahls verantworten.
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