Verkehrsunfall

Böschung wirkte wie eine Schanze: Seat hebt auf der A66 ab und rasiert Baumkronen ab

Spektakulärer und folgenschwerer Unfall am frühen Sonntagmorgen auf der Autobahn 66. Weil ein 26-jähriger Autofahrer mutmaßlich stark alkoholisiert hinter dem Steuer saß, verlor er die Kontrolle über seinen Wagen. Die Autobahnböschung wirkte wie eine Startrampe: Der Pkw hob ab, überflog eine komplette Abfahrtsspur, rasierte die Krone eines Baumes ab und krachte schließlich mit dem Dach voran gegen einen Stamm. Trotz des völlig zerstörten Wracks grenzt es an ein Wunder, dass der schwerverletzte Fahrer noch selbstständig aus dem Auto klettern konnte.

Von: |Erschienen am: 7. Juni 2026 14:10|

Foto: Autobahnpolizei Wiesbaden

Riesiges Glück im Unglück hatte ein junger Mann aus Marburg in den frühen Morgenstunden des Sonntags, 7. Juni. Gegen 06:38 Uhr war der 26-Jährige mit seinem Seat auf der Autobahn 66 aus Richtung Wiesbaden kommend in Fahrtrichtung Frankfurt am Main unterwegs. Kurz vor der Anschlussstelle Hattersheim im Bereich von Hofheim am Taunus) nahm das Drama seinen Lauf.

Seat fliegt über komplette Abfahrtsspur

Aus bislang noch nicht abschließend geklärter Ursache kam der Marburger mit seinem Seat plötzlich nach rechts von der regulären Fahrbahn und dem dortigen Standstreifen ab. Abseits der Fahrbahnbegrenzung traf der Wagen auf die ansteigende Autobahnböschung, die in diesem Fall wie eine Schanze wirkte.

Das Fahrzeug hob ab und segelte unkontrolliert durch die Luft. Dabei überflog der Seat zunächst die komplette Abfahrtsspur der Anschlussstelle Hattersheim. Doch die Flugphase war damit noch nicht vorbei. Nach einer harten Landung im angrenzenden Grünstreifen sorgte der unebene Untergrund für ein erneutes, katapultartiges Abheben des Wagens.

Baumkrone abrasiert und auf dem Dach gelandet

Bei diesem zweiten unkontrollierten Flug rasierte der Seat die Krone eines kleineren Baumes ab und prallte in der Folge mit dem Dach voran gegen einen größeren Baumstamm. Durch die Wucht des Aufpralls kippte das Fahrzeug um und blieb schließlich schwer beschädigt auf dem Dach im Unterholz liegen.

Trotz der massiven Deformationen des Fahrzeugs und des heftigen Unfallhergangs schaffte es der 26-Jährige wie durch ein Wunder, sich aus eigener Kraft aus dem völlig zerstörten Wrack zu befreien. Orientierungslos und mit schweren äußeren Verletzungen schleppte er sich bis zu einer nahegelegenen Landstraße, wo er kurz darauf von den ersten Rettungskräften angetroffen wurde. Da das Auto tief im Grünbereich lag, konnte die exakte Unfallstelle von den Einsatzkräften erst kurz danach lokalisiert werden.

Verdacht auf Alkohol

Der junge Mann wurde nach einer medizinischen Erstversorgung vor Ort durch den Notarzt zur weiteren intensiven Untersuchung und Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert. Da er unter Schock stand und schwere Verletzungen davontrug, konnte er den Beamten der Autobahnpolizei noch keine schlüssigen Angaben zum genauen Unfallhergang machen.

Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten von der Autobahnpolizei Wiesbaden jedoch schnellen Verdacht auf Alkoholeinfluss fest. In der Folge wurde im Krankenhaus eine Blutentnahme angeordnet. Der Führerschein des 26-Jährigen wurde noch vor Ort von den Beamten sichergestellt. Auf ihn wartet nun ein umfangreiches Strafverfahren.

Totalschaden und aufwendige Bergung

An dem Seat entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Das Wrack musste mit Spezialgerät aufwendig aus dem Grünstreifen geborgen und von einem Abschleppdienst abtransportiert werden. Die Polizei beziffert den entstandenen Gesamtsachschaden auf rund 15.000 Euro.

Da bei dem Unfall erhebliche Mengen an Betriebsstoffen wie Öl und Kraftstoff ins Erdreich und auf die Fahrbahn gelaufen waren, rückte auch die Autobahnmeisterei Diedenbergen zur Absicherung und Reinigung der Unfallstelle aus.

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