Interkommunales Projekt
Wiesbaden und Region erhalten Förderung für neue Bioabfallvergärungsanlage
In Wiesbaden nimmt ein gemeinsames Projekt mit dem Rheingau‑Taunus‑Kreis Fahrt auf. Ein Förderbescheid des Landes ebnet den Weg für den Bau einer modernen Bioabfallvergärungsanlage, ein Vorhaben, das mehrere Kommunen einbindet und langfristig die regionale Entsorgung stärken soll.
Foto: ELW/Stadt Wiesbaden
Der hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck (CDU) überreichte am 2. Juni einen Förderbescheid über 75.000 Euro an die beiden Gesellschafter der B2P Bio2Power GmbH: den Rheingau‑Taunus‑Kreis, vertreten durch Landrat Sandro Zehner, und die Landeshauptstadt Wiesbaden, vertreten durch Dezernent Andreas Kowol. Die Förderung unterstützt den Aufbau einer neuen Bioabfallvergärungsanlage.
Hintergrund zur Gesellschaft
Die B2P Bio2Power GmbH wurde am 19. Februar 2025 in Wiesbaden gegründet. Die Anteile liegen jeweils zur Hälfte beim Rheingau‑Taunus‑Kreis und der Landeshauptstadt Wiesbaden, wobei letztere über ihre hundertprozentige Tochter MBA Wiesbaden GmbH beteiligt ist.
Über diese Gesellschaft werden die großen Abfallströme der Entsorgungsbetriebe (ELW) zentral gesteuert.
Ziel: Bau und Betrieb einer modernen Anlage
Kernaufgabe der neuen Gesellschaft ist der Bau und spätere Betrieb einer Bioabfallvergärungsanlage im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Wiesbaden und dem Rheingau‑Taunus‑Kreis.
Um die Anlage wirtschaftlich optimal auszulasten, sollen dort künftig auch Bioabfälle aus dem Rhein‑Lahn‑Kreis sowie der Wissenschaftsstadt Darmstadt verarbeitet werden. Als Standort ist die Deponie Dyckerhoffbruch vorgesehen. Der Start der Anlage ist für 2029 geplant.
Kapazitäten und Investitionen
Die geplante Bioabfallvergärungsanlage soll jährlich bis zu 60.000 Tonnen Bioabfall verarbeiten können. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 40 Millionen Euro. Errichtet wird sie nach aktuellem Stand der Technik und mit einer Aufbereitung, die den Biogasertrag deutlich steigert.
Das Konzept sieht zudem eine Biogasreinigung vor, um das erzeugte Gas in das städtische Gasnetz einspeisen zu können.
Technik auf dem neuesten Stand
Mit der modernen Ausrüstung setzt die Anlage auf effiziente und nachhaltige Verwertung organischer Abfälle im Dyckerhoffbruch in Wiesbaden.
Die Kombination aus Vergärung, optimierter Aufbereitung und Einspeisung von Biogas ins Gasnetz soll einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiegewinnung leisten. Der Förderbescheid ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.
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