Gemeinsamkeiten

Abschied und Aufbruch: Delkenheim gestaltet kirchliche Zukunft gemeinsam

In Wiesbaden‑Delkenheim beginnt für die evangelische Gemeinde und St. Stephan eine neue Phase: Nach der Profanierung zieht die katholische Gemeinde in den Ländchesdom und setzt damit ein deutliches Zeichen für ein gemeinsames ökumenisches Miteinander.

Von: |Erschienen am: 3. Juni 2026 16:58|

Foto: Anne Goerlich-Baumann

Ein gutes ökumenisches Miteinander prägt das Leben in Wiesbaden‑Delkenheim schon seit vielen Jahren. Zwischen der evangelischen Kirchengemeinde und der katholischen Gemeinde St. Stephan, die zur Pfarrei St. Birgid gehört, hat sich ein vertrauensvolles Verhältnis entwickelt.

Dieses soll künftig noch intensiver werden, denn St. Stephan wird nach der Profanierung am 20. Juni im evangelischen Gemeindezentrum und im Ländchesdom weitergeführt. Damit zieht gelebte Ökumene sichtbar in neue Räume ein, ein Schritt, der weit über Delkenheim hinaus Bedeutung hat.

Unerwartete Wendung in den Planungen

Dass sich die Situation so entwickeln würde, war vor wenigen Monaten kaum absehbar. Ursprünglich plante die Pfarrei St. Birgid, die Kirche St. Stephan durch einen kleineren Neubau zu ersetzen und einen Großteil des Grundstücks zur Finanzierung zu veräußern. Die Planungen waren weit fortgeschritten, Architekturbüros arbeiteten bereits intensiv an Entwürfen.

Doch drastische Sparvorgaben des Bistums Limburg und angekündigte Mittelkürzungen stellten das Projekt infrage. Gleichzeitig veränderte sich die Lage in der evangelischen Landeskirche: Die Gründung einer Gesamtgemeinde und neue Bewertungen der Bestandsgebäude eröffneten der evangelischen Gemeinde Delkenheim neue Perspektiven. So entstand die gemeinsame Frage: Geht da nicht etwas zusammen?

Gemeinsamer Weg statt getrennte Lösungen

Die Antwort fiel eindeutig aus. Beide Gemeinden entschieden sich für einen gemeinsamen Weg. Pfarrer Oliver Albrecht von der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer Frank Schindling von St. Birgid blicken dem neuen Miteinander mit großer Freude entgegen.

Die ökumenische Zusammenarbeit soll künftig sichtbarer, verbindender und alltagsnäher werden.

Abschied von St. Stephan

Bevor der gemeinsame Aufbruch beginnt, steht ein Abschied an. Am Samstag, 20. Juni, um 18:30 Uhr wird zusammen mit Domkapitular Olaf Lindenberg die Profanierung der Kirche St. Stephan in der Stuttgarter Straße 2 gefeiert.

Ein Moment, der von Trauer und Wehmut begleitet sein wird. „Umbrüche bergen immer beides – Altes müssen wir hinter uns lassen, damit Neues entstehen und wachsen kann. Beides braucht seinen Raum und seine Zeit“, sagt Pfarrer Frank Schindling.

Neuer Gottesdienstort im Ländchesdom

Bereits eine Woche später, am Samstag, 27. Juni, um 18:00 Uhr, wird der erste katholische Gottesdienst in „St. Stephan im Ländchesdom“ in der Dekan‑Lindenbein‑Straße 6 gefeiert.

Musikalisch begleitet wird er vom „Wiesbadener Kirchenblech“. Von diesem Zeitpunkt an findet dort jeden Samstag um 18:00 Uhr eine katholische Messe statt.

Ökumenischer Start nach den Sommerferien

Ein weiterer Meilenstein folgt am Sonntag, 16. August, um 15:00 Uhr. Dann feiern beide Gemeinden in Wiesbaden‑Delkenheim gemeinsam einen ökumenischen Start‑Gottesdienst im Ländchesdom.

Im Anschluss laden Oliver Albrecht und Frank Schindling mit ihren Teams zu einem gemeinsamen Fest ein, ein Nachmittag, der Raum für Begegnungen, Gespräche und den Beginn eines neuen Kapitels bietet.

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