Kuriose Anfragen
Wasser marsch, aber nicht für den Garten: Feuerwehr Wiesbaden ist keine Pool-Service-Hotline
Die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage lassen die Sehnsucht nach einer eiskalten Abkühlung im eigenen Garten massiv ansteigen. Doch bei der Umsetzung des Traums vom privaten Badeparadies greifen offenbar immer mehr Wiesbadener zum falschen Hörer. Die Feuerwehr der hessischen Landeshauptstadt meldet aktuell eine regelrechte Flut an kuriosen Anfragen zur Befüllung von privaten Pools und zum Verleih von Feuerwehrschläuchen. Die Retter reagieren nun mit einer klaren, aber humorvollen Ansage.
Symbolfoto
Es ist ein Phänomen, das mit jedem großen Sommer-Hochdruckgebiet verlässlich zurückkehrt. Sobald die Thermometer die 30-Grad-Marke knacken, boomt in den Baumärkten und Online-Shops der Verkauf von aufstellbaren Swimmingpools und großen Planschbecken. Doch wenn das riesige Becken erst einmal im heimischen Rasen steht, folgt schnell die Ernüchterung: Über den normalen Gartenschlauch dauert das Befüllen oft viele Stunden oder gar Tage. Wer da auf die Idee kommt, den Express-Service der Floriansjünger anzufordern, holt sich im Wiesbadener Feuerwehrzentrum jedoch eine humorvolle, aber unmissverständliche Abfuhr.
Blaulicht-Fahrzeuge sind kein Lieferdienst für Badewasser
Wie die Feuerwehr Wiesbaden am Montag, 1. Juni, offiziell mitteilt, häufen sich derzeit in der Zentrale die dreisten oder schlicht unwissenden Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern. Die Anfragen drehen sich im Kern um zwei Wünsche: Entweder soll ein Löschfahrzeug vorbeikommen und das Becken über den dicken Tank ratzfatz fluten, oder man möchte sich für das Wochenende mal eben ein paar professionelle B- oder C-Schläuche ausleihen.
Die Branddirektion stellt hierzu unmissverständlich klar: Die Feuerwehr bietet weder einen Pool-Befüllungsservice an, noch verleiht sie Ausrüstung für private Zwecke.
„Auch wenn wir den Wunsch nach einer schnellen Abkühlung bei den aktuellen Temperaturen durchaus nachvollziehen können, bitten wir die Bürgerinnen und Bürger, von entsprechenden Anfragen abzugeben“, heißt es in dem Appell der Retter. Zwar sind die roten Einsatzfahrzeuge standardmäßig mit Tausenden Litern Wasser und Hunderten Metern Schlauchmaterial bestückt – diese Ressourcen sind jedoch strikt für die eigentlichen Kernaufgaben, den Brandschutz und die Gefahrenabwehr, reserviert. Ein Löschfahrzeug, das im Garten beim Pool-Service feststeckt, fehlt im Ernstfall bei einem Wohnungsbrand.
Standrohr leihen – So klappt es legal über den Energieversorger
Wer sein Planschbecken oder den Luxus-Pool dennoch zügig und vor allem legal mit größeren Wassermengen füllen möchte, muss nicht verzagen. Der Weg führt hierbei jedoch nicht über die 112, sondern über den lokalen Netztbetreiber.
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Die Lösung: Wer geeignetes Material und größere Durchflussmengen benötigt, kann sich unkompliziert an den örtlichen Energieversorger – in Wiesbaden an die ESWE Versorgungs AG – wenden.
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Der Ablauf: Dort besteht für Privatpersonen die Möglichkeit, sich gegen eine Leihgebühr und eine Kaution ein sogenanntes Standrohr samt Wasserzähler auszuleihen. Dieses kann dann an einem nahegelegenen Unterflurhydranten auf der Straße angeschlossen werden, um den Pool vorschriftsmäßig und sicher mit klarem Trinkwasser zu speisen.
Für echte Notfälle – seien es Brände, schwere Unfälle, technische Hilfeleistungen oder akute medizinische Rettungsdiensteinsätze – steht die Feuerwehr Wiesbaden selbstverständlich weiterhin an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr unter der Notrufnummer 112 bereit. Für das private Freizeitvergnügen wünschen die Einsatzkräfte allen Wiesbadenern einen sicheren Sommer – und stets ausreichend Wasser im Pool, ganz ohne Blaulicht-Unterstützung.
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