Innenstadtimpulse

Park-Café und Sportarena: IHK warnt vor teuren Zuschusslösungen

In Wiesbaden rückt die Diskussion um zentrale Innenstadtimmobilien erneut in den Mittelpunkt. Die IHK fordert, gewerbliche Nutzungen stärker zu berücksichtigen und warnt vor finanziellen Risiken. Welche Standorte betroffen sind und welche Optionen derzeit geprüft werden, zeigt die aktuelle Debatte.

Von: |Erschienen am: 26. Mai 2026 18:38|

Archivfoto

Mehrere zentrale Immobilien in Wiesbaden stehen derzeit leer. Vor diesem Hintergrund spricht sich die IHK Wiesbaden dafür aus, wirtschaftlich tragfähige Nutzungen in der Innenstadt konsequent zu priorisieren.

In der kommenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung soll unter anderem die mögliche Unterbringung des kuenstlerhaus43 im Park-Café thematisiert werden.

Leerstand an Schlüsselstandorten

Zu den seit längerem ungenutzten Gebäuden zählen Karstadt, die Citypassage, das Walhalla, die Sportarena in der Langgasse sowie das Park-Café an der Wilhelmstraße. IHK-Präsident Jörg Brömer betont die Bedeutung einer wirtschaftlichen Perspektive:

„Aus Sicht der IHK ist klar: Wo immer es gewerbliche Interessenten für Handel, Gastronomie oder Dienstleistungen gibt, muss eine entsprechende Nutzung grundsätzlich ermöglicht werden. Gewerbliche Nachnutzungen müssen Vorrang haben.“

Park-Café: Diskussion um kulturelle Nutzung

Der Vorschlag, das kuenstlerhaus43 im Park-Café unterzubringen, würde eine kulturelle Nutzung in bester Innenstadtlage bedeuten. Allerdings lägen die jährlichen Mietkosten mit rund 186.000 Euro deutlich über den bisherigen 34.450 Euro. Zusätzlich könnten weitere Ausgaben für den Theaterbetrieb entstehen

. Brömer kritisiert: „Mit Blick auf die aktuelle Haushaltslage ist es nur schwer zu rechtfertigen, in besten Lagen wie der Wilhelmstraße oder der Fußgängerzone dauerhaft Zuschussgeschäfte zu generieren.”

Kultur oder Gastronomie

Parallel dazu meldet die Eigentümerin WiBau erneut gastronomisches Interesse an der Immobilie. Nach dem Aus des geplanten „Moriki“-Restaurants seien alternative Konzepte weiterhin denkbar. Aus Sicht der IHK sollte geprüft werden, welche gewerblichen Modelle wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden können.

Sportarena: Einzelhandel zeigt Interesse

Auch für die leerstehende Sportarena in der Langgasse sieht die IHK Potenzial. Das Gebäude wurde nach der Insolvenz des früheren Betreibers von der SEG übernommen. Nach einer Zwischennutzung folgt ab Mai 2026 das Projekt „WerkRaum“ des Stadtmuseums.

Nach Angaben der IHK gibt es konkrete Anfragen namhafter Einzelhändler. Die Immobilie gilt aufgrund ihrer großen, zusammenhängenden Verkaufsfläche als attraktiv. Eine Analyse der GMA aus dem Jahr 2025 bescheinigt dem Standort die Fähigkeit, zusätzliche Kaufkraft aus dem Umland nach Wiesbaden zu ziehen. Brömer unterstreicht: „Die Sportarena ist prädestiniert für den Einzelhandel. Aufgrund der Verkaufsfläche kann sie eine wichtige Magnetwirkung entfalten und dauerhaft für Frequenz in der Innenstadt sorgen – davon profitieren auch die umliegenden Betriebe.“

Innenstadtbelebung und Haushaltsdisziplin

Abschließend verweist die IHK Wiesbaden auf die Notwendigkeit, wirtschaftliche und kulturelle Interessen in Einklang zu bringen, um Leerstand zu vermeiden und die Innenstadtentwicklung voran zu bringen. „Kulturelle Einrichtungen und Projekte brauchen attraktive Perspektiven in Wiesbaden. Oberstes Ziel muss gleichzeitig sein, die Innenstadt zu beleben, und Kaufkraft nach Wiesbaden zu ziehen, denn auch davon profitiert die Kulturszene langfristig“, so Brömer.

„In der aktuellen Haushaltslage gilt: Jeder öffentliche Euro kann nur einmal ausgegeben werden und sollte dort eingesetzt werden, wo er die größte Wirkung für die Stadt insgesamt entfaltet.“

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