Nötigung im Straßenverkehr
Autobahn-Blockade auf der A3: Polizei stoppt Hochzeitskorso nach kilometerlanger Ausbremser-Aktion
Am Sonntagnachmittag blockierte ein großer Autokorso die Bundesautobahn 3 in Fahrtrichtung Frankfurt. Rund 20 bis 30 Fahrzeuge besetzten über mehrere Kilometer hinweg alle drei Fahrstreifen und bremsten den nachfolgenden Verkehr rigoros aus. Die Autobahnpolizei stoppte die Kolonne schließlich bei Niedernhausen – auf die Fahrer kommt nun ein Strafverfahren zu.
Symbolfoto
Ein vermeintlicher Grund zum Feiern hat am Sonntagnachmittag, 24. Mai, zu erheblichen Behinderungen und gefährlichen Situationen auf der Autobahn 3 geführt. Um etwa 14:53 Uhr gingen bei den Polizeileitstellen gleich mehrere Notrufe von verärgerten und gefährdeten Autofahrern ein. Sie meldeten eine Kolonne aus circa 20 bis 30, teils sehr hochwertigen Fahrzeugen, die auf Höhe von Limburg auf die Autobahn in Richtung Frankfurt aufgefahren war und sofort die gesamte Fahrbahnbreite für sich beanspruchte.
Mit 80 km/h über alle drei Spuren: Überholen absolut unmöglich
Die Teilnehmer des Korsos riiegelten systematisch alle drei Fahrstreifen ab, sodass ein Überholen für den nachfolgenden Verkehr absolut unmöglich gemacht wurde. Mit einer herabgesetzten Geschwindigkeit von gerade einmal rund 80 km/h zog sich die Blockade-Aktion über etliche Kilometer hinweg durch den Taunus. An vielen der Fahrzeuge waren Flaggen angebracht, zudem deutete die gesamte Aufmachung der Wagen stark auf eine traditionelle Hochzeitsgesellschaft hin.
Hinter der bummelnden Kolonne staute sich der reguläre Verkehr innerhalb kürzester Zeit massiv zurück. Zahlreiche genervte und genötigte Verkehrsteilnehmer mussten über Kilometer hinweg hinter den Blockierern verharren.
Autobahnpolizei Wiesbaden fängt Kolonne bei Niedernhausen ab
Die Blockadefahrt fand schließlich an der Anschlussstelle Niedernhausen ein jähes Ende. Dort hatte sich die Autobahnpolizei Wiesbaden bereits mit mehreren Funkstreifenwagen strategisch in Position gebracht und erwartete den Korso.
Den Beamten gelang es, eine Vielzahl der beteiligten Fahrzeuge sicher von der Autobahn zu lotsen, zu stoppen und einer umfassenden Personenkontrolle zu unterziehen. Bei den Fahrern handelte es sich um Männer unterschiedlicher Altersgruppen. Auf die Frage nach dem Grund für die Aktion gaben die Kontrollierten lediglich an, auf dem Weg zu einem „Fest“ zu sein.
Strafverfahren wegen Nötigung eingeleitet Zeugen und Geschädigte gesucht
Für die blockierenden Fahrer hat die Aktion nun ein juristisches Nachspiel. Die Polizei leitete noch vor Ort gegen die identifizierten Autofahrer Ermittlungsverfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ein.
Da der Korso am stark frequentierten Sonntagnachmittag auf der A3 unterwegs war, sucht die Autobahnpolizei nun nach weiteren Zeugen sowie konkret geschädigten Autofahrern, die durch die Blockade ausgebremst oder gefährdet wurden. Hinweise oder Dashcam-Aufnahmen nimmt die Polizei unter der zentralen Rufnummer 0611 / 345-0 entgegen.
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