Verkehr
Hiobsbotschaft für Pendler: Vollsperrung der A671 auf der Mainbrücke Hochheim verzögert sich um mehrere Wochen
Das Schlimmste hat sich bewahrheite: Die ohnehin schon nervenaufreibende Vollsperrung der Autobahn 671 zwischen Hochheim und Gustavsburg verlängert sich drastisch. Bei den laufenden Instandsetzungsarbeiten an der Mainbrücke haben Experten massive, zuvor unsichtbare Rostschäden an der Stahlkonstruktion entdeckt. Die Autobahn GmbH musste die Notbremse ziehen. Statt einer schnellen Freigabe muss nun die komplette Brückenfläche aufwendig saniert werden.
Symbolfoto
Autofahrer und Pendler im Rhein-Main-Gebiet brauchen weiterhin extrem starke Nerven. Was als geplante Instandsetzung der Fahrbahnübergänge begann, hat sich zu einer echten Großbaustelle mit massiven Verzögerungen entwickelt. Wie die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes in einem dringenden Update mitteilt, bleibt die Autobahn 671 zwischen den Anschlussstellen Hochheim-Süd (5) und Gustavsburg (6) in beide Fahrtrichtungen noch wochenlang voll gesperrt. Nach aktuellem Stand wird die Brücke erst im Juli 2026 wieder für den Verkehr freigegeben.
Rostschäden unter dem Asphalt – Konstruktion muss saniert werden
Der Grund für die drastische Bauzeitverlängerung kam erst ans Licht, als die Arbeiter die oberste Schicht der Brücke freilegten. In den angrenzenden Bereichen der Fahrbahnübergänge stießen die Ingenieure auf erhebliche Rostschäden am sogenannten Deckblech – jener zentralen Stahltafel, auf der die gesamte Fahrbahn aufliegt. Über die Jahre war Kleinstmengen an Oberflächenwasser unbemerkt in die Konstruktion eingedrungen und hat das Metall großflächig angegriffen. Vorab waren diese Schäden von außen nicht erkennbar.
Um das Ausmaß der Misere zu prüfen, wurde die Asphalt- und Schutzschicht großflächig abgetragen. Das bittere Ergebnis: Die Schäden sind so gravierend, dass die gesamte Brückenfläche grundlegend saniert werden muss. Die Arbeiten laufen bereits unter Hochdruck und umfangen einen komplexen Katalog. Das schadhafte Fahrbahnblech muss ausgetauscht, die Konstruktion neu versiegelt, Gussasphalt als Deckschicht aufgebracht und schließlich die gesamte Straßenausstattung mitsamt Markierungen und Leitplanken neu errichtet werden.
Hoffnungsschimmer – Prüfung einer einspurigen Not-Öffnung
Da die Vollsperrung den Berufsverkehr in der Region massiv belastet, sucht die Autobahn GmbH verzweifelt nach Zwischenlösungen. Parallel zu den laufenden Hauptarbeiten prüfen die Ingenieure derzeit spezielle Baukonzepte, die eine frühere, teilweises Öffnung der Mainbrücke ermöglichen könnten. Ziel ist es, den Verkehr zumindest mit einem Fahrstreifen pro Fahrtrichtung über die Brücke zu leiten, bevor im Juli die endgültige Verkehrsfreigabe erfolgt. Sobald hierzu eine Entscheidung fällt, will die Behörde sofort informieren.
Die großräumigen Umleitungsempfehlungen im Überblick:
Solange die Brücke voll gesperrt ist, gelten weiterhin die bekannten, weiträumigen Umgehungsstrecken. Autofahrer werden dringend gebeten, den Bereich zu umfahren:
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In Fahrtrichtung Darmstadt:
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Ab dem Schiersteiner Kreuz via A643 Mainz, A60 und A67.
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Ab dem Wiesbadener Kreuz via A3 Richtung Würzburg und die A67.
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Ab der Anschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim via A66 Richtung Frankfurt.
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In Fahrtrichtung Wiesbaden:
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Ab dem Rüsselsheimer Dreieck via A3 Richtung Köln.
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Ab dem Mainspitz-Dreieck entweder via A60 und A643 oder via A60, A67 und A3 (Richtung Köln).
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Gute Nachrichten für Fußgänger und Radler, der bestehende Gehweg auf der Mainbrücke direkt neben der Fahrbahn ist von der Vollsperrung nicht betroffen und kann weiterhin genutzt werden. Aus Sicherheitsgründen kann es hier im Zuge der Arbeiten lediglich zu kurzzeitigen, minutenweisen Sperrungen kommen.
Die Autobahn GmbH bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die unvermeidbaren Behinderungen und empfiehlt, unbedingt auf die aktuellen Rundfunkmeldungen zu achten und deutlich mehr Fahrtzeit für die täglichen Routen einzuplanen.
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