Würdiges Gedenken

Ehrengrab für Hessens früheren Ministerpräsidenten bleibt bestehen

In Wiesbaden wurde jetzt die Verlängerung des Ehrengrabes von Georg August Zinn beschlossen. Die Entscheidung würdigt das politische Wirken des früheren Ministerpräsidenten und die Bedeutung sein Lebensweg.

Von: |Erschienen am: 22. Mai 2026 17:31|

Symbolfoto

Der Magistrat und der Ältestenrat der Landeshauptstadt haben entschieden, das Ehrengrab von Georg August Zinn auf dem Nordfriedhof bis zum 1. April 2055 zu verlängern. Damit würdigt Wiesbaden das politische Wirken des früheren Ministerpräsidenten und Ehrenbürgers.

Bedeutung für Hessen und Wiesbaden

„Georg-August Zinn war der Architekt des modernen Hessens. Er prägte unser Bundesland wie kaum ein anderer. Der Wiederaufbau der kriegszerrütteten Städte und die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen waren damals riesige Herausforderungen.

Bis heute ist er ein Vorbild an Tatkraft, Weitsicht und Gemeinsinn. Hessen und Wiesbaden haben ihm viel zu verdanken. Aufgrund seiner langjährigen politischen Tätigkeit gebührt ihm die Würdigung durch die Verlängerung seines Ehrengrabes“, teilt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) mit.

Lebensweg eines prägenden Politikers

Georg August Zinn wurde am 27. Mai 1901 geboren und war Ehrenbürger der Landeshauptstadt Wiesbaden. Nach seinem Jurastudium ließ er sich 1931 als Anwalt in Kassel nieder und wurde bereits mit 28 Jahren für die SPD in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich weiter politisch und wurde 1947 Landesvorsitzender der SPD. Als einer der Väter des Grundgesetzes wirkte er im Parlamentarischen Rat in Bonn mit.

1950 wurde Zinn zum zweiten Hessischen Ministerpräsidenten gewählt – und war damals der jüngste Amtsinhaber in der Bundesrepublik. Dieses Amt führte er bis 1969. Für sein Engagement erhielt er 1966 den Ehrenbürgerbrief der Landeshauptstadt sowie einen Eintrag in das Goldene Buch. Georg August Zinn starb am 27. März 1976 in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen und bleibende Spuren

Georg August Zinn wurde 1953 mit dem Großkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrt und erhielt 1971 die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen. Er war Ehrenbürger der Städte Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel.

Nach seinem Tod wurden zahlreiche Schulen und Straßen nach ihm benannt, darunter die Georg-August-Zinn-Straße in Wiesbaden, an der die Staatskanzlei des Ministerpräsidenten Hessens liegt.

Kriterien für Ehrengräber

Ehrengräber der Landeshauptstadt Wiesbaden werden Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Stadt verdient gemacht haben oder deren herausragende Leistungen in kommunalpolitischen, kulturellen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Bereichen gewürdigt werden.

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