Demokratieschutz
75 Jahre LfV Hessen: Hessen würdigt Sicherheitsarbeit
In Wiesbaden hat der Landtag das 75‑jährige Bestehen des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen gewürdigt. Die Debatte zeigte, wie sich Aufgaben und Bedrohungslagen im Laufe der Jahrzehnte verändert haben und welche Rolle das Amt heute für den Schutz der Demokratie spielt.
Archivfoto: LfV
Der Hessische Landtag hat in Wiesbaden das 75‑jährige Bestehen des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen geehrt. Die Behörde, 1951 gegründet, arbeitet seit Jahrzehnten als Frühwarnsystem und Nachrichtendienst im Hintergrund mit dem Ziel, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu schützen.
Einsatz für die Demokratie
Innenminister Roman Poseck (CDU) betonte in der Landtagsdebatte die Bedeutung des Amtes: „75 Jahre Landesamt für Verfassungsschutz – das sind 75 Jahre Einsatz für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung. Sicherheit und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen jeden Tag aufs Neue geschützt und verteidigt werden.“
Die Gründung des LfV sei eine direkte Konsequenz aus den Erfahrungen der Weimarer Republik und der NS‑Zeit gewesen.
Veränderte Bedrohungslagen
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Herausforderungen für den Verfassungsschutz stark gewandelt. Vom Kalten Krieg über den Linksterrorismus der RAF, islamistischen Terror nach 2001 bis hin zum NSU‑Komplex, immer wieder musste sich das Amt neu ausrichten.
Poseck erinnerte daran, dass Behörden und Menschen fehlbar seien, und verwies auf die notwendige Neustrukturierung nach dem NSU‑Komplex. Kritische Aufarbeitung und kontinuierliche Weiterentwicklung seien unverzichtbar.
Aktuelle Gefahren für die Demokratie
Heute sieht sich das LfV einer Vielzahl an Bedrohungen gegenüber. Rechtsextremismus bleibt laut Poseck die größte Gefahr, ergänzt durch Linksextremismus, Islamismus und die Reichsbürgerszene.
Seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine rücken zudem hybride Bedrohungen wie Desinformation, Cyberangriffe sowie Spionage stärker in den Fokus. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel habe zudem eine neue Welle des Antisemitismus ausgelöst.
Stärkung und Prävention
Der Innenminister hob in Wiesbaden hervor, dass Hessen den Verfassungsschutz in den vergangenen Jahren gezielt gestärkt habe, unter anderem durch mehr Personal, neue Befugnisse und den Ausbau der Präventionsarbeit.
Besonders junge Menschen gerieten zunehmend in den Fokus extremistischer Gruppen, die soziale Medien für ihre Zwecke nutzten. „Ich bin zuversichtlich, dass das LfV auch den künftigen Herausforderungen gewachsen sein wird“, sagte Roman Poseck. „Sicherheit und Freiheit sind keine Gegensätze – sie bedingen einander.“
Ein Blick auf die Geschichte
Das Landesamt für Verfassungsschutz zählt zu den ältesten seiner Art in Deutschland. Seit seiner Gründung hat es sich stetig weiterentwickelt und an neue Bedrohungslagen angepasst. Neben der Arbeit als Inlandsnachrichtendienst übernimmt das LfV Hessen auch Sicherheitsüberprüfungen und unterstützt Behörden sowie Unternehmen.
Die Mitarbeiter stammen aus unterschiedlichen Berufsbereichen, verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel: den Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
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