Dialog

„Tiktokisierung des Extremismus“: Polizei und Vereine diskutieren über digitale Gefahren

Wie radikalisieren sich junge Menschen heute? Am Mittwochabend lud der Arbeitskreis "Sicherheit für Alle“ in Wiesbaden zu einer spannenden Informationsveranstaltung ein. Im Zentrum stand eine besorgniserregende Entwicklung: Die subtilen Strategien, mit denen Extremisten soziale Medien fluten.

Von: |Erschienen am: 14. Mai 2026 10:23|

Foto: Polizeipräsidium Westhessen

Seit 2010 ist der Arbeitskreis „Sicherheit für Alle“ eine feste Institution in der hessischen Landeshauptstadt, um das Vertrauen zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und der Polizei zu stärken. Am Mittwochabend, 13. Mai, organisierten die Migrationsbeauftragten des Polizeipräsidiums Westhessen, Samir Bouhmara und Cengiz Colak,  in der Aula der Schule am Mosbacher Berg einen hoch interessanten Austausch, der aktueller kaum sein könnte.

Sicherheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Polizeivizepräsidentin Katrin Thaler betonte zur Begrüßung, dass Sicherheit weit über rein polizeiliche Arbeit hinausgeht. „Sicherheit ist die Basis des gemeinschaftlichen Zusammenlebens“, so Thaler. Ein offener Dialog mit migrantischen Organisationen und Vereinen sei unerlässlich, um Sicherheit aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive zu denken.

Die Strategien der Extremisten auf TikTok & Co.

Unter dem Schlagwort „Tiktokisierung des Extremismus“ lieferte Lea Plavcic vom Hessischen Verfassungsschutz (Kompetenzzentrum Rechtsextremismus) tiefe Einblicke in die digitale Welt. Der Fachvortrag verdeutlichte: Extremistische Gruppierungen nutzen heute hochmoderne, oft subtile Methoden, um Jugendliche über Plattformen wie TikTok anzusprechen.

Dabei blickten die Experten auf verschiedene Phänomenbereiche:

  • Rechtsextremismus und Antisemitismus

  • Islamismus

  • Linksextremismus

Das Ziel der Akteure ist dabei oft gleich: Über emotionale Videos und scheinbar einfache Antworten auf komplexe Fragen junge Menschen in ihre Ideologien zu ziehen.

Prävention durch Vernetzung

In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer – darunter Vertreter zahlreicher Wiesbadener Gemeinden und Vereine – einig: Nur durch frühe Sensibilisierung und Aufklärung lassen sich Jugendliche stärken. Ein zentraler Punkt war dabei die Vernetzung der Gemeinden untereinander, um in der Jugendarbeit effizienter auf digitale Trends reagieren zu können.

Nach dem offiziellen Ende um 20:00 Uhr wurde der Austausch bei einem gemeinsamen Abendessen vertieft. Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der direkte Draht zwischen den Sicherheitsbehörden und der Stadtgesellschaft ist, um gemeinsam gegen Radikalisierung vorzugehen.

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