Dialog
„Tiktokisierung des Extremismus“: Arbeitskreis „Sicherheit für Alle“ diskutiert digitale Radikalisierung
In Wiesbaden stand am Mittwochabend die Rolle sozialer Medien bei der Radikalisierung junger Menschen im Fokus. Der Arbeitskreis "Sicherheit für Alle“ setzte mit Fachvortrag und Austausch ein Zeichen für Prävention, Dialog und Zusammenarbeit.
Foto: Polizeipräsidium Westhessen
In der Aula der Schule am Mosbacher Berg fand am Mittwochabend, 13. Mai, die jüngste Veranstaltung des Arbeitskreises „Sicherheit für Alle“ statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Tiktokisierung des Extremismus“ – also die Frage, wie extremistische Gruppen soziale Medien nutzen, um junge Menschen gezielt anzusprechen und zu beeinflussen.
Dialog zwischen Polizei und Communities
Organisiert wurde der Abend von den Migrationsbeauftragten des Polizeipräsidiums Westhessen, Samir Bouhmara und Cengiz Colak. Teilgenommen haben Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, migrantischer Organisationen, Gemeinschaften und Vereine. Der Arbeitskreis besteht seit 2010 und verfolgt das Ziel, Vertrauen zu stärken, Prävention zu fördern und den Dialog zwischen Polizei und Bevölkerung mit Migrationshintergrund zu intensivieren.
Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
In ihrer Begrüßung betonte Vizepräsidentin Katrin Thaler die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs. Sicherheit sei nicht allein Aufgabe der Polizei, sondern Grundlage des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und brauche Austausch, Verständnis und Zusammenarbeit. Gerade dieser Ansatz prägte den Abend, an dem deutlich wurde, wie wichtig verlässliche Kooperation für eine starke Präventionsarbeit ist.
Extremismus in sozialen Medien
Den fachlichen Impuls lieferte Lea Plavcic vom Kompetenzzentrum Rechtsextremismus des Landesamts für Verfassungsschutz Hessen. Sie gab Einblicke in aktuelle Erscheinungsformen extremistischer Strategien in sozialen Netzwerken. Dabei wurden verschiedene Phänomenbereiche in den Blick genommen, darunter Rechtsextremismus, Islamismus, Linksextremismus und Antisemitismus.
Prävention und Aufklärung im Fokus
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Prävention, Aufklärung und Vernetzung zentrale Bausteine im Umgang mit extremistischen Einflüssen im digitalen Raum sind. Die Teilnehmenden hoben hervor, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig zu sensibilisieren und zu stärken. Auch die enge Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander wurde als entscheidend für eine wirksame Jugendarbeit bezeichnet.
Austausch bis in den Abend
Die Veranstaltung endete offiziell um 20:00 Uhr, anschließend vertiefte ein gemeinsames Abendessen den Austausch zwischen den Teilnehmenden. Damit setzte der Abend nicht nur inhaltlich, sondern auch im Miteinander ein wichtiges Zeichen für Prävention und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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