Rettungseinsatz

Reizgasaustritt in Wiesbadener Sprachschule – 34 Betroffene, Polizei ermittelt

Großalarm in der Wiesbadener Innenstadt am Freitagnachmittag. Nach einem Reizgasaustritt im Treppenhaus einer Sprachschule mussten 34 Personen medizinisch versorgt werden. Ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungsdienst war stundenlang im Einsatz. Unter den Verletzten waren auch Kinder.

Von: |Erschienen am: 8. Mai 2026 18:30|

Symbolfoto

Schreckmoment am Freitagnach, 8. Mai, in der Wiesbadener Innenstadt Nachmittag füllte sich das Treppenhaus eines Gebäudes am Mauritiusplatz, in dem eine Sprachschule untergebracht ist, mit einem beißenden Gas. Binnen Minuten klagten zahlreiche Personen über starke Atemwegsreizungen und Hustenanfälle.

Großeinsatz ausgelöst

Aufgrund der hohen Anzahl an Betroffenen und der zunächst völlig unklaren Stofflage löste die Leitstelle das Einsatzstichwort „MANV 10“ Massenanfall von Verletzten aus. Dies sorgt dafür, dass sofort überregionale Rettungskräfte und zusätzliche Notärzte an den Einsatzort beordert werden.

Insgesamt zählten die Rettungskräfte vor Ort 34 verletzte Personen. Besonders dramatisch. Unter den Betroffenen befanden sich 24 Kinder sowie zehn Erwachsene. Sie alle mussten durch den Rettungsdienst gesichtet, erstversorgt und auf ernsthafte Schädigungen der Atemwege untersucht werden.

Entwarnung nach medizinischer Sichtung

Trotz der hohen Anzahl an Verletzten konnte glücklicherweise nach einer intensiven medizinischen Kontrolle Entwarnung gegeben werden.  Ernsthafte Verletzungen wurden bei den Kindern und Erwachsenen nicht festgestellt.

Die meisten Personen konnten nach der Sichtung und einer kurzen Betreuung vor Ort wieder entlassen werden.

Die Berufsfeuerwehr Wiesbaden, die mit Kräften der Feuerwachen 1, 2 und 3 vor Ort war, ging unter Atemschutz in das Gebäude vor. Der Treppenraum wurde mit Hochleistungslüftern vom Reizgas befreit und anschließend mit Messgeräten kontrolliert, bis keine Schadstoffkonzentration mehr nachweisbar war.

Polizei ermittelt zur Ursache

Wie das Reizgas in das Treppenhaus gelangen konnte, ist derzeit noch völlig unklar. Die Polizei hat vor Ort die Ermittlungen aufgenommen und prüft, ob das Gas vorsätzlich – etwa durch das Versprühen von Pfefferspray – oder durch einen technischen Defekt freigesetzt wurde.

Während des Rettungseinsatzes kam es im Bereich rund um den Mauritiusplatz und die angrenzenden Fußgängerzonen zu massiven Verkehrsbehinderungen. Zahlreiche Rettungswagen aus Wiesbaden und dem benachbarten Rheingau-Taunus-Kreis waren im Einsatz, um die große Anzahl an Patienten zu versorgen.

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