Statistik

Wiesbadener Arbeitsmarkt tritt im April weiter auf der Stelle

In der Landeshauptstadt zeigt sich der Arbeitsmarkt im April von einer Seite, die Fragen offenlässt: Ein Frühjahsaufschwung ist bisher nicht zu erkennen. Trotz kleiner Lichtblicke bleibt das Gesamtbild in Wiesbaden überraschend träge und deutet auf Entwicklungen hin, die genaueres Hinsehen verlangen. Beunruhigend ist der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit im SGB III.

Von: |Erschienen am: 30. April 2026 13:58|

Symbolfoto: Agentur für Arbeit Wiesbaden

Im Agenturbezirk Wiesbaden ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im April zwar minimal gesunken, doch bleibt die Entwicklung im Rahmen der üblichen saisonalen Effekte.

Insgesamt verharrt die Arbeitslosenquote, für Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis zusammen betrachtet, weiterhin bei 7,1 Prozent und liegt damit über dem Niveau des Vorjahres. Eine grundlegende Veränderung der Lage zeichnet sich wie bereits im Februar und März nicht ab.

Stellenmarkt ohne Impulse

Auch der Blick auf den Stellenmarkt liefert keine positiven Signale. Sowohl die neu gemeldeten Arbeitsstellen als auch der Bestand an offenen Stellen bleiben hinter den Werten des Vorjahres zurück.

Der für das Frühjahr typische Aufschwung bleibt damit aus, was sich in einem weiterhin eingetrübten Geschäftsklima widerspiegelt.

Wirtschaftliche Unsicherheiten bremsen

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Viele Unternehmen halten sich angesichts hoher Unsicherheiten, geopolitischer Konflikte, steigender Energiepreise und verhaltener Geschäftserwartungen zurück“, sagt Dr. Martin Stallmann, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Wiesbaden.

„Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus und begrenzt die Dynamik.“
Er betont zudem, wie wichtig es sei, Übergänge in Beschäftigung gezielt zu unterstützen und Betriebe bei passgenauen Besetzungen zu begleiten.

Entwicklung im Agenturbezirk

Im April waren im Agenturbezirk Wiesbaden 18.722 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 187 weniger als im März, aber 465 mehr als vor einem Jahr. Während im Rechtskreis SGB III, Empfänger von Arbeitslosengeld, ein deutlicher Anstieg im Jahresvergleich zu verzeichnen ist, sank die Zahl der Arbeitslosen im SGB II, Bürgergeldempfänger,  gegenüber dem Vorjahr leicht. Rund 69 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch das Jobcenter betreut.

Bewegung gab es bei den Zu- und Abgängen: 2.987 Personen meldeten sich neu arbeitslos, 3.185 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. 1.081 von ihnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf.

Stellenzugänge weiter rückläufig

Mit 490 neu gemeldeten Stellen liegt der April deutlich unter dem Vormonat. Insgesamt befanden sich 2.278 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Besonders gefragt waren Arbeitskräfte in wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, in technischen Dienstleistungen sowie in der öffentlichen Verwaltung.

Beschäftigung steigt leicht

Zum Stichtag 31. Oktober 2025 waren im Agenturbezirk Wiesbaden 199.612 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig. Das ist ein Plus von 356 gegenüber dem Vormonat und 1.959 mehr als im Vorjahr.

Stadt Wiesbaden im Überblick

In der Landeshauptstadt sank die Zahl der Arbeitslosen im April auf 13.410 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 68 gegenüber März, jedoch einem Anstieg um 323 im Jahresvergleich. Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,2 Prozent stabil auf hogem Niveau.

Im SGB III stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich, während im SGB II ein leichter Rückgang verzeichnet wurde. 2.181 Menschen meldeten sich neu arbeitslos, 2.250 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Der Stellenmarkt zeigte auch hier Schwäche: 317 neue Stellen wurden gemeldet, 116 weniger als im März.

Rheingau-Taunus-Kreis mit leichtem Rückgang

Im Rheingau-Taunus-Kreis sank die Arbeitslosigkeit im April auf 5.312 Personen, ein Minus von 119 gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich ergibt sich auf dem Arbeitsmarkt jedoch ein Anstieg um 142 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 5,2 Prozent.

Während im SGB III, wie in Wiesbaden, ein deutlicher Anstieg im Jahresvergleich sichtbar ist, sank die Zahl der Arbeitslosen im SGB II leicht. 806 Menschen meldeten sich neu arbeitslos, 935 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Mit 173 neu gemeldeten Stellen bleibt auch hier der Stellenmarkt hinter den Erwartungen zurück.

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