Krisenmanagement
Unruhen im Gesundheitsamt: Stadt legt Analyseplan vor
In Wiesbaden bleibt die Lage rund um das Gesundheitsamt weiter angespannt. Nach einer Stellungnahme des Amtsleiters und eines neuen anonymen Schreibens erläutert das Rathaus seine Strategie und setzt auf ein Verfahren, das mehr Klarheit zu den allgemeinen Vorwürfen bringen soll. In Bezug auf die konkret formulierten Anschuldigungen gibt es bereits klare Erkenntnisse.
Archivfoto
In den vergangenen Wochen wurden mit mehreren anonymen Email, die mit „Mitarbeitende des Gesundheitsamts“ gekennzeichnet waren, mutmaßliche Misstände und Führungsprobleme in den Raum gestellt. Der dabei in den Mittelpunkt der Kritik gerückte Amtleiter Professor Dr. med. Réné-Maxime Gracien reagierte unter anderem mit einer Presseerklärung auf die Vorwürfe.
Die Gruppe der unzufriedenen Mitarbeiter kommentiert diese Stellungnahme nun mit einer weiteren anonymen Email. Aus dem Wiesbadener Rathaus hat unsere Redaktion erfahren, wie man mit der komplexen Situation umgeht und diese bislang einschätzt. Bedeutsam dürfte es dabei unter anderem auch sein zu ermitteln, wie groß die Gruppe der Mitarbeiter ist, die sich hinter den Vorwürfen versammeln.
Erneute Kritik an Amtsleitung
In einer aktuellen Eingabe werden erneut schwere Vorwürfe gegen die Leitung des Wiesbadener Gesundheitsamts erhoben. Auslöser ist eine Stellungnahme des Amtsleiters, die nach Darstellung der Mitarbeiter zu einer weiteren Verschärfung der internen Konflikte geführt hat.
Demnach werde die Verantwortung für bestehende Probleme nicht übernommen, stattdessen entstehe der Eindruck einer politischen Auseinandersetzung, die das Amt zusätzlich belaste.
Vorwürfe mangelnder Neutralität
Kritisiert wird insbesondere, dass die Wiesbadener CDU als Opposition öffentlich als Initiatorin einer Kampagne bezeichnet worden sei. Dies habe das Verhältnis zwischen den politischen Akteuren weiter belastet.
Die strukturellen Schwierigkeiten im Amt seien jedoch seit längerem bekannt und bereits in früheren Anfragen thematisiert worden. Mitarbeiter befürchten, dass die Situation zu weiteren personellen Abgängen führen könnte.
Streit um Führungsstil und Personalmaßnahmen
Mehrere Beschäftigte bemängeln zudem den Führungsstil des Amtsleiters. Interne Erfolge würden nach ihrer Darstellung verzerrt dargestellt, während kritische Stimmen unter Druck gerieten.
In diesem Zusammenhang ist von Ermahnungen und Abmahnungen die Rede, die ohne vorherige Anhörung ausgesprochen worden seien. Auch die Besetzung einzelner Stellen und Eingruppierungen wird hinterfragt.
Zweifel an internen Befragungen und Mediationen
Skepsis äußern die Mitarbeiter auch gegenüber laufenden Befragungs- und Mediationsprozessen. Diese würden als wenig transparent beschrieben und hätten bislang nicht zu einer Entspannung der Lage geführt.
Gleichzeitig gebe es seit Monaten Hinweise auf fachliche Probleme, etwa beim Gesundheitskiosk, die aus Sicht der Beschäftigten nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.
Forderung nach externer Prüfung
Abschließend wird die Stadtspitze aufgefordert, die Vorgänge umfassend prüfen zu lassen. Die Mitarbeiter sprechen sich für eine unabhängige Untersuchungskommission aus, die sowohl interne Verfahren als auch jüngste Personalmaßnahmen bewertet.
Ziel sei es, Vertrauen wiederherzustellen und die Arbeitsfähigkeit des Gesundheitsamts langfristig zu sichern.
Stadt setzt auf externe Organisationsanalyse
Die Landeshauptstadt Wiesbaden reagiert auf die Vorwürfe mit einer umfassenden Organisationsanalyse, die insbesondere auf Gruppengesprächen mit einer externen Fachkraft und auch der Möglichkeit zu Einzelgesprächen basiert. Die Teilnahme hieran ist freiwillig.
Die Gruppengespräche beginnen noch diesen Monat April und sollen ein objektives Bild über tatsächliche Belastungen und deren Ursachen im Gesundheitsamt aufzeigen, um im Anschluss passgenaue Antworten auf tatsächliche Herausforderungen zu finden. Dieses Verfahren ist erprobt und wurde bereits in anderen Ämtern der Landeshauptstadt Wiesbaden erfolgreich umgesetzt. Die Hauptverantwortung für das Verfahren liegt beim Personalamt.
Anonyme Angaben widersprüchlich
Die Pressestelle der Stadt Wiesbaden teilte mit, dass die Vielzahl der in den bislang bekannten anonymen Schreiben erhobenen Vorwürfe, soweit sie konkret genug für eine Überprüfung seien, den nachprüfbaren Fakten nicht entsprächen und häufig in sich widersprüchlich seien.
Diese Falschbehauptungen würden nach Angaben der Stadt sowohl den betroffenen Personen als auch dem notwendigen Aufklärungsprozess schaden. Zudem würden sie Unruhe im Amt erzeugen und Ressourcen binden, die für die Aufgaben des Amtes benötigt würden.
interne Prüfung
Analyse soll Klarheit bringen
Die Stadt Wiesbaden teilte weiter mit, dass man sich hinsichtlich der allgemeineren, das Arbeitsklima im Gesundheitsamt betreffenden anonymen Vorwürfe von der internen Prüfung mit laufender Organisationsanalyse ein objektiveres Bild erhoffe. Mögliche Probleme müssten validiert und bewertet werden, um anschließend Lösungen entwickeln zu können. Daran bestehe im Rahmen der Fürsorgepflicht ein hohes Interesse.
Zugleich betonte die Stadt, dass es ebenso notwendig sei, offensichtlichen Falschbehauptungen entgegenzutreten, die allein auf die Beschädigung einzelner Personen abzielten.
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