Stadtentwicklung
Neues Quartiershaus stärkt selbstbestimmtes Wohnen im Dichterviertel
In Wiesbaden wurde ein neues Quartiershaus eröffnet, das weit mehr ist als ein Gebäude: Es soll ein Ort werden, an dem ältere Menschen Unterstützung, Gemeinschaft und ein Stück zusätzliche Sicherheit finden. Welche Ideen dahinterstehen und warum das Projekt für die Stadt so wichtig ist.
Fotos: GWW
Die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft hat am Freitag, 10. April, das neue Quartiershaus im Dichterviertel offiziell eröffnet.
Mit dem Konzept der Quartiershäuser verfolgt die Stadt das Ziel, Wohnen, Pflege, Beratung und soziale Angebote direkt im Quartier miteinander zu verknüpfen.
Gemeinsame Initiative für ein zukunftsfähiges Modell
Bereits am 27. Februar hatten Sozialdezernentin und GWW-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Patricia Becher (SPD) sowie Vertreter der GENO50, der GWH, der SEG und der GWW eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Grundlage ist das Bielefelder Modell, das Wohnen mit Versorgungssicherheit kombiniert, ohne zusätzliche Kosten für die Pflegeinfrastruktur. Die beteiligten Wohnungsbaugesellschaften und sozialen Träger entwickelten gemeinsam ein auf Wiesbaden zugeschnittenes Konzept, das auf die demografische Entwicklung reagiert.
Weiterentwicklung eines bestehenden Standorts
Für das neue Quartiershaus nutzt die GWW das Gebäude in der Wolfram-von-Eschenbach-Straße 1A, das entsprechend umgestaltet wird. Die dortige Seniorenwohnanlage wird bereits seit 2025 vom Pflegedienst Robins Care begleitet, der regelmäßige Präsenzzeiten, soziale Aktivitäten und Pflegeberatung anbietet.
Weitere Kooperationen sind geplant. Ziel ist es, älteren Menschen ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen.
Feierliche Eröffnung mit Gästen aus Stadt und Sozialarbeit
Die Eröffnungsfeier begann um 15:30 Uhr mit einer Ansprache von GWW-Geschäftsführer Thomas Keller. „Als Wohnungsbauunternehmen und Vermieter beschäftigen wir uns bereits seit langem mit dem demografischen Wandel. Projekte wie unsere interne Abteilung LuWiA (Leben und Wohnen im Alter) zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen“, sagte Keller.
„Die eigene Wohnung, das gewohnte Umfeld – ja, das Leben im eigenen und über die Jahre liebgewonnenen Zuhause, ist etwas, was wir unseren Bewohnerinnen und Bewohnern möglichst lange erhalten möchten. Es freut mich daher sehr, dass wir heute das Quartiershaus eröffnen können, um genau das möglich zu machen.“
Demographischer Wandel
Auch Dr. Becher hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Die Eröffnung des Quartiershauses der GWW sowie die Arbeit der GENO50, der GWH, der Nassauischen Heimstätte und der SEG zeigen, dass die Stadt Wiesbaden proaktiv auf den demografischen Wandel reagiert und es ist hierbei von höchster Bedeutung, dass wir alle, Stadt, Wohnbauunternehmen und soziale Träger, gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn nur dann ist es möglich, selbstbestimmtes Wohnen dauerhaft zu sichern.“
Anwesende Gäste
Unter den Gästen waren Vertreter der städtischen „Treffpunkte aktiv“, Mitarbeitende von Robins Care, die E‑Lotsen Wiesbaden, die Johanniter mit ihrem regelmäßigen Mittagstisch sowie die Beratungsstelle für selbstständiges Leben im Alter. Auch Mitarbeiter der Stadt, die das Projekt begleiten, nahmen teil.
Rahmenprogramm
Nach dem offiziellen Teil trat der Chor Cantanti e.V. auf und präsentierte zwei Lieder. Der Chor probt regelmäßig im Gemeinschaftsraum und lädt die Bewohner zum Mitsingen ein. Anschließend wurde das Buffet eröffnet und die Gäste konnten sich über die Angebote des neuen Quartiershauses informieren.
Ältere Mieter im Fokus
„Durch die Vielzahl an gemeinschaftlichen Angeboten, die kurzen und unkomplizierten Wege sowie die enge Vernetzung mit den verschiedenen sozialen Diensten entsteht für unsere Mieterinnen und Mieter ein Umfeld, das Sicherheit gibt“, erklärte Manuela Meudt, Prokuristin der GWW Wiesbaden und Leiterin des Mietmanagements.
„Wir schaffen Gemeinschaft im Quartier, denn es liegt uns am Herzen, dass sich unsere älteren Mieterinnen und Mieter die Lebensfreude erhalten und weiterhin aktiv bleiben. So lange wie möglich selbstständig leben zu können, das ist das Ziel der Quartiershäuser auch im Dichterviertel.“
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