Verkehrsunfall
Rätselhafter Kollaps auf der A66 – Lkw-Fahrer kommt von Fahrbahn ab
Ein medizinischer Notfall am Steuer eines Sattelzugs sorgte am frühen Donnerstagabend für Aufsehen auf der Autobahn 66 bei Wiesbaden-Nordenstadt. Nachdem erste Berichte über eine dramatische Rettungsaktion durch einen anderen Lkw-Fahrer die Runde machten, stellt die Autobahnpolizei nun den tatsächlichen Hergang klar. Ein mutiger Ersthelfer war dennoch entscheidend beteiligt.
Fotos: Daniel Becker, Autobahnpolizei Wiesbaden
Ein 53 Jahre alter Lkw-Fahrer aus der Ukraine verlor am Steuer seines Gespanns am Donnerstagabend, 26. März, gegen 18:40 Uhr auf der Autobahn 66 in Höhe der Anschlussstelle Wiesbaden-Nordenstadt kurzzeitig die Kontrolle über sein Sattelzug.
Die Richtigstellung – Kein Ausbremsen durch zweiten Lkw
Entgegen erster Meldungen kam es nicht zu einer riskanten Ausbremsmanöver durch einen anderen Verkehrsteilnehmer. Die Ermittlungen der Autobahnpolizei Wiesbaden ergaben, dass der Sattelzug nach rechts von der Fahrbahn abkam und rund 80 bis 100 Meter an der Außenschutzplanke entlang schrammte und diese dabei beschädigte. Das Fahrzeug rollte mit sehr geringer Geschwindigkeit an der Leitplanke entlang und kam schließlich auf dem Standstreifen von selbst zum Stillstand.
Verschluckt am Steuer – Plötzlicher Kontrollverlust
Ein anderer Lkw-Fahrer zeigte Zivilcourage. Als der betroffene Sattelzug zum Stehen kam, zögerte er nicht, stellte sein eigenes Fahrzeug ab und stieg in das Führerhaus des verunfallten Lasters. Dort zog er die Handbremse, um das Fahrzeug final zu sichern.
Ein weitere Verkehrsteilnehmer hielt ebenfalls an und wählte den Notruf und leitete Erste Hilfe. „Zu diesem Zeitpunkt klagte der 53-jährige Fahrer über starke Übelkeit und Erbrechen, was vermutlich auf einen plötzlichen medizinischen Notfall – möglicherweise ein heftiger Hustenanfall durch Verschlucken – zurückzuführen war“, teilt ein Sprecher der Autobahnpolizei Wiesbaden mit.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Beamten davon aus, dass der aus der Ukraine stammende Fahrer während der Fahrt etwas gegessen und sich dabei massiv verschluckt hatte. Dies löste einen derart heftigen Hustenanfall aus, dass der Mann kurzzeitig die Orientierung verlor und handlungsunfähig wurde. In der Fahrerkabine wurde Erbrochenes bzw. Speisereste gefunden.
Medizinische Versorgung und Sachschaden
Der Rettungsdienst brachte den Fahrer umgehend in ein umliegendes Krankenhaus. Glücklicherweise konnten die Ärzte schnell Entwarnung geben. Da keine ernsthaften inneren Verletzungen oder Erkrankungen festgestellt wurden, konnte der Mann die Klinik bereits kurze Zeit später wieder verlassen. Ein Alkoholtest vor Ort verlief negativ.
Der entstandene Sachschaden an der Schutzplanke und dem litauischen Sattelzug wird von der Polizei auf rund 20.000 Euro geschätzt.
Die Polizei geht davon aus, das der Fahrer zuvor etwas gegessen und sich dabei vermutlich verschluckt hat. Es wurden Erbrochenes bzw. Speiserest im Führerhaus gefunden. Das führte wahrscheinlich dazu, der der 53-Jährige die Kontrolle über sein Lenkrad verlor.
Massives Verkehrschaos im Feierabend
Die Feuerwehr Wiesbaden sicherte die Unfallstelle ab und unterstütze bei den notwendigen Maßnahmen vor Ort.
Obwohl der Vorfall glimpflich endete, waren die Auswirkungen für die Pendler gravierend. Während der Unfallaufnahme und der Bergungsmaßnahmen kam es auf der A66 in Fahrtrichtung Frankfurt zu massiven Verkehrsbehinderungen.
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