Gesundheitsschutz

Tigermücken Saisonbeginn: Jetzt Brutstätten prüfen und vorbeugen

Mit dem Start der warmen Monate rückt in Wiesbaden erneut ein kleines, aber potenziell lästiges Insekt in den Fokus. Fachleute bereiten sich auf die kommende Saison vor und setzen auf gezielte Kontrollen, Beratung und die Mithilfe der Bevölkerung. Welche Maßnahmen jetzt besonders wichtig werden, zeigen die geplanten Schritte.

Von: |Erschienen am: 26. März 2026 12:17|

Symbolfoto: Stadt Wiesbaden

Die Asiatische Tigermücke hat sich inzwischen in mehreren Wiesbadener Stadtteilen angesiedelt. Besonders betroffen sind Südost, Kostheim und Teile von Kastel.

Die wärmeren Bedingungen begünstigen die Ausbreitung der Stechmücke, die grundsätzlich in der Lage ist, Krankheitserreger wie Dengue- oder Chikungunya-Viren zu übertragen. Fachleute bewerten das Risiko einer Übertragung in Deutschland derzeit jedoch als gering.

Gemeinsame Maßnahmen von Stadt und KABS

Um die Population einzudämmen, setzt Wiesbaden auch 2026 auf die bewährte Zusammenarbeit mit der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS).

In den vergangenen Jahren konnten durch regelmäßige Begehungen und Beratungen bereits Erfolge erzielt werden, insbesondere im Stadtteil Südost.

Fortsetzung der Begehungen

Für die kommende Saison sind erneut Kontrollen auf Privatgrundstücken in Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel geplant. Fachkräfte der KABS beraten Eigentümer direkt vor Ort, um mögliche Brutstätten zu erkennen und zu beseitigen.

Die Termine sind kostenlos und dauern meist 20 bis 30 Minuten. Zusätzlich wird ein Fallenmonitoring durchgeführt, um die Ausbreitung der Mücke besser einschätzen zu können.

Erweiterte Überwachung

Neben den bekannten Befallsgebieten sollen weitere Stadtbezirke untersucht werden, in denen bislang keine Tigermücken nachgewiesen wurden. Ziel ist es, mögliche neue Vorkommen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Bevölkerung ist gefordert

Ein entscheidender Faktor bleibt das Mitwirken der Bürger. Die Mücke legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen ab, die sich bereits innerhalb einer Woche zu Brutstätten entwickeln können. Regentonnen, Untersetzer, Tiertränken oder verstopfte Dachrinnen bieten ideale Bedingungen.

Da die Tigermücke nur wenige hundert Meter weit fliegt, befinden sich Brutstätten meist auf dem eigenen oder angrenzenden Grundstücken.

Praktische Tipps zur Vorbeugung

Zwischen April und Oktober sollten potenzielle Brutstätten regelmäßig kontrolliert und trockengelegt werden. Wo dies nicht möglich ist, können Bti-Tabletten eingesetzt werden, die ausschließlich Mückenlarven abtöten und für Menschen, Tiere und andere Insekten unbedenklich sind.

Die Tabletten sind kostenlos im Umweltladen, im Rathaus und in mehreren Ortsverwaltungen erhältlich.

Unterstützung bei starkem Befall

Sollte trotz aller Maßnahmen weiterhin eine deutliche Belästigung auftreten, können Betroffene die KABS über ein Online-Formular kontaktieren. Eine Fachkraft nimmt anschließend Kontakt auf und vereinbart einen Termin vor Ort, idealerweise gemeinsam mit Nachbarn.

Einschätzung des Gesundheitsamtes

Der Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamtes, Prof. Dr. med. René-Maxime Gracien, betont die Bedeutung der laufenden Maßnahmen: „Die derzeit ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tigermücke sind wichtig, um das Risiko einer Krankheitsübertragung in Zukunft zu senken.“

Blick nach vorn

Angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Tigermücke bleibt die aktive Mithilfe der Bevölkerung bei Präventionsmaßnahmen entscheidend. Hinweise und Verdachtsmeldungen aus der Bürgerschaft helfen, neue Verbreitungsgebiete frühzeitig zu erkennen und gezielt zu bekämpfen.

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