Kriminalität
Schockanruf bei Seniorin – Betrüger erbeuten Bargeld mit Unfall-Lüge
Erneuter Erfolg für Telefonbetrüger in Wiesbaden. Am Dienstagnachmittag wurde eine Frau in Biebrich Opfer einer perfiden Masche. Durch die vorgetäuschte Notlage einer angeblichen Verwandten unter Druck gesetzt, übergab die Wiesbadenerin eine hohe Summe Bargeld an einen Unbekannten. Die Kriminalpolizei sucht nun Zeugen, die den Geldabholer beobachtet haben.
Symbolfoto
Es ist eine Masche, die trotz ständiger Warnungen immer wieder funktioniert: Der Schockanruf. Am Dienstag, 24. März, traf es eine Bewohnerin des Wiesbadener Stadtteils Biebrich. Zwischen 17:19 und 18:29 Uhr manipulierten Kriminelle die Frau am Telefon so geschickt, dass sie am Ende ihr Erspartes verlor.
Die Masche: Finanzielle Hilfe nach angeblichem Autounfall
Der Anruf erreichte die Biebricherin am späten Nachmittag. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eine vermeintliche Verwandte, die unter Tränen von einem schweren Autounfall berichtete. Um eine drohende Haftstrafe abzuwenden oder dringende Kosten zu decken, benötige sie sofort finanzielle Unterstützung. Die Angerufene schenkte der emotional vorgetragenen Lügengeschichte Glauben und erklärte sich bereit, zu helfen.
Geldübergabe in der Scharfensteiner Straße
Nachdem das Opfer psychologisch massiv unter Druck gesetzt worden war, vereinbarten die Täter einen Treffpunkt zur Übergabe. In der Scharfensteiner Straße in Biebrich händigte die Frau schließlich das Bargeld an einen ihr unbekannten Abholer aus. Erst später flog der Betrug auf, als Kontakt zu den echten Verwandten aufgenommen wurde.
Täterbeschreibung
Die Kriminalpolizei Wiesbaden hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben: Etwa 35 bis 40 Jahre alt, schlank. Er hatte ein „Osteuropäisches Aussehen“. Der Mann trug eine braune Hose, braun-blaue Weste. Die Person soll Russisch gesprochen haben.
Zeugen, die im Bereich der Scharfensteiner Straße verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0611 / 345-0 zu melden.
Dringender Appell der Polizei – „Einfach auflegen!“
Die Ermittler betonen erneut, dass Behörden, Staatsanwaltschaften oder die Polizei niemals am Telefon dazu auffordern, Bargeld oder Wertsachen an Unbekannte zu übergeben oder irgendwo zu deponieren.
„Bei solchen Telefonaten einfach aufzulegen ist nicht unhöflich, sondern die einzige Möglichkeit, die Täter loszuwerden“, so die Experten der polizeilichen Beratungsstelle Wiesbaden.
Ebenfalls am Dienstag wurde eine weitere Wiesbadenerin um mehreren zehntausende Euro betrogen.
Sollten Sie einen solchen Anruf erhalten: Legen Sie sofort auf und kontaktieren Sie eigenständig Ihre Verwandten unter der Ihnen bekannten Nummer oder wählen Sie den Notruf 110.
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