Schockanruf

Betrüger erbeuten zehntausende Euro von Wiesbadenerin

Eine perfide Masche hat am Dienstag in Wiesbaden zu einem hohen finanziellen Schaden geführt. Telefonbetrüger gaukelten einer Frau eine familiäre Tragödie vor und setzten sie so massiv unter Druck, dass sie am Ende eine fünfstellige Summe an einen Unbekannten übergab. Die Polizei fahndet nun nach dem Geldabholer und warnt eindringlich vor dieser Taktik.

Von: |Erschienen am: 25. März 2026 13:52|

Symbolfoto: Canva

Die Stimme am Telefon klingt verzweifelt, die Nachricht ist ein Schock: „Ihre Tochter hat einen schweren Unfall verursacht!“ Mit dieser Lügengeschichte ist es Kriminellen am Dienstag, 24. März, gelungen, eine Wiesbadenerin um ihre Ersparnisse zu bringen.

Die Masche: Psychoterror am Telefon

Die Betrüger agierten rhetorisch äußerst geschickt. Sie erklärten der Seniorin, dass ihre Tochter für die medizinische Behandlung der Unfallopfer sowie für anstehende Justizkosten dringend Bargeld benötige – andernfalls drohten schwerwiegende Konsequenzen.

Durch die geschickte Gesprächsführung wurde die Frau psychologisch so stark unter Druck gesetzt, dass sie die Geschichte glaubte und schließlich zustimmte, mehrere zehntausend Euro zu übergeben. Die gesamte Kommunikation der Täter fand dabei in russischer Sprache statt.

Geldübergabe in der Tempelhofer Straße

Die Übergabe des Bargelds erfolgte in den Nachmittagsstunden in der Tempelhofer Straße in Erbenheim. Die Geschädigte händigte das Geld einem Boten aus, der im Auftrag der angeblichen Behörden handelte.

Täterbeschreibung des Abholers: Etwa 20 Jahre alt, männlich und schlank.

Wichtige Warnhinweise der Polizei

Die Polizei betont immer wieder: In Deutschland wird eine Behörde, die Polizei oder die Justiz niemals eine Kautionszahlung oder Geldforderungen per Telefon verlangen!

So schützen Sie sich:

  • Sofort auflegen: Beenden Sie solche Gespräche umgehend, sobald Geld gefordert wird.

  • Rückversicherung: Rufen Sie Ihre Verwandten unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.

  • Kein Geld an Fremde: Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an Personen, die Sie nicht kennen.

  • Notruf wählen: Informieren Sie im Verdachtsfall immer die Polizei über die 110.

Zeugen gesucht

Die Wiesbadener Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die am Dienstagnachmittag in der Tempelhofer Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu dem jungen Geldabholer machen können.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0611 / 345-0 entgegen.

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