Jugendprojekt

Neustart in Biebrich: Zwei kirchliche Einrichtungen rücken zusammen

Hinter vertrauten Mauern bahnt sich ein Wandel an: In Wiesbaden-Biebrich entsteht ein Ort, der junge Menschen künftig stärker zusammenbringen soll. Entscheidungen sind gefallen, Pläne geschmiedet, doch der Weg dorthin sorgt nicht nur für Aufbruchsstimmung.

Von: |Erschienen am: 24. März 2026 20:14|

Fotos: Paul Müller/Martin-Luther-Gemeinde

Die Evangelische Jugendkirche und das Stadtjugendpfarramt werden im kommenden Jahr unter einem Dach zusammenrücken. Die Dekanatssynode hat mit deutlicher Mehrheit beschlossen, beide Einrichtungen künftig an der Heilig‑Geist‑Kirche in Wiesbaden‑Biebrich zu bündeln.

Umbau und Sanierung geplant

Für den neuen Standort werden die Heilig‑Geist‑Kirche in der Drususstraße sowie das angrenzende ehemalige Pfarr- und Gemeindehaus umgebaut und energetisch ertüchtigt. Die Arbeiten sollen im Mai beginnen und den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechen.

Rund 600.000 Euro sind dafür veranschlagt, finanziert aus Rücklagen des Dekanats sowie Mitteln der Evangelischen Gesamtgemeinde und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

„Ein Ort, der in die Zukunft gerichtet ist“

Dekanin Arami Neuman zeigt sich erleichtert über den breiten Rückhalt für das Projekt. „Hier wird ein Ort für die Jugend entstehen, der in die Stadt und die Kirchengemeinden ausstrahlt“, sagt sie.

Die Zusammenführung von Stajupfa und Jugendkirche werde „eine ganz neue Dynamik“ entfalten. Vor allem sei es ein Angebot, das klar nach vorn blicke.

Mehr Möglichkeiten für die Jugendkirche

Bislang war die Jugendkirche in der Oranier‑Gedächtnis‑Kirche am Rheinufer beheimatet, während das Stadtjugendpfarramt an der Fritz‑Kalle‑Straße arbeitete. Für Dekanatsjugendreferent Denis Wöhrle bedeutet der Umzug einen großen Schritt:

„Dass wir künftig an einem Standort an der Heilig‑Geist‑Kirche sind, ist für uns eine riesige Chance.“ Die Räume könnten künftig häufiger und flexibler genutzt werden. Die deutliche Zustimmung der Synode wertet er als klares Signal: „Das zeigt, wie wichtig der Synode die Jugendarbeit ist.“

Neue Räume für Gruppen und Projekte

Die Büros des Stajupfa sollen in das ehemalige Pfarr- und Gemeindehaus (Am Kupferberg 2) einziehen. Die Unterkirche wird künftig als Gruppen- und Probenbereich dienen.

Mit allen Gruppen, die bisher Räume an der Fritz‑Kalle‑Straße nutzen; darunter der Evangelische Jugendring, der Gospelchor Xang und die Schwarzlichttheatergruppe; wurden im Vorfeld Gespräche geführt. „Alle können sich den Umzug gut vorstellen“, so Wöhrle.

Herausforderung für die Martin‑Luther‑Gemeinde

Für die Martin‑Luther‑Gemeinde bedeutet der Beschluss, einen ihrer vier Kirchorte abzugeben. Pfarrer Johannes Merkel beschreibt die Stimmung als belastet: „Wir spüren bei den Menschen viel Abschiedsschmerz und auch Enttäuschung und Wut.“

Zugleich verweist er auf die Vorgaben der Landeskirche, nach denen die Gemeinde mehr Räume besitzt, als sie benötigt. „Wir müssen, so wie andere Gemeinde auch, Räume abgeben und haben aktiv an der nun beschlossenen Lösung mitgearbeitet.“

Ein großes Geschenk

Trotz aller Emotionen sieht Merkel auch Chancen: Die Nutzung durch Stajupfa und Evangelische Jugendkirche sei „ein großes Geschenk“. Er betont: „Ich bin froh, dass wir hier weiterhin eine starke evangelische Präsenz haben, die sogar klar zukunftsorientiert ist!“ Vereinbart ist bereits, dass die Martin‑Luther‑Gemeinde weiterhin gelegentlich Gottesdienste in der Heilig‑Geist‑Kirche feiern kann. Für Gruppen und Kreise werden derzeit neue Orte gesucht.

„Manche werden zum Beispiel in der Johanneskirche in der Hauberrisserstraße unterkommen“, sagt Merkel. Er zeigt sich überzeugt, dass für alle passende Lösungen gefunden werden. „Wir lassen da niemanden hängen.“

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