Kunsthaus Wiesbaden
„Memory in Action“: Ausstellung erinnert an Argentiniens Militärdiktatur
Eine Ausstellung im Kunsthaus Wiesbaden widmet sich jetzt einem Kapitel Geschichte, das bis heute nachhallt: Mit der Ausstellung „Memory in Action“ präsentiert der argentinische Künstler Marcelo Brodsky eindrucksvolle Arbeiten über Erinnerung, Verlust und Aufarbeitung.
Foto: Stadt Wiesbaden
Das Kunsthaus Wiesbaden präsentiert von Donnerstag, 26. März, bis Sonntag, 28. Juni, die Ausstellung „Memory in Action: Marcelo Brodsky“.
Im Mittelpunkt stehen Werke des argentinischen Künstlers und Menschenrechtsaktivisten, die sich mit Erinnerung, Aufarbeitung und den Folgen der Militärdiktatur auseinandersetzen.
Erinnerung an ein dunkles Kapitel
Anlässlich des 50. Jahrestags des Militärputsches vom 24. März 1976 rückt die Schau eines der brutalsten Regime des 20. Jahrhunderts in den Fokus. Marcelo Brodsky zählt zu den prägenden Stimmen der lateinamerikanischen Kunstszene.
Seine Arbeiten widmen sich der Rekonstruktion persönlicher und kollektiver Erinnerungen, um die Geschichte seiner Generation sichtbar zu machen.
Globale Anerkennung
Mit seinem Fotoessay „Buena Memoria“ erlangte Brodsky internationale Bekanntheit. Das Werk thematisiert die Deportation und Ermordung seiner Klassenkameraden und seines Bruders Fernando während der argentinischen Militärdiktatur.
Indem er historische Dokumente wie das heimlich aus dem Folterzentrum ESMA geschmuggelte Foto seines Bruders in Kunst überführt, schafft Brodsky eine eindringliche Form der Zeugenschaft.
Ikonisches Mahnmal gegen das Vergessen
Ein zentrales Element der Ausstellung ist das Klassenfoto „La Clase“, das Brodsky künstlerisch bearbeitet hat. Es gilt heute als ikonisches Mahnmal gegen das Vergessen und ist ein wichtiger Bestandteil der argentinischen Erinnerungspolitik, die Gerechtigkeit und Aufarbeitung einfordert.
Mit der Ausstellung setzt das Kunsthaus seinen Themenschwerpunkt „Demokratieförderung durch Erinnerungskultur“ fort. Dieser widmet sich sowohl der Erinnerung an die Shoah als auch an andere Unrechtsregime weltweit.
Kooperationen und Eröffnung
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit „Mishpocha: The Art of Collaboration“ des Jüdischen Museums Frankfurt, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden sowie im Rahmen der WDC 2026. Kuratiert wird sie von Professor Dr. Márcio Seligmann-Silva.
Die Eröffnung findet am Mittwoch, 25. März, um 19:00 Uhr statt, mit Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl (SPD), Marcelo Brodsky und dem Kurator.
Begleitprogramm mit Führungen und Veranstaltungen
Zum Rahmenprogramm im Kunsthaus Wiesbaden gehören mehrere öffentliche Führungen mit Jessica Neugebauer-Boscheck:
- Donnerstag, 9. April, 18:00 Uhr
- Donnerstag, 11. Juni, 18:00 Uhr
- Sonntag, 26. April, 15:00 Uhr
- Sonntag, 17. Mai, 14:00 und 16:00 Uhr
Für Schulklassen ab der 9. Jahrgangsstufe werden gesonderte Führungen angeboten. Auch Angebote für sehbeeinträchtigte und gehörlose Menschen sind auf Anfrage möglich.
Im Rahmen der „Kurzen Nacht der Galerien und Museen“ am Samstag, 11. April, sind die AusstellungMemory in Action und die Ateliers im historischen Altbau von 19:00 bis 24:00 Uhr geöffnet.
Weitere Programmpunkte
Lesung und Gespräch:
Donnerstag, 21. Mai, 19:30 Uhr – Michael Roth liest aus „Zonen der Angst“, Moderation: Alexandra Eisen.
Podiumsdiskussion:
„Kampf gegen die Straflosigkeit – Argentiniens Militär vor Gericht“, Mittwoch, 17. Juni, 19:00 Uhr, mit Wolfgang Kaleck und Michael Alvarez Kalverkamp (Live-Zuschaltung).
Kuratorenführung:
Donnerstag, 28. Mai, 18:00 Uhr, mit Prof. Dr. Márcio Seligmann-Silva.
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