Gegendarstellung
Wiesbadener Gesundheitsamtsleiter weist schwere Vorwürfe als „gezielte Kampagne“ zurück
Nach den massiven Anschuldigungen anonymer Mitarbeitender gegen die Führung des Wiesbadener Gesundheitsamtes bricht der betroffene Behördenleiter nun sein Schweigen. In einer ausführlichen Gegendarstellung bezeichnet er die Vorwürfe als haltlos und spricht stattdessen von einer internen Intrige gegen seine Person. Während im Rathaus die politische Aufarbeitung beginnt, kündigt der Amtschef nun juristische Schritte und Strafanzeigen an.
Foto: Logo Gesundheitsamt
Die Vorwürfe wogen schwer: Von systematischer Intransparenz, Datenschutzverstößen und einem „Klima des Schweigens“ war in einem anonymen Rundschreiben die Rede, das in der vergangenen Woche das Wiesbadener Rathaus für Unruhe sorgen . Nun schlägt der Amtsleiter zurück. In einer offiziellen Stellungnahme stellt er die Geschehnisse aus seiner Sicht dar und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen eine Gruppe von Mitarbeitenden, die laut seiner Aussage eine gezielte „Verdrängungskampagne“ gegen ihn führen würden.
Im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung und gemäß den presserechtlichen Bestimmungen veröffentlichen wir die Gegendarstellung des Amtsleiters hiermit im vollen Wortlaut:
Gegendarstellung -Amtsleiter des Gesundheitsamtes weist Vorwürfe zurück
In Ihrem Artikel vom 5. März 2026 mit dem Titel „Im Gesundheitsamt rumort es: Anonyme Mitarbeitende erheben schwere Vorwürfe gegen Amtsleiter“ berichten Sie von angeblich massiver Kritik aus der Mitarbeiterschaft in Bezug auf meine Person, insbesondere mit Blick auf vorgeblich fragwürdige Führungsstrukturen, massive Intransparenz und wiederkehrende Datenschutzverstöße. Weiter sollen erfahrende Führungskräfte systematisch entmachtet worden sein, während andere Personen unzulässigerweise begünstigt werden würden.
Diese Darstellungen sind unzutreffend. Tatsächlich wurde ich im Jahr 2025 sowie teilweise bereits zuvor von zahlreichen Mitarbeitenden hilfesuchend kontaktiert wurde: Diese berichteten über Probleme mit einigen Führungskräften sowie mit einer weiteren Person im Gesundheitsamt. Die geschilderten Vorwürfe umfassten unter anderem Mobbing, übermäßige Kontrolle, ein belastetes Betriebsklima, unangemessenes Verhalten sowie den Vorwurf einer Straftat. Darüber hinaus ergaben interne Dokumente Hinweise darauf, dass von
einzelnen Personen eine Kampagne betrieben wurde, deren erklärtes Ziel es gewesen sein soll, mich als Amtsleiter aus der Position zu verdrängen.
Die vorgebrachten Vorwürfe wurden von mir ernst genommen und durch das Personalamt objektiv sowie unabhängig geprüft. In zwei Bereichen wurde eine Mediation angestoßen. Aus dem Verhalten der betreffenden Mitarbeitenden ergaben sich mehrere personelle Konsequenzen. Seither existiert im Wiesbadener Gesundheitsamt keine erkennbare Unruhe mehr.
Die anonymen E-Mail-Nachrichten, die über einen schweizerischen E-Mail-Dienst versandt werden, enthalten Hinweise darauf, dass die Vorwürfe gegen meine Person in Zusammenhang mit der vorangegangenen internen Kampagne stehen könnten. Objektiv belegbare Kritikpunkte werden in den Schreiben bezeichnenderweise nicht vorgebracht. In diesem Zusammenhang werde ich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden erstatten.
Datenschutzthemen werden selbstverständlich ordnungsgemäß bearbeitet und im Bedarfsfalle an die zuständigen Stellen gemeldet. Arbeitsvorgänge werden zudem im Regelfall per E-Mail an die entsprechende Stelle im Amt weitergeleitet und sind eindeutig dokumentiert und transparent.
In Ihrem Artikel vom 8. März 2026 mit dem Titel „Gesundheitsamt in der Kritik: Ruf nach Transparenz und Aufarbeitung im Wiesbadener Rathaus“ beziehen Sie sich auf ein mehrseitiges Schreiben der CDU, welches am Tag der Veröffentlichung des Artikels im Wiesbadener Kurier vom 5. März 2026 versandt wurde. Im Artikel ist von „auffälligen Kündigungswellen“ und „hohen Krankenständen“ die Rede.
Gemäß Auskunft des Personalamtes besteht im Gesundheitsamt jedoch tatsächlich weder eine erhöhte Fluktuation noch ein erhöhter Krankenstand.
Das Schreiben der CDU enthält zudem mehrere unbelegte Kritikpunkte (u.a. bestimmte „Überschreitungen“), die in den anonymen Schreiben, die im Dezernat IV vorliegen, nicht enthalten sind. Die entsprechenden Behauptungen betrachte ich entsprechend als frei erfunden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage und mit welcher Intention dieses Schreiben kurz vor der Kommunalwahl seitens der CDU verfasst wurde.
Anmerkung der Redaktion
Wiesbadenaktuell.de legt Wert auf eine faire, unabhängige und objektive Berichterstattung. Wir kommen hiermit unserer journalistischen Pflicht nach, auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen.
Wir distanzieren uns ausdrücklich von den in der Gegendarstellung geäußerten Wertungen gegenüber Dritten oder politischen Akteuren. Ob und inwieweit der Wahrheitsgehalt der hier getroffenen Aussagen den Tatsachen entspricht, werden die weiteren laufenden Untersuchungen der Aufsichtsbehörden und des Personalamtes zeigen müssen.
Gemäß unserem journalistischen Auftrag werden wir den Fall weiter kritisch begleiten und über neue Erkenntnisse berichten – stets mit dem Ziel der vollständigen Aufklärung im Sinne der öffentlichen Transparenz.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!

Die aktuelle Situation im Wiesbadener Gesundheitsamt sorgt für Unruhe in der Stadtpolitik und der Verwaltung. Nachdem […]
Im Gesundheitsamt Wiesbaden schlagen Mitarbeitende Alarm. In einem anonymen Schreiben erheben sie schwere Vorwürfe […]

