Literaturpreis
Orphil-Preis 2026: Wiesbaden ehrt Karin Fellner und Lara Rüter
Zwei Stimmen, zwei Handschriften, ein gemeinsamer Abend: Der renommierte Orphil-Preis der Stadt Wiesbaden geht 2026 an zwei Autorinnen, deren Arbeiten die Jury gleichermaßen begeistert haben. Wer ausgezeichnet wird, warum ihre Texte herausragen.
Symbolfoto: Canva
Die Landeshauptstadt Wiesbaden zeichnet 2026 zwei herausragende Stimmen der Gegenwartslyrik aus. Der renommierte Lyrikpreis Orphil geht an Karin Fellner, während der Orphil-Debütpreis an Lara Rüter verliehen wird.
Beide Auszeichnungen würdigen literarische Arbeiten, die durch sprachliche Kraft, Originalität und Tiefgang überzeugen.
Auszeichnung für Karin Fellner
Karin Fellner erhält den mit 10.000 Euro dotierten Orphil-Preis für ihr bisheriges lyrisches Schaffen, insbesondere für ihren Band „Polle und Fu“. Die Jury hebt in ihrer Begründung hervor: „Karin Fellner, 1970 in München geboren, entfaltet aus den Aufeinandertreffen ihrer Protagonisten Gesprächspoesie, und zwar voller Witz, bitzelnder Geistesgegenwärtigkeit, gewagter Wortspielerei und übersprudelnder Lust auf Pointen.
Diese sprachungestüme Heiterkeit, die für die nun insgesamt sechs Gedichtbände von Fellner charakteristisch ist, wirft zugleich basale gesellschaftliche Fragen darüber auf, welche Haltung sich gegenüber einer Welt ein-nehmen lässt, die ihrerseits aus den Fugen zu geraten scheint.“
Vielfach gewürdigt
Fellner studierte Psychologie und Literaturwissenschaften und ist heute als Autorin, Schreibcoach und Lyrikvermittlerin tätig. Ihre Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis und dem Lyrikpreis der Südpfalz.
Debütpreis für Lara Rüter
Der Orphil-Debütpreis, dotiert mit 2.500 Euro, geht an Lara Rüter für ihr Erstlingswerk „amoretten in netzen“. Die Jury lobt: „Lara Rüters Debüt hat die Jury überzeugt durch seine Vielfalt an Formen und Sprachen sowie den Wortwitz und die existenzielle Tiefe, die durch das Flirren hindurchscheint und nicht zuletzt durch die raffinierten Überblendungen antiker Quellen und Mythen mit Praktiken des Digitalzeitalters.“
Rüter, geboren 1990 in Hannover, lebt in Leipzig und studierte Kulturwissenschaften sowie Literarisches Schreiben. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und veröffentlichte 2026 zudem ihr Buch „Affenliebe“.
Jury und Hintergründe
Die Jury setzt sich aus Carolin Callies, Maren Jäger und Christian Metz zusammen, allesamt ausgewiesene Fachleute der literarischen Szene. Gestiftet werden die Orphil-Preise von Ilse Konell, der Witwe des Dichters George Konell, der viele Jahre in Wiesbaden lebte.
Preisverleihung in der Villa Clementine
Die feierliche Übergabe der Lyrikpreise findet am Dienstag, 9. Juni, um 19:30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden statt. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl (SPD) wird die Auszeichnungen überreichen. Die beiden Preisträgerinnen Karin Fellner und Lara Rüter lesen aus ihren Werken, musikalisch begleitet von Volker Reichl an der Gitarre.
Weitere Informationen sind unter www.wiesbaden.de/literaturhaus erhältlich. Auf Wunsch können Redaktionen Autorinnenfotos anfordern.
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