Städtepartnerschaft

Kunst verbindet: Wiesbaden und Kfar Saba zeigen gemeinsames Projekt im Rathaus

Im Wiesbadener Rathaus entsteht derzeit ein ungewöhnliches Gemeinschaftswerk: Künstler aus Wiesbaden und Kfar Saba zeigen Arbeiten, die inmitten globaler Krisen ein Zeichen für Menschlichkeit und kulturellen Austausch setzen. Was die Ausstellung so besonders macht und welche Botschaft sie trägt, entfaltet sich beim Blick auf das Projekt.

Von: |Erschienen am: 19. März 2026 14:12|

Fotos: Koridass

Mit einer neuen Ausstellung im Rathausfoyer setzt der Freundeskreis Kfar Saba ein Zeichen für Zuversicht und Menschlichkeit in schwierigen Zeiten. Unter dem Motto „Mensch bleiben.

Positiv sein in dunklen Zeiten“ präsentieren Künstler aus Wiesbaden und der israelischen Partnerstadt Kfar Saba eigens geschaffene Werke. Die Ausstellung ist bis zum 27. März während der Rathausöffnungszeiten zu sehen und endet mit einer Finissage samt Führung und Konzert.

Gemeinschaftsprojekt über Grenzen hinweg

Seit vielen Jahren pflegt der Freundeskreis den Austausch zwischen Kunstschaffenden beider Städte. Aufgrund der aktuellen Lage findet dieser Kontakt derzeit ausschließlich digital statt. Für die Ausstellung wurden nun zahlreiche Arbeiten zusammengetragen, die in zwei großformatigen Bildkompositionen präsentiert werden.

Zeichnungen, Ölgemälde, Siebdrucke, Fotografien und Reliefs fügen sich zu zwei Gesamtkunstwerken zusammen, die im Foyer prominent platziert sind.

Kuratorische Gestaltung

Die Zusammenstellung der Werke übernahm Erez Uzan von der Hochschule Beit Berl, der selbst mit eigenen Arbeiten vertreten ist. Die beiden großformatigen Rahmen mit jeweils 2,70 mal 5,50 Metern sollen den repräsentativen Raum optimal nutzen und den Besuchern einen unmittelbaren Eindruck vermitteln.

Das Projekt versteht sich als Einladung zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit den Konflikten in Israel und als Ausdruck gelebter Kooperation.

Kunst als Kraftquelle

Die Wiesbadener Künstlerin Ute Kilian betont die Bedeutung von Zusammenhalt: „In Anbetracht der weltweiten politischen und ökologischen Krisen sollten wir zusammenhalten und voneinander lernen. Kunst hilft Brücken bauen, ist – wie das gelebte Miteinander und die Natur – eine wichtige Kraftquelle.“

Kurator Uzan ergänzt: „Wenn es etwas gibt, das der Krieg nicht aufhalten kann, dann ist es das menschliche Bedürfnis nach Kultur und Kunst. Zu Beginn des Krieges war ich, wie viele andere Künstler auch, besorgt, dass es in solchen Zeiten keinen Platz für Kunst geben könnte. Aber sehr schnell wurde mir klar, dass das Gegenteil der Fall war.“

Bedeutung für die Städtepartnerschaft

Auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) hob die Rolle der Kunst hervor: „Die Kunst drückt auf besondere Weise menschliches Empfinden aus. Auch in Städtepartnerschaften steht genau das im Vordergrund: Begegnungen, persönlicher Austausch, interkulturelle Verbindung.“

Georg Habs vom Freundeskreis betonte bei der Eröffnung: „Diese Ausstellung setzt so ein ganz besonders Zeichen für Kunstfreiheit, Wirksamkeit und Aufmerksamkeit. Die Feinde der Menschenwürde wollen die Welt brennen sehen. Wir wollen eine lebenswerte Welt bewahren und sie noch lebens- und liebenswerter machen.“

Beteiligte Künstler

An der Ausstellung im Wiesbadener Rathaus wirken mit: Julia Belot, Sibel Gueler, Georg Habs, Sigrid Holighaus, Ute Kilian, Veronika List, Tslila Melnick, Mor Peled, Karin Tettenborn, Amnon Tischler, Rolf Toyka, Etty Sharony und Erez Uzan. Die israelischen Kunstschaffenden, die nicht persönlich anwesend sein können, werden durch Namenszettel gewürdigt.

Kunst im Rathaus zeigt eindrucksvoll, wie Kunst Brücken schlagen kann, selbst in Zeiten, in denen persönliche Begegnungen mit Menschen aus der Partnerschaft Kfar Saba kaum möglich sind.

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