Diebstahl
Besonderer Liebesbeweis – Jugendlicher klaut Linienbus in Wiesbaden und fährt bis Karlsruhe
Spektakulärer Diebstahl im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel. Ein Jugendlicher hat am frühen Freitagmorgen einen vollgetankten Linienbus von einem Betriebsgelände entwendet. Seine Route führte ihn bis nach Baden-Württemberg, wo er eine ganz besondere Passagierin an Bord nahm – doch die Fahrt endete kurz darauf in einer Polizeikontrolle.
Symbolfoto
Es klingt wie das Drehbuch eines Hollywood-Streifens, doch für die Polizei in Wiesbaden und Karlsruhe war es am Freitag, 13. März, Realität. Ein 15 Jahre alter Mainzer verschaffte sich in den frühen Morgenstunden unbefugt Zugang zu einem Betriebsgelände in der Anna-Birle-Straße in Mainz-Kastel und setzte sich hinter das Steuer eines tonnenschweren Linienbusses.
Diebstahl fiel zunächst nicht auf
Zwischen etwa 03:00 und 05:50 Uhr hatte der Jugendliche den Bus, der kurz zuvor noch vollgetankt worden war, gewaltlos geöffnet. Mit einem Generalschlüssel startete er das Fahrzeug und verließ das Gelände. Als Mitarbeiter gegen 06:00 Uhr das Fehlen des Busses bemerkten, vermuteten sie zunächst ein internes Versehen. Man ging davon aus, dass ein Busfahrer schlicht mit dem falschen Fahrzeug zu seiner Schicht aufgebrochen war.
Erst Stunden später, gegen Mittag wurde klar, dass der Bus tatsächlich gestohlen worden war, woraufhin die Polizei eingeschaltet wurde.
Endstation Karlsruhe: Per Bus zur Schule
Die polizeilichen Ermittlungen führten die Beamten schnell auf die Spur des Fahrzeugs, das sich bereits weit außerhalb Hessens befand. Eine Streife der Polizei Karlsruhe konnte den Linienbus schließlich im dortigen Stadtgebiet stoppen.
Am Steuer saß der 15-Jährige, der eine überraschende Erklärung für seine Spritztour lieferte. Er war den weiten Weg bis nach Karlsruhe gefahren, um dort seine 14-jährige Freundin einzusammeln. Sein Ziel war es, das Mädchen standesgemäß mit dem Linienbus zur Schule zu bringen.
Strafverfahren und ungeklärte Schlüsselfrage
Der „romantische“ Ausflug hat nun ernste juristische Konsequenzen. Da der Jugendliche logischerweise nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis für Busse oder Pkw ist, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie wegen des Diebstahls eingeleitet.
Besonders rätselhaft bleibt für die Ermittler, wie der 15-Jährige in den Besitz eines Generalschlüssels für Linienbusse gelangen konnte. Dies ist nun zentraler Gegenstand der weiteren Untersuchungen. Der Jugendliche wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an seine Erziehungsberechtigten übergeben. Der Linienbus überstand die weite Reise unbeschadet und konnte einem Verantwortlichen der betroffenen Firma direkt vor Ort in Karlsruhe wieder ausgehändigt werden.
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