Verkehrsinfrastruktur
Grünes Licht für die Aartalbahn – Land sichert Finanzierung für Reaktivierung bis Bad Schwalbach
Ein Meilenstein für die Mobilität im Taunus und Wiesbaden: Das Land Hessen hat die Finanzierung für die Reaktivierung der Aartalbahn-Strecke zwischen Wiesbaden-Ost und Bad Schwalbach offiziell zugesagt. Während die Deutsche Bahn den Verkauf der Strecke vorbereitet, plant Wiesbaden bereits neue Haltepunkte, um Pendlerströme massiv zu entlasten.
Archivfoto
Die Nachricht aus dem Hessischen Verkehrsministerium am Mittwoch, 11. März, sorgt im Wiesbadener Rathaus für Erleichterung. Die Finanzierung der Aartalbahn-Reaktivierung steht. Damit rückt eine Schienenverbindung, die bereits 2020 durch das Wiesbadener Verkehrsdezernat mit einer Machbarkeitsstudie angestoßen wurde, in greifbare Nähe. Mit einem hervorragenden Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,1 gilt das Projekt als hochgradig wirtschaftlich und förderfähig.
Deutsche Bahn verkaufsbereit – Hessische Landesbahn übernimmt
Parallel zur Finanzierungszusage gibt es Bewegung beim Streckeneigentum. Wie das Verkehrsdezernat erfuhr, führt das Land Hessen derzeit konkrete Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über den Verkauf des benötigten Streckenabschnitts. Die DB hat ihre grundsätzliche Bereitschaft zum Verkauf signalisiert. Sobald der Deal besiegelt ist, soll die Hessische Landesbahn (HLB) die Sanierung der Gleise und den künftigen Betrieb übernehmen.
„Nach langer Zeit des Wartens sind wir nun guter Dinge, dass wir zeitnah die nächsten Schritte gehen können“, zeigt sich Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) optimistisch.
Neue Haltepunkte für Wiesbaden
Für die Landeshauptstadt geht es bei der Reaktivierung um mehr als nur die Verbindung in den Taunus. Verkehrsdezernent Kowol betont die Bedeutung neuer Stationen im Stadtgebiet:
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Bahnhof Dotzheim: Reaktivierung als zentraler Knotenpunkt.
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Halt Klarenthal: Direkte Anbindung des bevölkerungsreichen Stadtteils.
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Halt Schiersteiner Straße: Ein strategisch wichtiger Punkt für Umsteiger in Richtung Rheingau, Mainz und die Wiesbadener Innenstadt.
Ziel ist es, die chronisch überlasteten Busachsen und Einfallstraßen spürbar zu entlasten und die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen in Biebrich und dem restlichen Rhein-Main-Gebiet zu verbessern.
In 30 Minuten von Bad Schwalbach nach Wiesbaden-Ost
Die geplanten Fahrzeiten sind ein schlagkräftiges Argument für den Umstieg vom Auto auf die Schiene. Rund 30 Minuten soll die Fahrt zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden-Ost dauern. Am Endpunkt Wiesbaden-Ost besteht direkter Anschluss an die S-Bahn-Linien nach Frankfurt, Mainz und zum Wiesbadener Hauptbahnhof. Dies bedeutet einen enormen Zeitgewinn für Pendler aus dem Untertaunus und Taunusstein.
Dank an Ehrenamtliche – „Ohne sie gäbe es die Strecke nicht mehr“
Dass die Schienen überhaupt noch befahrbar sind, ist kein Zufall. Ein besonderer Dank gilt dem langjährigen Engagement der Nassauischen Touristik-Bahn e.V. (NTB) sowie der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH. Ehrenamtliche haben die Strecke über Jahre hinweg mit viel Herzblut und Unterstützung der Stadt instand gehalten. „Ohne diesen Einsatz könnten wir heute nicht über eine Rückkehr zum alltäglichen Schienenverkehr sprechen“, so Kowol.
Wie geht es jetzt weiter?
Nach der Finanzierungszusage liegt der Ball nun beim Land Hessen. Die Stadt Wiesbaden erwartet, dass die Planungen nun konsequent vorangetrieben werden. „Wir sind jederzeit bereit, tatkräftig zu unterstützen, und erwarten, dass es zügig weitergeht“, so das Fazit aus dem Verkehrsdezernat.
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Das Projekt Aartalbahn im Überblick:
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Strecke: Wiesbaden-Ost bis Bad Schwalbach.
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Nutzen-Kosten-Faktor: 2,1 (sehr hoch).
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Fahrzeit: ca. 30 Minuten.
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Geplante Halte (Wiesbaden): Dotzheim, Klarenthal, Schiersteiner Straße, Wiesbaden-Ost.
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Zukünftiger Betreiber: Hessische Landesbahn (HLB).

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