Kommunalwahl 2026
Debatte um Wiesbadens Industriepolitik mit acht Kommunalwahlkandidaten
Im Kurhaus trafen in dieser Woche Politik und Wirtschaft aufeinander, um über die Zukunft des Industriestandorts Wiesbaden zu sprechen. Acht Parteien stellten sich den Fragen des Industriebeirats und schnell zeigte sich, wo Gemeinsamkeiten bestehen und wo die Positionen deutlich auseinandergehen. Welche Themen den Abend prägten und welche Akzente gesetzt wurden, zeigt die Diskussion in ihren zentralen Momenten.
Logo Industriebeirat Wiesbaden
Der Industriebeirat Wiesbaden hat am Dienstag, 10. März, zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ins Kurhaus eingeladen, neben den digitalen Wahlhilfen der IHK oder der TU Darmstadt, eine wollkommene Entscheidungshilfe für unentschlossene Wähler. Acht Kandaten der zur Kommunalwahl antretenden Parteien stellten sich den Fragen des Beirats zu ihren industriepolitischen Vorstellungen für die kommende Wahlperiode.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Philipp Eckelmann und Dina Reit. Vertreter von CDU, Grünen, SPD, FDP, AfD, FWG, Pro Auto – Die Bürgerlichen und VOLT nahmen teil. Der Kandidat der Linken fehlte krankheitsbedingt.
Ablauf der Gesprächsrunden
Die Diskussion war in drei Themenblöcke gegliedert: strategische Industriepolitik, Genehmigungen und Verwaltung sowie Haushalt und Verlässlichkeit.
Die Fragen wurden vom Industriebeirat vorbereitet und im Vorfeld nicht veröffentlicht. Die Kandidierenden beantworteten sie jeweils in rotierender Reihenfolge.
Zentrale Themen und gemeinsame Positionen
Parteienübergreifend wurde die Bedeutung der Industrie für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Wiesbaden hervorgehoben. Besonders dringlich sahen die Teilnehmer drei Handlungsfelder:
- Flächenverfügbarkeit:
Alle Parteien erkannten den Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen an. Die SPD bezifferte die Lücke auf rund 180 Hektar bis 2035. CDU und FDP plädierten für eine aktive Flächenstrategie, während VOLT eine ausgewogene Abwägung zwischen Gewerbe- und Wohnraumbedarf betonte. - Genehmigungen und Digitalisierung:
Einigkeit bestand beim Wunsch nach schnelleren Verfahren. Genannt wurden unter anderem ein Leerstandsregister oder digitaler Zwilling (CDU/VOLT), ein One-Stop-Shop (alle), ein 24-Stunden-Gründungsservice (SPD) sowie eine Genehmigungsfiktion bei Fristüberschreitungen (FWG). - Fachkräftesicherung:
SPD, Grüne und FWG verwiesen auf die Bedeutung von Wohnraum, Berufsschulen und verlässlicher Kinderbetreuung. Die Grünen betonten zusätzlich die Vernetzung von Start-ups und etablierten Unternehmen.
Unterschiedliche Akzente
Deutliche Unterschiede zeigten sich bei der Frage, welche Flächen künftig priorisiert werden sollen, insbesondere bei zentralen Lagen wie dem BKA-Areal. Auch in der Verkehrspolitik und bei haushaltspolitischen Maßnahmen gingen die Positionen auseinander.
Während CDU, FWG und Pro Auto mögliche Gewerbesteuersenkungen in Aussicht stellten, setzten AfD und SPD zunächst auf Konsolidierung und stabile Rahmenbedingungen. Die Grünen verwiesen auf notwendige Investitionen für den klimaneutralen Umbau des Standorts.
Bewertung des Industriebeirats
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2026 stimmte der Industriebeirat digital über die wichtigsten Themen des Abends ab. Als zentrale industriepolitische Schwerpunkte wurden der Stellenwert der Industrie mit 7 Stimmen sowie Genehmigungen und Regulierung mit 6 Stimmen genannt.
Der Beirat lobte das konstruktive Gesprächsklima und die breite Bereitschaft aller Parteien, die Industrie als wesentlichen Faktor für den Wohlstand Wiesbadens anzuerkennen. „Fläche, Fläche, Fläche – Gewerbefläche ist das Allerwichtigste.“ – Dr. Reinhard Völker (CDU). Dieser Satz wurde von einem Mitglied des Industriebeirats als prägnanteste Aussage des Abends hervorgehoben.
Hintergrund zum Industriebeirat
Der Industriebeirat Wiesbaden ist das beratende Gremium der Landeshauptstadt für industriepolitische Fragen. Unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Christiane Hinninger (Bündnis 90/Die Grünen) bringt er Unternehmen, Verwaltung, Gewerkschaften und Politik zusammen.
Weitere Informationen finden sich unter www.industriebeirat-wiesbaden.de.
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