Telefonbetrug

Schock-Anruf kostet Wiesbadener ein Vermögen – Über 100.000 Euro an falsche Bankmitarbeiter verloren

Ein verheerender Fall von Telefonbetrug in Wiesbaden. Mit einer perfiden Lügengeschichte über ein angeblich gehacktes Konto brachten Kriminelle einen Mann am Montagnachmittag dazu, sein gesamtes Erspartes auf Konten der Betrüger zu überweisen. Die Beute, mehr als 100.000 Euro.

Von: |Erschienen am: 10. März 2026 15:01|

Symbolfoto: Polizei-Beratung

Die Masche ist bekannt, doch die Täter agieren immer professioneller und psychologisch geschickter. Am Montag, 9. März, klingelte bei einem Wiesbadener das Telefon. Am anderen Ende, ein vermeintlicher Mitarbeiter seiner Hausbank. Was wie ein Routineanruf zum Schutz des Kunden wirkte, entpuppte sich als eiskalter Raubzug.

Die Masche – „Ihr Konto wurde gehackt!“

Der angebliche Bankangestellte gaukelte dem Mann vor, dass sein Konto Ziel einer Hackerattacke geworden sei. Es fänden bereits unberechtigte Abbuchungsversuche statt, die man nur durch sofortiges Handeln stoppen könne. Um das Geld „sicherzustellen“, müsse der Wiesbadener seine Einlagen auf spezielle „Sicherungskonten“ der Bank überweisen.

In der Stresssituation vertraute das Opfer dem seriös klingenden Anrufer. Der Mann folgte den mündlichen Anweisungen und tätigte die Überweisungen. Erst später realisierte er das Ausmaß der Katastrophe. Die Betrüger hatten ihn um über 100.000 Euro erleichtert.

Perfide Technik – Manipulation der Rufnummer

Oft wiegen sich die Opfer in Sicherheit, weil im Display des Telefons tatsächlich die Nummer der örtlichen Bank oder eine seriöse Vorwahl erscheint. Experten nennen dies „Call ID Spoofing“. Die Polizei warnt ausdrücklich: Verlassen Sie sich niemals auf die angezeigte Nummer im Display – diese kann von Betrügern weltweit technisch manipuliert werden.

Wichtige Präventionshinweise der Polizei

Damit Sie nicht Opfer dieser Masche werden, rät die Polizei Wiesbaden zu höchster Vorsicht:

  • Keine Passwörter am Telefon: Echte Bankmitarbeiter werden Sie niemals nach Ihrer PIN, Passwörtern, TAN-Codes oder sonstigen Sicherheitsdaten fragen.

  • Keine Überweisungen auf Anweisung: Tätigen Sie niemals Zahlungen oder Umbuchungen, zu denen Sie am Telefon aufgefordert werden.

  • Gespräch sofort beenden: Legen Sie bei dem geringsten Zweifel einfach auf. Das ist nicht unhöflich, sondern Eigenschutz.

  • Gegenprobe machen: Rufen Sie Ihre Bank unter der Ihnen bekannten, offiziellen Nummer selbst zurück (nicht die Rückruffunktion nutzen!) oder gehen Sie persönlich in die Filiale.

  • Notruf wählen: Im Zweifelsfall verständigen Sie sofort die Polizei über den Notruf 110.

Die Ermittlungen im aktuellen Fall dauern an. Zeugen, die Hinweise auf verdächtige Aktivitäten geben können, werden gebeten, sich mit der Wiesbadener Polizei in Verbindung zu setzen.

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