Kleinkindbetreuung

Tagesmütter und -väter im Dialog: Jahrestreffen zur Zukunft der Kindertagespflege

Beim jährlichen Treffen der Wiesbadener Tagespflegekräfte kamen in dieser Woche Tagesmütter, Tagesväter und Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher zusammen, um über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und die Zukunft dieser wichtigen Betreuungsform zu sprechen. Bei dem wichtiger Austausch wurden verschiedene Initiativen vorgestellt.

Von: |Erschienen am: 6. März 2026 15:21|

Foto: famveldman - stock.adobe.com

Im Rahmen des jährlichen Austauschs von  familiennahen Kinderbetreuungskräften mit Wiesbadens Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher (SPD) standen zentrale Fragen zur Zukunft der Kindertagespflege im Mittelpunkt.

Im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses berichteten Tagesmütter und Tagesväter über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Beobachtungen aus dem Betreuungsalltag.

Austausch als Grundlage für Weiterentwicklung

Das Treffen dient seit Jahren als wichtiger Ort des Dialogs. Kindertagespflegepersonen können dort ihre Perspektiven einbringen, etwa zu Betreuungsbedarfen, organisatorischen Abläufen oder Rahmenbedingungen ihrer selbstständigen Tätigkeit.

Die Stadt erhält dadurch wertvolle Rückmeldungen, die in die Weiterentwicklung der Kindertagespflege einfließen.

Bedeutung der Kindertagespflege in Wiesbaden

Die Kindertagespflege ist ein fester Bestandteil der frühkindlichen Bildungslandschaft. Für Kinder unter drei Jahren stellt sie ein gleichwertiges Angebot zur Krippe dar. Die Betreuung erfolgt in kleinen Gruppen von maximal fünf Kindern und bietet eine familiäre Atmosphäre mit einer festen Bezugsperson. Für Eltern entstehen dabei ähnliche Kosten wie bei einem Krippenplatz.

Rund 100 Kindertagespflegepersonen betreuen derzeit Kinder in Wiesbaden. Sie begleiten die Jüngsten individuell, schaffen Orientierung und Geborgenheit und bieten einen Ort zum Lernen, Spielen und Entdecken – in Voll- oder Teilzeit, je nach Bedarf der Familien.

Stimmen aus der Praxis

„Kindertagespflege lebt vom Engagement der Tagesmütter und Tagesväter. Sie begleiten Kinder in einer besonders sensiblen Lebensphase und schaffen für viele Familien verlässliche Betreuungsstrukturen.

Der direkte Austausch mit ihnen ist für uns wichtig, weil wir so erfahren, welche Entwicklungen sie in ihrem Arbeitsalltag beobachten und wo wir als Stadt unterstützen können“, sagte Dr. Patricia Becher.

Langjährige Kooperation: Die Kinderbrücke

Ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Kinderbrücke, eine über 30 Jahre bestehende Kooperation zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden, dem Kinderschutzbund Wiesbaden und EVIM.

Durch regelmäßige Spielkreis- und Krippenbesuche wird eine bindungsorientierte Vertretung im Krankheitsfall ermöglicht. Die Kindertagespflegepersonen sind eng vernetzt und werden von einer pädagogischen Fachkraft begleitet.

Qualifizierung und neue Satzung

Die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen orientiert sich am bundesweit anerkannten Standard des Bundesverbandes für Kindertagespflege. Mit der seit 2024 geltenden Wiesbadener Kindertagespflegesatzung wurden zudem wichtige Verbesserungen der Rahmenbedingungen umgesetzt.

Kindertagespflege soll sichtbarer werden

Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Kindertagespflege wird (noch) sichtbarer“. Ziel ist es, diese Betreuungsform stärker in der Öffentlichkeit zu verankern und Eltern umfassend zu informieren. Informationen zur Kindertagespflege sind auf der Website der Landeshauptstadt Wiesbaden zu finden unter: www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/gesellschaft-soziales/kinder/kinderbetreuung/tagespflege/kindertagespflege.

Viele Tagesmütter und Tagesväter nutzen dafür eigene Webseiten, Flyer oder Social-Media-Kanäle. Zudem können Eltern sie bei Eltern-Café-Treffen in den Kinder- und Eltern-Zentren kennenlernen.

Tag der offenen Tür im Mai

Eine weitere Möglichkeit bietet der „Tag der offenen Tür der Kindertagespflege“ am Dienstag, 5. Mai. An diesem Tag öffnen Wiesbadener Kindertagespflegepersonen ihre Türen und geben interessierten Eltern Einblicke in ihre Arbeit.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!