Kommunalwahl 2026
Wirtschaft im Stresstest: Kandidaten stellen sich den Zukunftsfragen
Wie viel Gestaltungskraft bleibt einer Region, wenn Investitionen drängen, die Kassen aber kaum Spielraum lassen? Beim „Wahl‑Check der Wirtschaft“ trafen acht Wiesbadener Kommunalwahlkandidaten aufeinander und zeigten, wie unterschiedlich ihre Antworten auf die zentralen Zukunftsfragen ausfallen. Zwischen Sparzwang, Modernisierung und Standortanspruch wurde deutlich, woran sich die kommenden Jahre entscheiden könnten.
Fotos: IHK Wiesbaden
Wie sieht die Zukunft der regionalen Wirtschaft aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, zu der die IHK Wiesbaden gemeinsam mit dem regionalen Handwerk am Dienstag, 3. März, eingeladen hatte.
Acht Kandidaten der bevorstehenden Kommunalwahl stellten sich dabei den zentralen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort. Zudem können sich Bürger mit dem Online-Tool zur Wahl der IHK orientieren.
Finanzen unter Druck
Die Ausgangslage ist anspruchsvoll: Trotz eines Sondervermögens von rund 150 Millionen Euro sind die kommunalen Haushalte angespannt. Gleichzeitig stehen Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Stadtentwicklung an, während die Anforderungen an die Verwaltungen weiter steigen.
Die Diskussion drehte sich daher vor allem um die Frage, wie notwendige Zukunftsprojekte trotz knapper Mittel umgesetzt werden können.
Positionen der Parteien
Unter der Moderation von Stefan Schröder präsentierten Daniela Georgi (CDU), Silas Gottwald (SPD), Gesine Bonnet (Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Müller (FDP), Michael Barth (Freie Wähler), Denis Seldenreich (AfD), Ingo von Seemen (Die Linke) und Achim Sprengard (Volt) ihre jeweiligen Ansätze.
Eingeladen waren alle Parteien mit Fraktionsstärke in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung oder im Kreistag. Die Teilnehmer diskutierten unter anderem über den Umgang mit dem Sondervermögen, Prioritäten bei Investitionen und die Frage, wie eine effizientere Verwaltung gelingen kann.
Schwerpunkte Infrastruktur und Verwaltung
Ein zentrales Thema war die Modernisierung der Infrastruktur, von Straßenbau über Bildungseinrichtungen bis zum ÖPNV. Auch die Rolle digitaler Lösungen und Künstlicher Intelligenz bei der Entlastung der Verwaltung wurde erörtert.
Darüber hinaus rückte die Situation im Rheingau-Taunus-Kreis in den Blick, der vor ähnlichen Herausforderungen steht wie die Landeshauptstadt.
Innenstadt im Fokus
Im Austausch mit den Besuchern ging es zudem um die Zukunft der Wiesbadener Innenstadt. Diskutiert wurden der Umgang mit Leerständen, die Attraktivität und Sauberkeit des Zentrums sowie Fragen der Sicherheit und Verkehrsführung.
Die Teilnehmer machten deutlich, dass wirtschaftliche Vitalität und städtebauliche Entwicklung eng miteinander verknüpft sind.
Engagement von IHK und Handwerk
Die IHK Wiesbaden und das regionale Handwerk begleiten den Kommunalwahlprozess aktiv, etwa mit dem Wahl-Navi der IHK oder eigenen Forderungspapieren. Ziel sei es, wirtschaftliche Perspektiven frühzeitig sichtbar zu machen und den Dialog mit der Politik zu stärken.
Jörg Brömer, Präsident der IHK Wiesbaden, betonte: „Wir möchten die wirtschaftliche Dimension der Kommunalpolitik sichtbar machen und verdeutlichen, welche Verantwortung kommunale Entscheidungen für einen starken Standort haben.“
Entscheidungen wirken direkt
Holger Balz, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Wiesbaden, ergänzte in der Diskussion: „Kommunale Entscheidungen wirken unmittelbar auf die Betriebe vor Ort. Deshalb ist es wichtig, wirtschaftliche Belange und Perspektiven im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 transparent zu diskutieren. Das stärkt Vertrauen und Planungssicherheit.“
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