Kriminalstatistik 2025

Hessen so sicher wie seit Jahrzehnten nicht – Wiesbaden meldet zweistelligen Rückgang

Die Sicherheitsstrategie der Landesregierung trägt Früchte. Innenminister Roman Poseck präsentierte am Montag die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025. Während die Straftaten landesweit auf einen historischen Tiefstand sinken, profitiert besonders die Landeshauptstadt Wiesbaden von einer massiven Entspannung der Lage. Doch es gibt auch Schattenseiten: Gewalt gegen Einsatzkräfte erreicht einen besorgniserregenden Höchststand.

Von: |Erschienen am: 2. März 2026 12:04|

Symbolfoto: Daniel Becker, Grafiken: Hessisches Ministerium des Innern

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte gute Nachrichten im Gepäck, als er gemeinsam mit der Polizeiführung die Bilanz für das vergangene Jahr am Montag, 2. März, vorstellte. Mit insgesamt 376.981 registrierten Straftaten verzeichnet Hessen einen Rückgang von 2,9 % im Vergleich zu 2024 (388.226). Im 10-Jahres-Vergleich ist die Kriminalität um 6,5 % und im 20-Jahres-Vergleich sogar um 15 % gesunken.

Häufigkeitszahl: 6.002 pro 100.000 Einwohner (2024: 6.046). Aufklärungsquote leicht gesunken auf 61,1% (-0,8%).

Poseck: „Nach 2024 (-2,3%) bestätigt sich unsere konsequente Sicherheitspolitik. Hessen ist 2025 sicherer geworden.“

Wiesbaden profitiert überdurchschnittlich

Besonders erfreulich für die Bürgerinnen und Bürger in der Landeshauptstadt. In Wiesbaden gingen die Fallzahlen um beachtliche 12,2 % zurück. Damit liegt die Stadt weit über dem Landesschnitt. Innenminister Poseck führt dies maßgeblich auf die 2024 gestartete „Innenstadtoffensive“ zurück.

„Maßnahmen wie verstärkte Polizeipräsenz, die Ausweitung von Waffenverbotszonen und moderne Videoschutzanlagen zeigen Wirkung“, so Poseck. Dies schlägt sich vor allem in der Straßenkriminalität nieder, die landesweit um 3,6 % sank. Besonders auffällig sind die Rückgänge beim Taschendiebstahl (-25,9 %) und beim Straßenraub (-15,2 %).

Wohnungseinbruchsdiebstahl nimmt zu

Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle in Hessen ist im Jahr 2025 um 15,5 % auf 6.777 Fälle gestiegen. Vor zehn Jahren lagen die Fälle noch bei 11.595; dem absoluten Höchststand. Innerhalb von zehn Jahren konnten die erfassten Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl um 41,5 % reduziert werden. Rund 43 % der Fälle im Jahr 2025 sind im Versuchsstadium geblieben. Die Aufklärungsquote ist dagegen im letzten Jahr leicht um 1,2 % auf 15,2 % gestiegen. Da Einbrüche für die Opfer oft sehr belastend sind, bleibt die Bekämpfung dieses Deliktes im polizeilichen Fokus; durch die Stärkung der Polizeipräsenz in den betroffenen Gebieten, die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen und die konsequente Strafverfolgung von Einbrechern. Zudem wird die Aufklärung über die Bedeutung von Schutzmaßnahmen in Haushalten verstärkt, um die Bürgerinnen und Bürger vor Einbrüchen zu
schützen.

Erfolgskonzept gegen Geldautomatensprenger

Ein spektakulärer Erfolg gelang bei der Bekämpfung von Geldautomatensprengungen. Gab es im Rekordjahr 2023 noch 61 Fälle, schrumpfte die Zahl im Jahr 2025 auf lediglich sechs Fälle zusammen. Die „Allianz Geldautomaten“ aus Banken, Politik und Polizei hat Hessen für Kriminelle unattraktiv gemacht – durch Vernebelungstechnik, Einfärbesysteme und Nachtverschlüsse machen Täter nun einen „weiten Bogen um Hessen“.

Jugendkriminalität sinkt, Angriffe auf Helfer steigen

Die Statistik offenbart jedoch ein differenziertes Bild:

  • Historischer Tiefstand bei Jugendlichen: Die Jugendkriminalität sank um 11,8 % auf den niedrigsten Wert seit Beginn der digitalen Erfassung im Jahr 2001.

  • Gewalt gegen Einsatzkräfte: Ein trauriger Rekord wurde bei Angriffen auf Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter erreicht. 5.507 Einsatzkräfte wurden 2025 Opfer von Gewalt. „Das macht mich fassungslos“, betonte Poseck und forderte erneut härtere Mindeststrafen.

  • Häusliche Gewalt: Hier stiegen die Zahlen um 11 % auf über 13.000 Fälle. Das Innenministerium führt dies auch auf eine höhere Anzeigenbereitschaft durch das neue „Frauensicherheitspaket“ zurück.

Neue Herausforderungen – Cybercrime und Politische Kriminalität

Sorgen bereitet der Polizei die Verschiebung der Kriminalität in den digitalen Raum. Cybercrime stieg um 23,3 %. Täter nutzen verstärkt Künstliche Intelligenz (KI) für Deepfakes und Betrugsmaschen.

Auch die politisch motivierte Kriminalität nahm um 25,1 % zu. Während der Rechtsextremismus mit einem neuen Höchststand von 2.467 Taten weiterhin die größte Gefahr darstellt, verzeichnete der Linksextremismus einen sprunghaften Anstieg um knapp 180 %. Zudem verdoppelten sich die Angriffe auf Amts- und Mandatsträger (994 Fälle).

Poseck dankt 16.000 Polizistinnen und Polizisten

„Hessen bleibt sicheres Bundesland – Dank unserer Sicherheitsbehörden“, betonte der Innenminister. Maßnahmen wie Innenstadtoffensive, Allianz Geldautomaten und Prävention wirken nachweislich.

Hessen bleibt sicher

Trotz punktueller Anstiege in Bereichen wie Wohnungseinbrüchen (+15,5 %) blickt Landespolizeipräsident Felix Paschek optimistisch in die Zukunft: „Die hohe Aufklärungsquote bei Gewalt- und Sexualdelikten zeigt, dass unsere spezialisierten Dienststellen effektiv arbeiten.“

Für Wiesbaden bleibt festzuhalten: Die Innenstadt ist durch die gezielten Kontrollen und die „Sicherheits-Offensive“ messbar sicherer geworden.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


InfoBox

Kriminalstatistik 2025 im Kurüberblick: 

Straßenkriminalität insgesamt -3,6% (63.077 Fälle). In Wiesbaden -12,2%, Kassel -14,7%, Bad Hersfeld -14,6%. Taschendiebstahl -25,9%, Straßenraub -15,2%, Messerangriffe öffentlich -18,8% – Erfolg der Innenstadtoffensive (seit 2024: Waffenverbotszonen, Videoschutz, Polizeipräsenz).

Jugendkriminalität -11,8% (37.257 Fälle, Tiefststand seit 2001). Häuser des Jugendrechts und Prävention zeigen Wirkung.

Ausländerkriminalität rückläufig – Trendkehrt sich um (2023/24 mehr nichtdeutsche als deutsche Tatverdächtige). Poseck: „Erfolg konsequenter Rückführungspolitik.“

Problembereiche: PMK, Gewalt, häusliche Gewalt steigen

Politisch motivierte Kriminalität (PMK) +25,1% (5.556 Fälle). Linksextrem +180% (876 Fälle), rechts +3,8% (2.467, Höchststand). Gewalttaten: Links +152,6% (48), rechts +4,3% (73). Poseck: „Jeder Extremismus bedroht Demokratie – wir intensivieren Maßnahmen.“

Gewalt gegen Einsatzkräfte Höchststand: 5.507 Opfer (+13% zu 2022). Polizei: 5.303 (+4,9%), Rettung: 181 (+7,7%), Feuerwehr: 23 (+53%).

Häusliche Gewalt +11% (13.189 Fälle, 65% Körperverletzung). Frauensicherheitspaket greift an (Fußfessel bis 4 Monate).

Cybercrime +23,3% (13.207 Fälle, Schaden 16,8 Mio. €). Aufklärungsquote -6,4% (32%).

Wohnungseinbrüche +15,5% (6.777), aber -41,5% zu 2015-Höchststand. Aufklärung +1,2% (15,2%).

Sexualdelikte +9% (10.973), Vergewaltigungen +20,3% (1.143).

Rauschgift -30,2% (12.053), durch Cannabis-Legalisierung.

Antisemitismus +4,8% (374 Fälle) – verstärkter Schutz jüdischer Einrichtungen.