Statistik
Stillstand statt Aufschwung: Wiesbadens Arbeitslosenquote verharrt bei 8,3 Prozent
Der Februar bringt zwar etwas Bewegung in den Arbeitsmarkt, doch echte Entlastung bleibt in Wiesbaden aus. Trotz kleiner Rückgänge zeigt sich die Quote stabil auf hohem Niveau und identisch zum Vorjahr. Warum die Lage komplex ist zeigt ein Blick auf die Details der Statistik.
Symbolfoto
Leicht rückläufige Arbeitslosenzahlen prägen den Februar im Agenturbezirk Wiesbaden im Vergleich zum Vormonat. Doch von einer echten Erholung kann keine Rede sein. Zwar bewegt sich der Markt, bleibt aber weiterhin von Zurückhaltung geprägt.
Saisonale Bewegung ohne Impulse
Die Entwicklung folgt einem bekannten Muster: Im Winter sinken die Zahlen häufig leicht, ohne dass dies auf eine nachhaltige Trendwende hindeutet. „Wir sehen eine typische saisonale Entwicklung, aber keine zusätzliche Dynamik“, sagt Monika Kessler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden.
„Der Arbeitsmarkt bewegt sich, zusätzliche wirtschaftliche Impulse bleiben jedoch aus.“ Das Umfeld bleibe insgesamt angespannt.
Verhaltener Stellenmarkt
Der Bestand an offenen Stellen liegt weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Zwar ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zuletzt gestiegen, doch die Nachfrage der Unternehmen bleibt gedämpft. Viele Betriebe agieren vorsichtig, was sich in weniger Neueinstellungen niederschlägt.
Bedeutung persönlicher Initiative
Gerade in einer Phase begrenzter Möglichkeiten rückt die Eigeninitiative stärker in den Fokus. Das gilt besonders für junge Menschen, die sich derzeit mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen. „Die ‚ausbildungs- und studientage‘ am 13. und 14. März in Wiesbaden bieten eine gute Gelegenheit, direkt mit Unternehmen und Hochschulen ins Gespräch zu kommen“, erklärt Kessler.
Persönliche Kontakte seien oft entscheidend: „Nicht jede Chance ist bereits ausgeschrieben. Wer ins Gespräch kommt, kann Interesse wecken und im besten Fall auch dann überzeugen, wenn noch keine konkrete Stelle veröffentlicht ist.“
Digitale Angebote für Jugendliche und Eltern
Zusätzlich verweist Kessler auf die digitalen Elternabende der Bundesagentur für Arbeit vom 2. bis 15. März. Das Online-Format ermögliche es Jugendlichen und ihren Eltern, verschiedene Branchen und Ausbildungswege kennenzulernen und Fragen unmittelbar zu klären.
Unterstützung für Arbeitssuchende und Betriebe
Die Agentur für Arbeit begleitet Jugendliche mit individueller Berufsberatung und passenden Stellenvorschlägen. Auch Unternehmen erhalten Unterstützung, etwa bei der Besetzung offener Stellen oder bei Qualifizierungsfragen.
Am Ende sei jedoch die eigene Aktivität entscheidend, betont Kessler: „Chancen entstehen nicht von selbst. Man muss sie suchen und aktiv nutzen.“
Arbeitsmarkt im Agenturbezirk
Im Februar 2026 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden 19.060 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang um 155 Personen gegenüber Januar, aber einem Plus von 418 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. Vor einem Jahr betrug sie 7,1 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III waren 5.990 Menschen arbeitslos, im SGB II 13.070. Insgesamt meldeten sich 2.893 Personen neu arbeitslos, während 3.049 ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 495 neue Stellen wurden im Februar gemeldet, 38 weniger als im Vorjahr. Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt bei 198.391 Personen – ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Entwicklung in der Stadt Wiesbaden
In Wiesbaden sank die Arbeitslosigkeit im Februar 2026 auf 13.634 Personen. Das sind 171 weniger als im Januar, aber 328 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,3 Prozent und damit leicht unter dem Vormonatswert. Im SGB III waren 3.940 Menschen arbeitslos, im SGB II 9.694. Insgesamt wurden 327 neue Stellen wies der Stellenmarkt aus, etwas mehr als im Vorjahr.
Situation im Rheingau-Taunus-Kreis
Im Rheingau-Taunus-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit leicht auf 5.426 Personen. Das entspricht einem Plus von 16 Personen gegenüber Januar und 90 gegenüber dem Vorjahr. Die Quote lag unverändert bei 5,3 Prozent. Während im SGB III ein Anstieg verzeichnet wurde, sank die Zahl der Arbeitslosen im SGB II leicht. 168 neue Stellen wurden am Arbeitsmarkt gemeldet, weniger als im Vorjahr.
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