Gefahrstoff
Radioaktiv-Alarm sorgt für Großeinsatz bei der Feuerwehr
Ein ungewöhnlicher "Besuch“ versetzte am Donnerstagnachmittag die Wiesbadener Brandschützer in Alarmbereitschaft. Eine ältere Dame und ihr Sohn brachten ein mit Radioaktiv-Symbolen gekennzeichnetes Behältnis direkt zur Feuerwache 1. Was folgte, waren eine Vollsperrung des Rings und ein Einsatz von Spezialeinheiten unter Atemschutz.
Fotos: Privat, Feuerwehr Wiesbaden
Es war gegen 15:50 Uhr am Donnerstag als eine Frau und ihr Sohn am Haupteingang der Feuerwache 1 im Kurt-Schumacher-Ring in Wiesbaden klingelten. Ihre Nachricht an die Beamten war brisant: Im Kofferraum ihres auf dem Besucherparkplatz abgestellten Wagens befinde sich ein Behälter, der mit dem typischen „Flügelrad“-Symbol für Radioaktivität markiert sei.
Stichwort „H Radioaktiv“ – Großaufgebot alarmiert
Der diensthabende Direktionsdienst nahm die Lage sofort ernst. Da die äußere Erscheinung des Fundstücks – ein bleiummanteltes Behältnis – absolut plausibel auf einen Gefahrstoff hindeutete, wurde umgehend das Großalarm-Stichwort „H Radioaktiv“ ausgelöst.
Binnen Minuten waren rund 25 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr (Wachen 1, 2 und 3), der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte sowie zehn Kräfte des Rettungsdienstes vor Ort. Die Polizei riegelte den Kurt-Schumacher-Ring für die Dauer der ersten Erkundungsmaßnahmen vollständig ab, was im Feierabendverkehr zu erheblichen Rückstaus führte.
Erkundung unter Atemschutz
Während sich die Mutter und ihr Sohn in der Obhut des Rettungsdienstes befanden, ging ein Trupp der Feuerwehr unter Atemschutz und in spezieller Schutzkleidung zum Fahrzeug vor. Mit hochempfindlichen Strahlenmessgeräten wurde das Auto sowie die unmittelbare Umgebung akribisch abgescannt.
Das Ergebnis, weder am Fahrzeug noch an dem mysteriösen Behälter konnte eine erhöhte Strahlung nachgewiesen werden. „Die Messungen ergaben keine Auffälligkeiten“, hieß es seitens der Einsatzleitung. Zu keiner Zeit bestand somit eine Gefährdung für die Bevölkerung oder die Anwohner in Wiesbaden.
Behörden-Apparat in Gang gesetzt
Trotz der ersten negativen Messwerte wurden vorsorglich übergeordnete Behörden informiert, darunter das hessische Innen- und Umweltministerium sowie das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Spezialisierte Strahlenschutzfachkräfte wurden angefordert, um den Behälter abschließend zu begutachten und den fachgerechten Abtransport sicherzustellen.
Es wird vermutet, dass es sich bei dem Fund um ein medizinisches Alt-Behältnis handelt, das zwar noch die Bleiummantelung und die Kennzeichnung besaß, dessen Inhalt jedoch längst nicht mehr aktiv war oder bereits entfernt wurde.
Verkehr rollt wieder – Feuerwehr gibt wichtigen Rat
Nachdem sichergestellt war, dass keine akute Gefahr von dem Pkw ausging, konnte die Polizei den Kurt-Schumacher-Ring wieder für den Verkehr freigeben.
Im Einsatz waren rund 15 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte sowie zehn Kräfte des Wiesbadener Rettungsdienstes einschließlich der Einsatzleitung Rettungsdienst
Die Feuerwehr Wiesbaden nutzt diesen Vorfall für einen wichtigen Appell: Wer verdächtige Gegenstände mit Gefahrensymbolen (Radioaktivität, Biohazard oder Chemie-Warnungen) findet, sollte diese unter keinen Umständen selbst transportieren. „Bitte lassen Sie den Gegenstand liegen, halten Sie Abstand und wählen Sie den Notruf 112“, so die Experten. Nur so könne sichergestellt werden, dass keine unbeteiligten Dritten gefährdet werden und der Dienstbetrieb der Feuerwehr nicht durch Absperrungen der eigenen Wache beeinträchtigt wird.
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