ÖPNV
Elektro-Offensive in Wiesbaden: ESWE bestellt sechs weitere E-Gelenkbusse
Ein Jahr Testlauf, 50.000 Kilometer auf dem Tacho und ein glasklares Fazit. Der erste elektrische Gelenkbus der ESWE Verkehr hat die Feuertaufe im Wiesbadener Stadtverkehr bestanden. Jetzt macht der Mobilitätsdienstleister Nägel mit Köpfen und erweitert die Flotte um sechs weitere XXL-Stromer.
Foto: ESWE Verkehr
Die Topografie der hessischen Landeshauptstadt mit ihren teils steilen Anstiegen gilt als Härtetest für Elektrofahrzeuge. Doch der erste batteriebetriebene Gelenkzug, der vor knapp einem Jahr in Dienst gestellt wurde, hat die Skeptiker eines Besseren belehrt. Ob im dichten Innenstadtverkehr oder auf den anspruchsvollen Strecken in die Außenbezirke – das Fahrzeug hat überzeugt.
Der vollelektrische Gelenkbus meistert auch die Wiesbadener Hügel mit Bravour.
Beeindruckende Reichweite – Mit Dieselbussen auf Augenhöhe
Die Zahlen der ESWE-Bilanz sprechen für sich. Im Schnitt bewältigte der Bus rund 250 Kilometer täglich. In den Sommermonaten kletterte die Reichweite sogar auf über 320 Kilometer. Damit erreicht der E-Gelenkbus eine Jahresleistung, die sich nicht mehr hinter der eines klassischen Dieselbusses verstecken muss.
„Der elektrische Gelenkbus hat sich sehr gut bewährt, und auch die Mitarbeitenden aus dem Fahrbetrieb zeigen sich hochzufrieden“, erklärt Marion Hebding, Geschäftsführerin der ESWE Verkehr. Aufbauend auf diesen Erfahrungen läuft das Ausschreibungsverfahren für sechs weitere Fahrzeuge bereits auf Hochtouren.
44 Prozent der Flotte bereits elektrisch
Mit der Neuanschaffung wächst die grüne Flotte weiter. Aktuell befinden sich bereits 118 elektrische Solobusse im Bestand. Damit bestreitet die ESWE Verkehr rund 44 Prozent ihrer gesamten Verkehrsleistung emissionsfrei und leise.
Wiesbaden Verkehrsdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kowol (Grüne) sieht darin ein wichtiges Signal. „Wir bleiben nicht bei Pilotprojekten stehen, sondern setzen die Verkehrswende im Alltag um. So führen wir den ÖPNV Schritt für Schritt in eine klimafreundliche Zukunft.“
Kapazitäten als Schlüssel für die Liniennetzreform
Besonders auf den nachfragestarken Linien spielen die Gelenkbusse mit ihren großen Kapazitäten eine entscheidende Rolle. Sie sind ein fester Baustein für die geplante Liniennetzreform, um mehr Fahrgäste komfortabel und umweltfreundlich zu befördern.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch. Für noch mehr Elektro-Großfahrzeuge stößt der aktuelle Betriebshof an seine Grenzen. Weitere Anschaffungen über die nun geplanten sechs Busse hinaus hängen maßgeblich davon ab, wann zusätzlicher Platz in Form eines zweiten Betriebshofes geschaffen werden kann.
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InfoBox
Fakten zum ersten E-Gelenkbus
| Hersteller: | Daimler Busses GmbH, Stuttgart |
| Typ: | eCitaro G |
| Batterie: | Hersteller: Akasol, Typ NMC 3 Kapazität: 686 kWh Ladedauer: von 0 – 100 % ca. 5 h Automatische Vorkonditionierung über das Last- und Lademanagement |
| Antrieb: | zwei Radnabenmotoren pro Achse, insgesamt vier Elektromotoren 473 PS Leistung |
| Reichweite: | > 200 km, je nach Einsatzbedingungen (Topografie, Wetter, etc.) |

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