Reparaturmaßnahmen
Winter hinterlässt Spuren: Über 5.000 Schlaglöcher im Wiesbadener Straßennetz erwartet
Der harte Winter setzt Wiesbadens Straßen massiv zu. Das Tiefbau- und Vermessungsamt rechnet mit mehr als 5.000 Schlaglöchern. Reparaturtrupps sind im Dauereinsatz, doch die finanziellen Mittel reichen kaum aus. Was das für Verkehrsteilnehmer bedeutet und wie Bürger Schäden melden können.
Symbolfoto: Daniel Becker, Stadt Wiesbaden
Die Bilanz des bisherigen Winters ist für Wiesbadens Autofahrer und das Tiefbauamt gleichermaßen ernüchternd. Seit November hat die Stadt bereits 27 Frost-Tau-Wechsel erlebt. Dieser physikalische Stress ist Gift für die Fahrbahnen. Wasser dringt in kleinste Risse, gefriert, dehnt sich aus und sprengt den Asphalt regelrecht auf. Das Ergebnis ist ein Rekordwert von erwarteten 5.000 Schlaglöchern – eine massive Steigerung im Vergleich zu den durchschnittlich 3.000 Schadstellen der Vorjahre.
Dauereinsatz für die Verkehrssicherheit
Aktuell sind vier Reparaturtrupps im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um die gröbsten Gefahrenstellen zu beseitigen. Rund 230.000 Euro wurden in dieser Saison bereits allein für externe Fremdfirmen ausgegeben, die kurzfristig Löcher flicken.
Diese Sofortmaßnahmen dienen der akuten Verkehrssicherung. Ohne diesen Einsatz drohen nicht nur Schäden an Felgen und Fahrwerken, sondern im schlimmsten Fall Vollsperrungen ganzer Straßenabschnitte. Da die Arbeiten oft nur wenige Minuten dauern, werden diese Kurzzeit-Baustellen nicht im offiziellen Baustellenmelder aufgeführt. Die Stadt bittet daher um Verständnis für kurzzeitige Behinderungen im Verkehrsfluss.
Schlaglochmelder – Reparatur innerhalb von 24 Stunden
Ein Lichtblick für genervte Verkehrsteilnehmer ist der digitale Service der Landeshauptstadt. Über den städtischen Schlaglochmelder können Bürger defekte Straßenabschnitte direkt online melden. Das Versprechen der Stadt ist ambitioniert: Gemeldete Schlaglöcher werden in der Regel innerhalb von nur 24 Stunden bearbeitet und beseitigt.
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Hier geht es zum Service: www.wiesbaden.de/schlaglochmelder
Finanzielle Notlage – Millionen für Straßensanierung fehlen
Trotz des hohen Arbeitseinsatzes stößt das Tiefbau- und Vermessungsamt an seine finanziellen Grenzen. Das Problem: Die Flicken sind nur Kosmetik, die eigentliche Substanz der Straßen müsste grundlegend erneuert werden.
Das seit 2005 laufende „Fahrbahndeckenprogramm“ verfügt jährlich nur über etwa 700.000 Euro – ein Tropfen auf den heißen Stein. Für die allgemeine Instandhaltung stehen 2026 zwar rund 4,5 Millionen Euro bereit, doch die Experten des Tiefbauamts schätzen den tatsächlichen Bedarf auf das Doppelte. Um das 1.200 Kilometer lange Wiesbadener Straßennetz dauerhaft verkehrssicher zu halten, hofft die Stadtspitze nun auf Unterstützung durch das Infrastrukturpaket des Bundes.
Investition in die Sicherheit
Jedes gestopfte Schlagloch ist eine Investition, um Folgeschäden an Fahrzeugen zu vermeiden. Solange die großen Sanierungsmittel fehlen, bleibt den Wiesbadenern nur der wachsame Blick auf die Fahrbahn und der Griff zum Smartphone, um den Reparaturtrupps den nächsten Einsatzort zu weisen.
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