Angstzonen / Maßnhamen

Mehr Licht, mehr Sicherheit: Erste Erfolge nach „Dunkelspaziergang“ in Kostheim

In Kastel und Kostheim hat ein von Jugendlichen initiierter Dunkelspaziergang bereits zu einer sichtbaren Verbesserung geführt. Die Aktion zeigt, wie wirkungsvoll echte Beteiligung junger Menschen sein kann – und wie ihre Perspektiven die Sicherheit im Stadtteil nachhaltig stärken.

Von: |Erschienen am: 24. Februar 2026 11:56|

Foto: Stadt Wiesbaden

Unter dem Titel „Meine Stadt, mein Gefühl“ luden Mädchen aus dem Jugendpavillon Krautgärten und dem Zentrum Reduit in Kastel im Dezember 2025 zu einem „Dunkelspaziergang“ ein. Ihr Ziel: Den Verantwortlichen aus Stadtpolitik und Polizei zeigen, wo sie sich in der Dunkelheit – in den Wiesbadener Stadtteilen Kastel und Kostheim – unwohl oder unsicher fühlen. Jetzt zeigt die Initiative Wirkung.

Licht an am Hallenbad Kostheim

Eine der zentralen Problemstellen war der Weg zwischen dem Hallenbad und der Sporthalle in Kostheim, insbesondere der dortige Vorplatz. Durch mangelnde Beleuchtung und schlechte Einsehbarkeit wurde dieser Bereich von den Jugendlichen als bedrohlich wahrgenommen.

In Zusammenarbeit mit der städtischen Gesellschaft mattiaqua und dem Sozialdezernat wurde nun geliefert: Die Beleuchtungsanlage ist ab sofort vollständig in Betrieb. Wo vorher Schatten waren, sorgt nun helles Licht für eine klare Übersicht und ein deutlich besseres Sicherheitsgefühl für Sportler, Badegäste und Passanten.

„Die Perspektive der Mädchen ist maßgeblich“

Wiesbadens Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher (SPD), die den Rundgang im Dezember begleitete, zieht eine positive erste Bilanz. „Junge Frauen erleben den öffentlichen Raum oft anders als andere. Genau deshalb ist ihre Perspektive für uns maßgeblich. Beim Dunkelspaziergang haben die Mädchen sehr konkret beschrieben, wo Unsicherheit entsteht und warum. Dass wir eine erste Maßnahme bereits umsetzen konnten, zeigt: Wenn wir zuhören und gemeinsam handeln, entstehen reale Verbesserungen.“

Weitere Orte auf dem Prüfstand

Doch das Hallenbad war nur der Anfang. Während des Rundgangs am 9. Dezember wurden weitere Orte in Kastel und Kostheim benannt, die durch unübersichtliche Wegeführungen oder fehlendes Licht auffielen. Diese Stellen werden derzeit von den zuständigen Fachämtern ausgewertet. Geprüft wird, welche Maßnahmen – von zusätzlichem Rückschnitt von Hecken bis hin zu weiteren Laternen – kurz- oder mittelfristig realisierbar sind.

Beteiligung, die bewegt

Der Erfolg in Kostheim beweist: Jugendbeteiligung in Wiesbaden ist kein symbolischer Akt. Die Ergebnisse des Dunkelspaziergangs fließen direkt in die laufenden Planungs- und Präventionsmaßnahmen der Stadt ein. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu einer geschlechterbewussten Gestaltung des öffentlichen Raums, in dem sich jeder – egal zu welcher Uhrzeit – sicher bewegen kann.

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