Vortrag

Vergessene Schicksale im Fokus – Die Geschichte über „Rosa-Winkel-Häftlinge“ im Kunsthaus Wiesbaden

Die Verfolgung Homosexueller während der NS-Zeit war jahrzehntelang ein Tabuthema. Eine aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Wiesbaden bricht dieses Schweigen. Am Mittwoch, 18. März, lädt das Stadtarchiv zu einem besonderen Abend ein. Der Historiker Dr. Alexander Zinn beleuchtet die Biografien der „Rosa-Winkel-Häftlinge“, musikalisch begleitet vom queeren Chor „Die Uferlosen“.

Von: |Erschienen am: 19. Februar 2026 12:06|

Symbolfoto

Das Kunsthaus Wiesbaden beherbergt seit dem 11. Februar ein bewegende Ausstellung, die den Blick auf ein dunkles Kapitel der Geschichte lenkt. Unter dem Titel „Rosa Winkel. Als homosexuell verfolgte Häftlinge in den Konzentrationslagern Buchenwald und Mittelbau-Dora“ zeigt das Stadtarchiv Wiesbaden Schicksale, die lange Zeit aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt wurden.

Tiefgreifende Einblicke durch Dr. Alexander Zinn

Im Rahmen des Begleitprogramms findet am Mittwoch, 18. März, um 18:00 Uhr ein Vortragsabend statt, der die Hintergründe der Verfolgungspraktiken detailliert analysiert. Referent des Abends ist der renommierte Historiker und Soziologe Dr. Alexander Zinn.

Er wird in seinem Vortrag nicht nur die individuellen Lebenswege der Männer nachzeichnen, die in den KZs mit dem rosa Winkel gebrandmarkt wurden, sondern auch das juristische Rückgrat der Verfolgung beleuchten: die Paragrafen 175 und 175a. Ein weiterer Schwerpunkt wird die oft schmerzhaft langsame Aufarbeitung dieser Unrechtsurteile in der Nachkriegszeit sein.

Musikalisches Zeichen für Vielfalt – „Die Uferlosen“

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung ist die Mitwirkung des queeren Chores „Die Uferlosen“ aus Mainz und Wiesbaden. Die Sängerinnen und Sänger werden den historischen Vortrag musikalisch umrahmen. Mit ihren selbstgetexteten Liedern schlagen sie eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und regen zum Nachdenken über queeres Leben, Akzeptanz und Freiheit in der heutigen Zeit an.

Besuch der Ausstellung noch bis April möglich

Die Ausstellung selbst wurde von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora konzipiert. Wer den Vortragsabend verpasst, hat noch bis zum 19. April Zeit, die Exponate im Kunsthaus auf dem Schulberg zu besichtigen.

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InfoBox

Infos kompakt & Anmeldung:

  • Vortrag: Mittwoch, 18. März, 18:00 Uhr

  • Ort: Kunsthaus Wiesbaden, Schulberg 10

  • Eintritt: Frei

  • Anmeldung: Um vorherige Anmeldung per E-Mail an veranstaltung-stadtarchiv@wiesbaden.de wird gebeten.

Öffnungszeiten Kunsthaus:

  • Dienstag – Sonntag & Feiertage: 11:00 bis 17:00 Uhr

  • Donnerstag: 11:00 bis 19:00 Uhr (Ab 1. März: 13:00 bis 19:00 Uhr)