Wallauer Spange

Wiesbaden, Hochheim und Hofheim erhöhen Druck auf Bund und Bahn

Die betroffenen Kommunen rund um den geplanten Haltepunkt Wallau machen Tempo: Während sie ihre eigenen Planungen verschlanken, fordern sie von Bund und Bahn klare Zusagen und einen verbindlichen Zeitplan.

Von: |Erschienen am: 13. Februar 2026 14:58|

Symbolfoto

Wiesbaden, Hochheim und Hofheim am Taunus sprechen sich erneut dafür aus, dass der Bund und die DB InfraGo den Baubeginn der Wallauer Spange zeitnah ermöglichen.

Parallel dazu arbeiten die drei Kommunen weiter an den Planungen für das Umfeld der künftigen Haltestelle Wallau Delkenheim. Ziel bleibt eine Inbetriebnahme des neuen Bahnhaltepunktes im Jahr 2030.

Bedeutung des Projekts für die Region

Die Kommunen betonen, dass die Wallauer Spange und der geplante Haltepunkt für die regionale Verkehrsentwicklung eine zentrale Rolle spielen. Deshalb erneuern sie ihre Forderung nach einer gesicherten Finanzierung und einem zügigen Projektfortschritt. In der kommenden Woche wollen sie diese Anliegen in einem gemeinsamen Gespräch mit der Deutschen Bahn, Hessen Mobil, der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft, ESWE Verkehr und weiteren Beteiligten vorbringen.

„Wir bekräftigen an dieser Stelle nochmals die Notwendigkeit des Schienen-Vorhabens sowie die zeitgerechte Umsetzung der Infrastrukturanlagen des Haltepunktes und gehen davon aus, dass die Umsetzung des Bahnprojektes ohne weiteren Zeitverzug im Jahr 2027 beginnt und bis dahin die Finanzierung seitens des Bundes gesichert ist“, sagt Hofheims Erster Stadtrat Daniel Philipp (Bündnis 90/Die Grünen).

Forderungen an Bund und Bahn

Auch aus Wiesbaden wiederholt die deutliche Kritik am stockenden Projektverlauf. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) hebt die verkehrliche Bedeutung hervor: „Die ,Wallauer Spange‘ ist ein zentraler Baustein für ein leistungsfähiges Schienennetz in der gesamten Rhein-Main-Region.

Es ist nicht akzeptabel, dass dieses Projekt ins Stocken geraten ist, weder für die Pendlerinnen und Pendler noch für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Rhein-Main. Unser Ziel bleibt, die ,Wallauer Spange‘ als direkte Anbindung an die ICE-Schnellfahrstrecke und den Flughafen Frankfurt zügig zu realisieren“, sagt Mende.

Kommunale Vorleistungen

Die drei Städte betonen, dass sie ihren Teil der Aufgaben bereits vorantreiben. Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Bündnis 90/Die Grünen) verweist auf die umfangreichen Planungen für die regionale Anbindung des Haltepunkts. „Wir Kommunen erfüllen unseren Teil der Aufgabe, den Haltepunkt bestmöglich in die Region zu integrieren: Wir nehmen Geld in die Hand. Die Planungen unserer Fachämter stellen sicher, dass der Haltepunkt die Bahnverbindung mit dem Umland optimal vernetzt, durch eine umfassende Integration in das lokale Busnetz, einen direkten Anschluss an das lokale und regionale Radwege- und Radschnellwegenetz sowie eine optimierte Anbindung an die L3017 und L3028 mit einer neuen Verbindungsstraße.

Damit tragen wir maßgeblich zum Erfolg des neuen Haltepunktes bei. Im Gegenzug erwarten wir von DB InfraGo und Bund verlässliche Zeitpläne, transparente Entscheidungen und eine klare Priorität für die Projekte in Wiesbaden und im Rhein-Main-Gebiet“, sagt Kowol.

Bessere Anbindung für Hochheim

Auch Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) unterstreicht die Vorteile für seine Stadt: „Für die Bürger von Hochheim und Massenheim verbessert sich die Anbindung an den Flughafen und die Innenstadt von Frankfurt. Dies sollte zügig umgesetzt werden“, sagt Westedt.

Anpassungen zur Sicherung der Förderfähigkeit

Damit das Projekt „Wallauer Spange“ nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz förderfähig bleibt, müssen die kommunalen Planungskosten reduziert werden.

Nur so lässt sich ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis erreichen. Diese Vorgabe stellt derzeit die größte Herausforderung für die beteiligten Städte dar.

Überarbeitung der Planungen

Mit Unterstützung eines Ingenieurbüros arbeiten die Kommunen an einer kostensparenden Neuplanung. Vorgesehen ist unter anderem, das ursprünglich geplante Parkhaus durch einen ebenerdigen Parkplatz zu ersetzen.

Die Bushaltestellen sollen künftig entlang der Landesstraße 3017 und der geplanten Verbindungsstraße angeordnet werden. Zudem werden Wendemöglichkeiten für Busse, Pausenflächen, Fahrradabstellanlagen sowie Sozial- und Sanitärräume berücksichtigt. Eine Personenunterführung und ein Steg vom Parkhaus zum Gleis entfallen hingegen.

Nächste Schritte

Die Kommunen Wiesbaden, Hochheim und Hofheim gehen davon aus, dass die überarbeiteten Planungen ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von deutlich über 1 ermöglichen.

Auf dieser Grundlage soll eine neue Kostenschätzung erstellt werden, die anschließend in eine aktualisierte Nutzen-Kosten-Analyse einfließt.

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