Bildungsinfrastruktur
Karl-Gärtner-Schule Delkenheim wächst: Stadtverordnete geben Erweiterungsbau grünes Licht
Wiesbaden investiert in die Zukunft seiner kleinsten Bürger. Die Stadtverordneten haben am Mittwoch grünes Licht für den Erweiterungsbau der Karl-Gärtner-Schule gegeben. Mit einem modernen Neubau reagiert die Landeshauptstadt auf die steigenden Schülerzahlen in Delkenheim und setzt dabei neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Pädagogik.
Fotos: Architektur.Schön für Landeshauptstadt Wiesbaden
Der Wiesbadener Stadtteil Delkenheim wächst, vor allem durch das Neubaugebiet „Lange Seegewann“. Damit steigt auch der Bedarf an Schulplätzen. Die Karl-Gärtner-Schule, eine Grundschule mit langer Tradition, stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Das bestehende Gebäude aus dem Jahr 1967 reicht für die geplante 3,5-Zügigkeit und die Anforderungen einer modernen Ganztagsbetreuung nicht mehr aus.
Moderner Neubau für zukunftsfähiges Lernen
Der geplante Erweiterungsbau soll diese Lücke schließen. „Der Erweiterungsbau ist notwendig, um allen Kindern in Delkenheim hochwertige Lernbedingungen zu bieten“, betonte Wiesbaden Schuldezernent Dr. Hendrik Schmehl (SPD) nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend, 11. Februar, im Rathaus.
Das Konzept bricht mit der alten „Schusterbau“-Typologie der 60er Jahre. Im neuen, zweigeschossigen Baukörper entstehen vier Parallelklassen, die in sogenannten pädagogischen Clustern angeordnet sind. Vor den Unterrichtsräumen werden multifunktionale Lernzonen geschaffen, die individuelles Lernen und moderne pädagogische Konzepte ermöglichen. Dabei wurde der Entwurf eng mit der Denkmalpflege abgestimmt, um sich harmonisch in das bestehende Schulensemble einzufügen.
Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: „Low-Tech“ und Holzbau
Besonderes Augenmerk legt die Stadt Wiesbaden bei diesem Projekt auf den ökologischen Fußabdruck. Der Neubau fungiert als Modellprojekt für nachhaltiges Baue. Es wird verstärkt auf den nachwachsenden Rohstoff Holz gesetzt. Luft-Wärme-Pumpen sorgen für eine dezentrale Wärmeversorgung, während Photovoltaikanlagen auf dem begrünten Dach Strom erzeugen. Ein innovatives Low-Tech-System nutzt die natürliche Querlüftung über dezentral gesteuerte Öffnungen, was sowohl Investitions- als auch Betriebskosten spart.
Finanzierung und Zeitplan
Die Gesamtkosten für das ambitionierte Bauprojekt belaufen sich auf knapp 6,2 Millionen Euro. Ein großer Erfolg für die Stadtkasse: Rund 70 Prozent der Kosten sind förderfähig. Hierfür konnten Mittel aus dem Bundesinvestitionsprogramm zum Ausbau der Ganztagsbetreuung gesichert werden.
Auch die Außenanlagen am Wickerbach werden sensibel gestaltet. Der wertvolle Baumbestand bleibt erhalten, ebenso wie die beliebte öffentliche Wegeverbindung entlang des Bachlaufs. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Bauarbeiten bis Ende Juli 2027 abgeschlossen sein – pünktlich zum Start des neuen Schuljahres.
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