Energiewende

Windpark-Projekt „Hohe Wurzel“ holt juristischen Rückenwind

Nach Jahren vieler Hürden bewegt sich eines der wichtigsten Energieprojekte der Region Wiesbaden plötzlich spürbar vorwärts. Ein aktuelles Urteil verändert die Ausgangslage und könnte dem geplanten Windpark auf der Hohen Wurzel entscheidenden Schwung verleihen. Doch bevor die Bagger anrollen, steht noch eine weitere Weichenstellung aus, die über Tempo und Richtung des Projekts bestimmen wird.

Von: |Erschienen am: 6. Februar 2026 21:06|

Symbolfoto

Die Wiesbadener ESWE Taunuswind GmbH hat im Genehmigungsverfahren für den geplanten Windpark „Hohe Wurzel“ einen weiteren juristischen Erfolg erzielt.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hob in zwei aktuellen Entscheidungen die Feststellung auf, dass die Hessischen Flächenbeitragswerte für den Windenergieausbau erreicht seien. Damit gelten die zehn geplanten Anlagen wieder als privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich, ein Status, der dem Projekt erheblichen Rückenwind verschafft.

Bedeutung für das Genehmigungsverfahren

Durch die Aufhebung der Feststellung wird dem Windenergieausbau auf der Hohen Wurzel ein überragendes öffentliches Interesse zugesprochen. Die ESWE Taunuswind, eine Tochtergesellschaft der ESWE Versorgung AG, konnte sich damit erneut vor Gericht durchsetzen. Bereits 2020 hatte das Verwaltungsgericht Wiesbaden das Land Hessen verpflichtet, die Genehmigung für die Anlagen zwischen Wiesbaden und Taunusstein zu erteilen.

„Wir freuen uns sehr, dass der 11. Senat unserer Argumentation gefolgt ist und in einer wegweisenden Entscheidung viele offene Rechtsfragen im Sinne der Klägerin geklärt hat“, sagt Rechtsanwalt Tobias Roß, der das Projekt seit 2016 begleitet.

Offene Verfahren und nächste Schritte

Trotz des aktuellen Erfolgs ist der Weg zum Baubeginn noch nicht vollständig frei. Über die Berufung des Landes Hessen gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Wiesbaden muss der VGH ebenfalls noch entscheiden. Erst wenn dieses Verfahren abgeschlossen ist, kann das Projekt endgültig weiter voranschreiten. „Wir werden nun auf eine schnelle Terminierung des offenen Verfahrens hinwirken“, erklärt Roß.

Für die Projektbeteiligten überwiegt dennoch die Zuversicht, ein zentrales Energieprojekt der Landeshauptstadt Wiesbaden entscheidend vorangebracht zu haben.

Windstarker Standort mit Potenzial

Der geplante Windpark soll auf dem Taunuskamm entstehen, einer der windreichsten Regionen Hessens. „Gutachten bescheinigen, dass am Standort Hohe Wurzel ein Windpark unter Wahrung des Artenschutzes erbaut werden kann“, sagt Florian Hergesell, Geschäftsführer der ESWE Taunuswind GmbH. Die zehn Anlagen sollen jährlich rund 85.000 Megawattstunden Strom erzeugen und damit etwa 22.000 Drei-Personen-Haushalte versorgen.

Damit würde das Projekt einen wichtigen Beitrag zu den lokalen Wiesbadener Klimaschutzzielen und einer nachhaltigen Energieversorgung leisten.

Nachhaltige Strategie des Unternehmens

Auch die ESWE Versorgung AG sieht in dem Projekt Windpark Hohe Wurzel einen zentralen Baustein ihrer langfristigen Ausrichtung. „Für uns gehören Energiewirtschaft und Verantwortung untrennbar zusammen“, betont Vorstandsvorsitzender Jörg Höhler.

„Wir verfolgen eine ökologische Energiestrategie, die längst nachhaltige Erfolge im Klimaschutz zeigt. Wir fokussieren uns auf den Ausbau regenerativer Energien. CO2-Einsparungen stehen bei uns im Mittelpunkt. Denn nachhaltiges Denken und Handeln ist aktuell wichtiger als je zuvor.“

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