Historische Würdigung
Ehrengrab für früheren Kasteler Bürgermeister Löffelholz
Ein Mann, der Kastel einst entscheidend prägte, rückt erneut in den Fokus der Stadtgeschichte. Jahrzehnte nach seinem Wirken würdigt Wiesbaden seine Leistungen mit einer besonderen Entscheidung, die weit über eine formale Geste hinausgeht. Warum Heinrich Löffelholz bis heute als prägende Figur gilt und welche Spuren er hinterlassen hat, zeigt ein Blick auf seine Amtszeit.
Symbolfoto
Magistrat und Ältestenrat der Landeshauptstadt Wiesbaden haben beschlossen, die Grabstätte von Heinrich Löffelholz auf dem Friedhof Kastel bis Ende 2045 als Ehrengrab zu führen.
Damit würdigt die Stadt das Wirken des früheren Bürgermeisters, der Kastel in einer Phase grundlegender Modernisierung prägte.
Prägender Kommunalpolitiker
Wiesbadens Oberbürgermeister Gert‑Uwe Mende (SPD) betont die Bedeutung des langjährigen Bürgermeisters für die damalige Gemeinde: „Heinrich Löffelholz hat sich sehr um Kastel verdient gemacht und als Bürgermeister viel Verantwortung für die damals eigenständige Gemeinde übernommen. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Bürgermeister und der infrastrukturellen Modernisierung der Gemeinde in seiner Amtszeit gebührt ihm diese Würdigung. Kastel hat ihm viel zu verdanken.“
Löffelholz wurde 1855 in Kastel geboren und amtierte von 1890 bis 1908 als Bürgermeister. Mit der Eingemeindung nach Mainz endete seine Amtszeit. In diesen Jahren entstanden zentrale Infrastrukturprojekte, die das Leben in Kastel nachhaltig veränderten.
Modernisierung der Gemeinde
Zu den wichtigsten Vorhaben seiner Amtszeit zählen der Bau eines Wasserwerks und eines Elektrizitätswerks. Das Wasserwerk ersetzte die bis dahin genutzten Hof- und öffentlichen Brunnen, ermöglichte Hausanschlüsse und führte zur Anlage von Abwasserkanälen sowie zur Pflasterung der Straßen. Ab 1904 versorgte es auch die Nachbargemeinde Amöneburg.
Das Elektrizitätswerk lieferte zunächst ausschließlich Strom für die Straßenbeleuchtung; private Anschlüsse folgten später. Auch der Bau der Kaiserbrücke, die Kastel mit Mainz verband, fällt in seine Amtszeit. Die wirtschaftliche Entwicklung durch Unternehmen wie Dyckerhoff und Kalle & Albert verschaffte der Gemeinde hohe Steuereinnahmen, die diese Modernisierungsschritte ermöglichten.
Auszeichnungen für sein Engagement
Für seine Verdienste erhielt Löffelholz mehrere Auszeichnungen, darunter 1903 den Verdienstorden II. Klasse Philipps des Großmütigen sowie 1905 die Erlaubnis, den Roten Adlerorden IV. Klasse zu tragen. Beide Ehrungen würdigen seine Leistungen im kommunalen Bereich. Heinrich Löffelholz verstarb 1932 in Mainz.
Bedeutung von Ehrengräbern
Ehrengräber der Landeshauptstadt Wiesbaden werden Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Stadt oder in Bereichen wie Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft oder Soziales verdient gemacht haben. Mit der Entscheidung für den ehemaligen Kasteler Bürgermeister Heinrich Löffelholz wird ein Stück Geschichte des Stadtteils sichtbar gewürdigt.
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