Polizei

Teurer „Scherz“ in der Nacht: Großeinsatz in Wiesbaden entpuppt sich als Notrufmissbrauch

Dutzende Einsatzkräfte, Blaulicht und eine vermeintliche akute Notsituation. Am späten Mittwochabend hielt ein mysteriöser Notruf die Wiesbadener Polizei in Atem. Ein Großaufgebot war im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern. Doch vor Ort stellte sich schnell heraus, die dramatische Lage war komplett erfunden. Jetzt erwartet den Anrufer ein strafrechtliches Nachspiel.

Von: |Erschienen am: 5. Februar 2026 15:56|

Symbolfoto

Wenn das Telefon in der Leitstelle der Polizei klingelt und eine „akute Notsituation“ gemeldet wird, zählt jede Sekunde. Gegen 22:50 Uhr am Mittwochabend, 4. Februar, löste ein solcher Anruf eine massive Kettenreaktion aus. Mehrere Streifenwagen eilten mit Sondersignalen in die Sommerstraße in Wiesbaden, um schnelle Hilfe zu leisten.

Polizei umstellt Einsatzort – doch alles bleibt ruhig

Vor Ort angekommen, bereiteten sich die Beamten auf ein ernstes Szenario vor. Doch statt einer Gefahrenlage trafen die Polizisten auf eine friedliche Szenerie. Umfangreiche Überprüfungen im Nahbereich und Befragungen ergaben schnell das frustrierende Ergebnis, es lag keinerlei Gefahr vor. Der gesamte Sachverhalt war frei erfunden.

Der Einsatz konnte zeitnah abgebrochen werden, hinterließ jedoch bei den Anwohnern und den eingesetzten Kräften Kopfschütteln.

„Notrufe sind kein Spielzeug“ – Polizei warnt vor Konsequenzen

Die Wiesbadener Polizei findet nach diesem Vorfall deutliche Worte. Notrufe über die 110 oder 112 sind ausschließlich für echte Notfälle reserviert. „Falsche Notrufe binden unnötig Einsatzkräfte, die an anderer Stelle, wo es vielleicht wirklich um Leben und Tod geht, dringend gebraucht werden könnten“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen.

Der Missbrauch von Notrufen ist kein Kavaliersdelikt. Wer mutwillig Hilfe herbeiruft, die nicht benötigt wird, muss mit harten Konsequenzen rechnen:

  • Strafverfahren: Die Polizei hat Ermittlungen wegen Notrufmissbrauchs und des Vortäuschens einer Straftat eingeleitet.

  • Kosten: Neben einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe können dem Verursacher die enormen Kosten des Polizeieinsatzes in Rechnung gestellt werden – dies kann schnell mehrere tausend Euro kosten.

Ermittlungen gegen den Anrufer laufen

Die Kriminalpolizei arbeitet nun daran, den Verursacher des falschen Alarms zweifelsfrei zu identifizieren. Dank moderner Technik ist die Rückverfolgung solcher Anrufe meist nur eine Frage der Zeit. Die Sommerstraße konnte gegen Mitternacht wieder zur Ruhe kommen.

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