Fastnacht
Hessens Polizei rüstet sich für eine sichere Narrenzeit
Wenn bald wieder Kostüme, Musik und Straßenumzüge die Städte füllen, laufen hinter den Kulissen längst die Drähte heiß. Die Sicherheitsbehörden stellen sich auf eine Saison ein, die besondere Aufmerksamkeit verlangt und reagieren mit einem Maßnahmenmix, der über das Gewohnte hinausgeht. Welche Überlegungen dahinterstehen und was das für die Feiernden bedeutet, zeigt ein Blick auf die aktuellen Planungen.
Archivfoto
Die hessischen Sicherheitsbehörden bereiten sich umfassend auf die Karnevalszeit 2026 vor. In den kommenden Wochen werden im ganzen Land zahlreiche Umzüge und Veranstaltungen erwartet, zu denen wieder viele Menschen strömen.
Das Innenministerium und das Landespolizeipräsidium haben dafür in Wiesbaden ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Kommunen und Veranstaltern besonders betont. Ein aktueller Erlass legt fest, wie die Polizei in der fünften Jahreszeit vorgehen soll.
Sichtbare Präsenz und klare Schwerpunkte
Innenminister Roman Poseck (CDU) hob die Bedeutung der Sicherheitsvorkehrungen hervor. „Die Sicherheit der Bürger hat für uns oberste Priorität. Wegen der weiterhin allgemein angespannten Sicherheitslage setzen wir auch dieses Jahr wieder auf eine deutlich sichtbare Polizeipräsenz und gezielte Kontrollmaßnahmen im Rahmen der Feierlichkeiten rund um Karneval.“
Zugleich betonte er, dass die Behörden eng mit den Veranstaltern zusammenarbeiten, um ein fröhliches und sicheres Fest zu ermöglichen.
Klare Kontrollschwerpunkte
Die hessische Polizei wird während der gesamten Karnevalszeit verstärkt im Einsatz sein. Laut Ministerium sollen die Beamten besonders auf politisch motivierte Straftaten, sexualisierte und queerfeindliche Gewalt sowie Raubdelikte und Trickdiebstähle achten. Zudem sind verstärkte Kontrollen im Bereich des Waffenrechts vorgesehen.
Notinterventionsteams und Spezialeinsatzkräfte sollen im Bedarfsfall schnell reagieren können. Wie bereits auf Weihnachtsmärkten kommt erneut das Sicherheitskonzept des „3er Rings“ zum Einsatz, das Veranstaltungsort, äußere Begrenzung und Umfeld gemeinsam betrachtet.
Hohe Einsatzbereitschaft der Polizei
Poseck erklärte, die Polizei habe sich in den vergangenen Wochen akribisch auf die Karnevalszeit vorbereitet. Gleichzeitig seien die Kräfte weiterhin durch zahlreiche Demonstrationslagen gefordert, unter anderem im Zusammenhang mit Entwicklungen im Iran.
Er verwies darauf, dass Hessen derzeit über eine personelle Rekordstärke verfüge: Mehr als 16.000 Polizisten seien im Einsatz; so viele wie nie zuvor. Die friedliche Weihnachtsmarktzeit und größere Einsatzlagen hätten gezeigt, dass die Sicherheitsmaßnahmen wirkten.
Dank an Einsatzkräfte
Der Innenminister dankte allen Einsatzkräften sowie Feuerwehr und Rettungsdiensten für ihren täglichen Beitrag zur Sicherheit: „Unsere Sicherheitsbehörden tun alles für sichere und fröhliche Karnevalstage, damit die Menschen unbeschwert feiern können.“
Zugleich appellierte er an die Besucher, selbst Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen.
Sofortprogramm für sichere Veranstaltungen
Bereits im April 2025 hat das Innenministerium in Wiesbaden das Sofortprogramm „Sicherheit bei Veranstaltungen“ gestartet. Es unterstützt Kommunen, die gemeinsam an Sicherheitskonzepten für Feste, Märkte und Umzüge arbeiten. Ziel ist es, Schutzmaßnahmen effizienter zu gestalten, Kosten zu reduzieren und mobile Schutzeinrichtungen gemeinsam zu nutzen. Die Kooperationen sind auf mindestens fünf Jahre angelegt und werden durch Landesmittel gefördert.
Mit den geplanten Sicherheitsmaßnahmen wollen das Land und die Polizei sicherstellen, dass Fasching in Hessen trotz angespannter Sicherheitslage unbeschwert gefeiert werden kann.
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