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Warnstreik lähmt Wiesbaden: ESWE-Busse stehen still – Volle Straßen

Der bundesweite Warnstreik der Gewerkschaft ver.di hat am Montag auch die hessischen Landeshauptstadt voll getroffen. Seit den frühen Morgenstunden standen fast alle Busse von ESWE Verkehr still. Während die Betriebshöfe verwaist blieben, quälten sich die Pendler durch volle Straßen in der Wiesbadener Innenstadt.

Von: |Erschienen am: 2. Februar 2026 14:44|

Fotos: Otto witte

Wer am Montagmorgen wie gewohnt mit dem Bus zur Arbeit oder zur Schule wollte, brauchte starke Nerven oder ein alternatives Fortbewegungsmittel. Seit den Früheinmorgenstunden (2. Februar) herrscht auf dem Betriebshof von ESWE Verkehr in der Gartenfeldstraße gähnende Leere – zumindest was den Linienverkehr angeht alle über 200 Busse blieben auf ihren Postionen stehen. Davor versammelten sich engagierte Streikposten, um ihren Forderungen im laufenden Tarifstreit des öffentlichen Dienstes Nachdruck zu verleihen.

Pendler-Frust an den Haltestellen

Trotz tagelanger Vorankündigungen in den Medien hatten einige Fahrgäste den Aufruf zum Warnstreik offenbar nicht mitbekommen. In der gesamten Innenstadt, am Hauptbahnhof und in den Vororten sah man am Morgen hier und da ratlose Gesichter an den Haltestellen. Viele Pendlerinnen und Pendler warteten vergeblich auf ihre Linien, während die digitalen Anzeigetafeln oft nur den Hinweis auf den Streik einblendeten.

Verkehrschaos: Dauerstau und volle Gehwege

Die Auswirkungen auf den Individualverkehr waren massiv. Da Tausende Menschen vom Bus auf das eigene Auto umstiegen, kam es auf den Hauptschlagadern wie dem 1. und 2. Ring, der Mainzer Straße und der Schiersteiner Straße aber auch der Berliner Straße und der Äppelallee zu Stau und somit zu deutlichen Verzögerungen.

Auch die Mainzer Mobilität streikte. Damit fuhren auch in Mainz keine Busse und somit war die Theodor-Heuss-Brücke verstopft.

Das Verkehrsaufkommen lag gefühlt doppelt so hoch wie an normalen Montagen. Auch auf den Gehwegen war deutlich mehr los – wer konnte, legte seinen Weg innerhalb der Stadt zu Fuß zurück. In der City wurde jede noch so kleine Lücke zum begehrten Gut.

Generalstreik als Signal für die Verhandlungen

Der heutige „Generalwarnstreik“ dient als letztes deutliches Signal von ver.di vor der nächsten Verhandlungsrunde mit den Vertretern der Kommunen. Die Gewerkschaft fordert deutliche Lohnsteigerungen und bessere Arbeitsbedingungen, um den Beruf im ÖPNV wieder attraktiver zu machen – gerade angesichts des akuten Fahrermangels, unter dem Wiesbaden seit Monaten leidet.

Entspannung in Sicht – Busse fahren ab Dienstag wieder

Die gute Nachricht für alle leidgeprüften Fahrgäste: Der Spuk ist bald vorbei. Ab Dienstagmorgen werden die Busse in Wiesbaden sowie im gesamten Bundesgebiet nach Plan wieder ausrücken. ESWE Verkehr rechnet damit, dass sich der Betrieb zum Schulbeginn am Dienstag stabilisiert hat, weist jedoch darauf hin, dass es in den frühen Morgenstunden vereinzelt noch zu kleineren Verzögerungen kommen kann, bis alle Umläufe wieder regulär laufen.

ver.di-Forderungen – 35-Stunden-Woche

ver.di drängt in Tarifverhandlungen mit Kommunen auf:

  • 13. Monatsgehalt voll

  • 35-Stunden-Woche bei Lohnpauschale

  • Geteilte Dienste max. 11 Stunden + 30 Euro Zuschlag

Arbeitsdruck und Personalmangel im ÖPNV seien unerträglich – der Streik signalisiert Druck vor Verhandlungen.

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